17.04.2019 - 11:43 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Auf Leidenszeit Jesu aufmerksam machen

Seit 45 Jahren ist das Kreuz über dem Hochaltar der Pfarrkirche in der Karwoche nicht mehr verhüllt worden. Jetzt hat Pfarrer Augustin Lobo die liturgische Tradition wieder aufleben lassen, sehr zur Freude vieler Gläubiger.

Das Verhüllen des Kreuzes während der Karwoche war bis zum Abriss der alten Pfarrkirche im Jahr 1972 ein fester Bestandteil in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt.
von Autor RFÜProfil

Die für die Verhüllung notwendigen Tücher hat Elisabeth Lohner zugeschnitten und genäht.

1972 wurde die alte Pfarrkirche abgerissen, 1974 das neue Gotteshaus geweiht. Seit dieser Zeit wurden Kreuz, Statuen und Bilder nicht mehr verhüllt. Gründe dafür gab es mehrere: Das Kreuz in der Pfarrkirche hängt, bedingt durch deren Baustil, ziemlich hoch, und eine Gefahr des Abstürzens von Personen beim Anbringen des Tuches war und ist nicht von der Hand zu weisen. Ein weiterer Grund wird gewesen sein, dass das römische Messbuch von 1969 diesen Brauch zur Erbauung des christlichen Glaubens dem Ermessen freistellt.

Als Zeitpunkt der Verhüllung hatte sich spätestens ab dem Konzil von Trient Mitte des 16. Jahrhunderts der damals so genannte Passionssonntag herauskristallisiert, der Sonntag vor dem Palmsonntag. Ab diesem Zeitpunkt sprechen die liturgischen Texte deutlicher vom Leiden und Sterben Jesu. Empfohlen wird dieser Termin als "Kann-Regel". Endpunkt der Kreuzverehrung und -enthüllung ist am Karfreitag.

Das Kreuz ist seit dem dritten Jahrhundert für die Christen das Zeichen der Auferstehung - und nicht so sehr des Todes. Es geht also nicht darum, die "Kreuzigung" mit einem violetten Tuch abzudecken, vielmehr wird durch das Verhüllen des Kreuzes auf die Leidenszeit Jesu aufmerksam gemacht. Damit zeigt die Gemeinde ihre Trauer darüber, dass Jesus am Kreuz gestorben ist.

Nach 45 Jahren Unterbrechung hat Pfarrer Augustin Lobo die Verhüllung des Kreuzes und der Heiligenbilder wieder eingeführt.
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