Kirchenthumbach
25.06.2026 - 15:09 Uhr

Kirchenthumbach: Teure Pflichtaufgaben bestimmen die Handlungsfelder der Marktgemeinde

Kita und Schule, Straßenbau, Wasser- und Abwasserentsorgung, Ehrenamt und vieles mehr: Nichts ist Luxus in der Marktgemeinde Kirchenthumbach. Bürgermeister Ewald Plößner skizziert in der Bürgerversammlung die Herausforderungen.

Der Markt Kirchenthumbach ist nicht auf Rosen gebettet. Die Kommune ist finanziell am Limit. Hohe Ausgaben für das Schulwesen aktuell und auch künftig sowie Großinvestitionen in die Infrastruktur leeren den Gemeindesäckel. „Die Aufgaben sind vielfältig und die Umlagen explodieren“, formulierte Bürgermeister Ewald Plößner den finanziellen Ist-Zustand „seiner Gmoi“.

Eiswaffeln für die Besucher

Für die etwa 40 Besucher der Bürgerversammlung war es keine Neuigkeit. Dennoch betonte der Versammlungsleiter bei Temperaturen um die 30 Grad im SC-Sportheim, dass man an allen Ecken und Enden sparen müsse. Schoko-Eiswaffeln, charmant überreicht von den stellvertretenden Bürgermeistern Alexander Schatz und Silvia Schecklmann, waren für die Bürgerschaft eine willkommene Einstimmung auf die Botschaften des Rathauschefs. Ewald Plößner präsentierte ein Nachrichtenpaket, das trotz aller Belastungen für den Markt und seine Einwohner auch Geschenke enthielt.

Optimismus versprühte der Bürgermeister, nachdem er den Gemeindeetat mit einem Gesamtvolumen von rund 16 Millionen Euro bei einer Kreditaufnahme in Höhe von vier Millionen Euro beleuchtet hatte. Die offene Ganztagsschule werde bald fertiggestellt. Ein Kostenbericht offenbarte Bemerkenswertes. „Wir bleiben final unter einer Kostenmehrung von fünf Prozent“. Nach der Vergabe aller Gewerke zog Plößner das erfreuliche Fazit: „Nach den allgemein zu beobachtenden Kostensteigerungen der letzten Jahre sind wir bei der Finanzierung gut unterwegs.“

Anliegerbeiträge

Gute Nachrichten, die der Rathauschef auch für die derzeit laufenden Tiefbaumaßnahmen im Bereich der Linden-, Jahn- und Eckertstraße und der Straße zum B-Sportplatz verkündete. Allerdings bringen die Projekte Wermutstropfen für die Bürger mit sich und zwar in Form von Kostenbeteiligungen. Die Zustellung von Vorbescheiden für Verbesserungsbeiträge verkündete Plößner für den Oktober 2026. Für die Kirchenthumbacher keine Neuigkeit. Im Gegenteil. Für die vom Bürgermeister angekündigten weiteren Großinvestitionen in die Modernisierung der Kläranlage und in die Sanierung der Leitungssysteme müsse auch in Zukunft mit Anliegerbeiträgen gerechnet werden.

Nach diesem Zukunftsszenario beleuchtete Ewald Plößner die bereits im Gemeindehaushalt verankerten Kosten für die Dorferneuerung Dammelsdorf, Ausgaben für neue Spielgeräte und die Ausstattung des Aussichtsturmes am Kitschenrain mit einem Fernrohr und einem Steintisch „Nebra“. Was steht hinter dem Grünflächenkonzept der Gemeinde? Diese Frage beantwortete der Versammlungsleiter mit Informationen zur geplanten ökologischen und ästhetischen Aufwertung gemeindeeigener Grünflächen, von Straßenbegleitgrün, Gewässer-Randbereichen und der Anlage von Streuobstwiesen. Hilfreich sei dabei eine Kooperation mit dem Bund Naturschutz und mit Anliegern, so die Hoffnung des Gemeindechefs.

Warten auf die Ortsumgehung

Nicht fehlen durfte bei der Bürgersammlung das Dauerthema Ortsumgehung. Wann kommt sie? Ein Baubeginn sei zwar noch nicht bekannt, bedauerte Plößner. Hoffnung gebe es allerdings mit der Ankündigung des Staatlichen Bauamtes, als vorbereitende Maßnahme einen kurzen Schotterweg anzulegen. Diese Entwicklung deute auf den guten Willen der Baubehörde und auf einen zeitnahen Baubeginn hin. Der Bericht endete mit Hinweisen zu Bürgerpflichten bei der Reinigung öffentlicher Straßen und Gehwege, zur neuen Plakatier-Verordnung des Marktes und zur bevorstehenden Anschaffung eines neuen Bürger- und Vereinsbusses.

Eigentum verpflichtet

In der folgenden Diskussion war einer Besucherin das Thema Verbesserungsbeiträge besonders wichtig. Der Forderung, Mieter an den umlegungsfähigen Kosten der Wasserver- und Abwasserentsorgung zu beteiligen, widersprach der Bürgermeister mit Hinweisen zu Eigentumspflichten. Eine gebührenorientierte Finanzierung führe zudem zu einer hohen Kreditaufnahme mit einer Jahrzehnte langen Belastung des Gemeindehaushaltes und der Gebührenzahler. Die weitere Debatte bestimmten Wünsche zur regelmäßigen Spülung der Wasserleitungen, der Vorschlag zur Verwendung langlebiger Materialien bei Ruhebankgarnituren und Empfehlungen zu einer Lautsprecheranlage im Friedhof.

Nicht vorgesehen ist in der Planung zur Ortsumgehung die bisherige Zuwegung der Kapellenstraße in Richtung Fronlohe. Den Wunsch eines Versammlungsteilnehmers einer Unterführung musste der Bürgermeister mit Hinweisen auf die Rechtskraft des Planfeststellungsverfahrens nach einem zähen Planungsmarathon und Gerichtsurteilen verneinen. Mit Terminbekanntgaben zur Einweihung der offenen Ganztagsschule am 16. Oktober und zu weiteren Ortsteil-Bürgerversammlungen am 20. Oktober in Thurndorf und am 3. November in Sassenreuth schloss Ewald Plößner die Versammlung.

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