„Verschwende weder Zeit noch Geld, sondern mache den besten Gebrauch von beiden“, heißt es in einem Geistesblitz. „Wenn das so einfach wäre“, sagten sich die Mitglieder des „Dumbacher“ VG-Rates, der sich aus den Bürgermeistern und einigen Ratsmitgliedern der Mitgliedsgemeinden Kirchenthumbach, Schlammersdorf und Vorbach zusammensetzt. An den Kostenexplosionen der letzten Jahre knabbert auch die VG-Versammlung.
Steigende Verbandsumlage
Im Verwaltungsbereich sind insbesondere die Personalkosten ein großer Kostenfaktor. Sie machen 78 Prozent der Gesamtausgaben aus und belaufen sich auf 1,3 Millionen Euro. Aufgrund der sogenannten Inflationsausgleichszahlungen in den Jahren 2022 und 2023 sowie aktueller und bevorstehender Tariferhöhungen für das Personal der Verwaltungsgemeinschaft müssen die drei Mitgliedsgemeinden mit deutlich höheren Belastungen rechnen. Die Folge sind jeweils höhere Umlagen für die einzelnen Kommunen. Pro Einwohner steigt die jährliche Verbandsumlage auf 256,33 Euro, so die Kalkulation von Kämmerer Michael Eisner für den Gesamtetat 2025. Im Jahr 2024 betrug sie noch 229,31 Euro.
Der Kämmerer begründet die höheren Ausgaben- und Umlageansätze in den Erläuterungen zum Haushaltsplan mit der Dynamik turbulenter Inflationsjahre und damit verbundenen Gehaltserhöhungen, mit Personalveränderungen, mit Ausbildungskosten und mit steigenden Ausgaben für Verwaltungs- und Betriebskosten. Zudem verwies der „Schatzmeister“ auf höhere Haushaltsansätze für die EDV, für die Digitalisierung des Rathauses und zur Anschaffung eines Dienstfahrzeuges auf Leasingbasis.
Kämmerer Michael Eisner und mit ihm der Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft, Bürgermeister Alexander Goller, sowie seine Ratskollegen schätzen das Volumen des Vermögenshaushalts auf 45.000 Euro. Geplant sind weitere Investitionen in die EDV-Ausstattung und in das lokale Netzwerk WLAN, zum Austausch von Büromöbeln, für ein Vergabeprogramm des Bauamtes und für eine neue Telefonanlage. In das Investitionsprogramm für das Jahr 2026 sind 180.000 Euro für die Beschaffung einer neuen Verwaltungssoftware eingestellt.
Rücklagenstand macht Hoffnung
„Lichtblicke“ bleiben: Die Verwaltungsgemeinschaft ist schuldenfrei. Daran erinnerte der Vorsitzende Alexander Goller. Zu dieser guten Nachricht gehörte auch ein Blick auf die Entwicklung der Rücklagen. Der Haushaltsplan 2025 sieht zwar eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 45.000 Euro vor, dennoch rechnet die Versammlung der Verwaltungsgemeinschaft zum Jahresende 2025 mit einem voraussichtlichen Rücklagenstand von knapp 150.000 Euro.
Auch die Anmerkungen des VG-Vorsitzenden zu einer Konsolidierung der Personalentwicklung und einer erfolgreichen Ausbildungsstrategie stimmten zuversichtlich. „Wir sind für die Zukunft personell gut aufgestellt“, bilanzierte Alexander Goller. Der Sitzungsleiter empfahl die Genehmigung des Zahlenwerks. Haushaltssatzung und Haushaltsplan, Stellenplan, Finanzplanung und Investitionsprogramm wurden vom Gremium einstimmig gebilligt. Zur Vereinfachung des Vollzugs erteilte die Versammlung ihrem Vorsitzenden Beschlussvollmacht für Büroanschaffungen.
Plößner auch Trauungsstandesbeamter
Mit der Wahl von Ewald Plößner zum neuen Bürgermeister des Marktes Kirchenthumbach erhielt der Rathauschef auch die Befugnis als sogenannter Trauungsstandesbeamter. Dazu bedurfte es einer formellen Bestellung durch die VG-Versammlung, die den Bürgermeister ermächtigte, entsprechend der Verordnung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes in allen gewidmeten Räumen Eheschließungen und das Begründen von Lebenspartnerschaften vorzunehmen. Auch zum Thema der VG-Rechnungsprüfung und zur Feststellung der Jahresrechnung für das Jahr 2023 stand Ewald Plößner im Mittelpunkt. Als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses empfahl er ein Ja zur Entlastung.
Das „entspannte“ Zahlenwerk, so Goller, nahmen die Räte der Verwaltungsgemeinschaft im Umlaufverfahren zur Kenntnis. Die Stromkosten gehören derzeit zu den spekulativen Geschäften. Darin war sich das Gremium einig. Eine Bündelausschreibung zur kommunalen Beschaffung von „Graustrom“ mit der Kommunal-GmbH des Bayerischen Gemeindetages als Partner soll helfen, für drei Jahre einen überschaubaren Kostenrahmen für den jährlichen Stromverbrauch von etwa 12.000 Kilowattstunden sicherzustellen. Auch dazu gab es nach längerer Diskussion die Zustimmung der Versammlung.
Eckdaten des VG-Haushalts 2025
Verwaltungshaushalt 1.658.400 Euro, Vermögenshaushalt 45.000 Euro. Verwaltungsumlage 1.334.200 Euro. Bei insgesamt 5.205 Einwohnern der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach entällt bei einer Pro-Kopf-Umlage von 256,33 Euro und 3.257 Einwohnern auf den Markt Kirchenthumbach eine Verwaltungsumlage in Höhe von 834.868 Euro, auf die Gemeinde Schlammersdorf bei 872 Einwohnern 223.520 Euro und auf die Gemeinde Vorbach mit 1076 Einwohnern 275.812 Euro. Bei Schuldenfreiheit beträgt das Polster der Allgemeinen Rücklage 149.429 Euro.















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