15.10.2019 - 17:12 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

"Quotenfreie CSU": Das sagen Unionsfrauen dazu

Christian Doleschal, neuer Chef der Jungen Union in Bayern, will eine "quotenfreie CSU" - auch im Hinblick auf den Frauenanteil. Prominente Damen von CSU und Jungen Union reagiert darauf anders als vermutet.

Stefanie Dippl (rechts) gibt Christian Doleschal (links) beim Thema Frauenquote recht. Eine Quote braucht es ihrer Ansicht nach nicht.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Petra Dettenhöfer, langjährige Landtagsabgeordnete der CSU, empfindet Doleschals Ziel nicht als Schlag ins weibliche Gesicht. Sie betont zunächst, dass in der CSU-Vorstandssitzung in München, in welcher der 75-Punkte-Leitantrag einstimmig als Vorlage für den Parteitag gebilligt wurde (wir berichteten), offensichtlich ein Kompromiss gefunden werden konnte – nämlich ein Frauenpflichtanteil von 40 Prozent in der Führung der Landes- bis Kreisverbände. Das sei erst einmal keine schlechte Lösung.

Grundsätzlich gibt Dettenhöfer Doleschal in seiner Aussage aber sogar recht, dass die Frauenquote ein „Eingriff in die demokratische Wahlfreiheit“ sei. Die Kirchenthumbacherin weiß jedoch auch: Es braucht eine solche Quote als Starthilfe für die Frauen. Sie habe während ihrer Amtszeit gemerkt, dass Frauen eher zurückhaltend seien, wenn es darum gehe, einen politischen Posten zu übernehmen, erzählt Dettenhöfer. „Ich bin für die Quote als Starthilfe, aber je höher es hinaufgeht, da muss man sich dann selbst durchkämpfen“, betont sie. Bei einem Direktmandat funktioniere sowieso keine Quote mehr. Als „Anstups-Hilfe“ sei sie aber wichtig.

Stefanie Dippl, die neue Chefin der Jungen Union Oberpfalz, gibt Doleschal recht. „Man ist nicht gerne eine Quotenfrau, sondern man ist gerne eine Frau, die wegen ihres Könnens geschätzt wird, weil man was drauf hat.“ Auf Dauer brauche es keine Frauenquote, sagt auch die Pressatherin. „Die Frauen sind stark genug, sich durchzusetzen.“

Es sei aber ein guter Kompromiss, den Frauen zumindest am Anfang das politische Amt mit einer Quote schmackhaft zu machen. Als frauenfeindlich empfindet sie das Ziel von Christian Doleschal keineswegs.

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