10.04.2019 - 12:42 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Kommune springt in die Bresche

Das Kinderhaus Sankt Elisabeth mit Kindergarten und -krippe schreibt rote Zahlen. Sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr übernimmt die Marktgemeinde Kirchenthumbach im vollem Umfang das jährliche Defizit bei den Betriebskosten.

von Redaktion ONETZProfil

Ein entsprechender Antrag der Katholischen Kirchenstiftung wurde vom Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig befürwortet. Aus dem Antrag ging hervor, dass ab 2018 in der Kalkulation ein Defizit von mindestens 90 000 Euro erwartet wird. Der Eigenanteil der Kirchenstiftung liegt bei 20 Prozent und somit bei circa 18 000 Euro. Wegen hoher Investitionen in den vergangenen Jahren sei sie finanziell jedoch nicht mehr in der Lage, ihren bisherigen Eigenanteil am Defizit zu tragen, schrieb die Kirchenstiftung. In diesen Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass die Aufrechterhaltung des Betriebs der Einrichtung gefährdet sei.

Bürgermeister Jürgen Kürzinger berichtete von einer Besprechung mit Vertretern der Kirchenstiftung und Marktgemeinderäten im März. Dabei wurde auf die enormen Personalkosten verwiesen, die sich aus dem vorgegebenen Anstellungsschlüssel ergeben. Ferner befinde sich der Elternanteil auf Landkreisebene bereits im oberen Drittel. Daher habe die Kirchenverwaltung bereits beschlossen, für heuer keine Erhöhung des Elternbeitrags vorzunehmen.

Darüber hinaus sei vorgesehen, im Herbst beim Landratsamt Neustadt/WN zu beantragen, aus den bisherigen erforderlichen zwei eine gemeinsame Einrichtung zu schaffen, um beim Personalausgleich innerhalb des Kinderhauses noch effektiver zu werden. Wie der Rathauschef zum Ausdruck brachte, konnte in der Besprechung ein Kompromiss erreicht werden, mit dem Ergebnis, dass die Marktgemeinde 2019 und 2020 das Defizit im vollen Umfang übernommen wird.

Ebenso einstimmig befürwortete das Gremium den Zuschussantrag der katholischen Kirchenverwaltung St. Georg Neuzirkendorf zur Dachumdeckung mit Blitzschutzarbeiten an dem Gotteshaus. Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf knapp 115 000 Euro. Die Erzdiözese Bamberg hat bereits einen Zuschuss von 65 Prozent, was rund 74 500 Euro entspricht, bewilligt. Somit beläuft sich für die Pfarrgemeinde Neuzirkendorf der finanzielle Eigenanteil auf knapp 40 200 Euro. Hierauf befürwortete der Marktgemeinderat einen Zuschuss von zehn Prozent und damit aufgerundet 4100 Euro.

Zu den Protokollen der vergangenen Sitzung gab es Einwände, da einige Anmerkungen nicht enthalten seien, so die Kritik. Die Niederschrift über die öffentliche Sitzung vom 20. Februar wurde schließlich trotz sieben Gegenstimmen mehrheitlich genehmigt. Ferner gab Bürgermeister Jürgen Kürzinger bekannt, dass zu den in nichtöffentlichen Sitzungen, die bis ins Jahr 2017 zurückgehen, gefassten Beschlüsse die Geheimhaltung entfällt.

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