29.06.2018 - 16:08 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Seit 35 Jahren sauber

Sie läuft und läuft und reinigt obendrein noch so wie am ersten Tag. Jetzt kann sie Geburtstag feiern: Vor 35 Jahren wurde in Kirchenthumbach das Abwasserproblem aus der Welt geschaffen: mit einer Kläranlage.

Die Geistlichen Pfarrer Konrad Beierl (rechts) und Claus Seltmann bei der Einweihung der Kläranlage.

(ü) Mit Gesamtkosten von 10,3 Millionen Mark baute die Gemeinde für den Hauptort und den Ortsteil Burggrub eine mechanisch-biologische Kläranlage. Die Abwässer der Marktgemeinde wurden bis 1982 in Hauskläranlagen lediglich vorgereinigt und von dort in den Thumbach und andere kleine Bächlein geleitet.

Eröffnet wurde damals die offizielle Einweihungsfeier mit einem musikalischen Stück durch die Blaskapelle unter Stabführung von Hermann Albersdorfer. Der damalige Bürgermeister Gerhard Sporer hieß die zahlreichen Gäste willkommen, darunter auch Baudirektor Schreiber, Technischen Amtmann Hermann Seitz und nicht zuletzt die Geistlichen, Pfarrer Konrad Beierl und Claus Seltmann.

Nicht die Letzten

Bürgermeister Sporer gab in seiner Ansprache zu verstehen, dass die Entscheidung des Marktgemeinderates, die Kläranlage zu bauen, die Gemeinde ein großes Stück vorwärts bringe. Dies bedeute auch einen kleinen Schritt auf dem Weg zu dem von der Bundesregierung gesteckten Ziel, dass bis 1985 die Abwässer von 90 Prozent der Bevölkerung vollbiologisch gereinigt werden sollten. Die Kirchenthumbacher würden zwar nicht zu den ersten Kommunen gehören, die sich dem aktiven Gewässerschutz verschrieben hätten, aber sie seien auch nicht bei den letzten.

Mit der modernen Abwasserbeseitigung würden nicht nur die Konsequenzen gezogen aus der zunehmenden Verschmutzung des Thumbachs. Es würden zugleich auch die Weichen gestellt für einen kontinuierlichen weiteren Fortschritt der Gemeinde, die nunmehr fast befreit sei von hemmenden Abwasserproblemen. Wäre es anders, so Sporer weiter, hätte der Staat dieses Projekt sicher nicht mit 2,875 Millionen Mark unterstützt und einen wesentlichen Beitrag zu der für die Gemeinde schwierigen Finanzierung geleistet.

Darauf näher eingehend, führte Sporer aus, dass die geschätzten Kosten der gesamten Maßnahme bei 10,3 Millionen Mark lägen. Bisher seien 6,535 Millionen Mark verbraucht worden. An Staatszuschüssen erwarte man insgesamt einen Betrag von 2,875 Millionen Mark und an ABM- Mitteln 1,691 Millionen Mark. Die Eigenleistung einschließlich der Herstellungsbeiträge bezifferte Sporer auf 1,655 Millionen Mark.

Glas Abwasser

Josef Prüschenk, damaliger stellvertretender Landrat, führte aus, Landrat Christian Kreuzer und seinen Beamten sei mit der Fertigstellung der Kläranlage ein Stein vom Herzen gefallen, da es im Gemeindebereich Kirchenthumbach in der Vergangenheit, was das Bauen von Wohnhäusern betrifft, Schwierigkeiten gegeben habe. Prüschenk erinnerte daran, dass die Ortsdurchfahrt von Kirchenthumbach dringend einer Erneuerung bedürfe. Er bat die Anwesenden, diese anstehenden Probleme zu unterstützen.

Günter Zwick als Repräsentant des Planungsbüros Wolf und Zwick erläuterte die Funktionsweise der Anlage und gab bekannt, dieses System sei ausgelegt sei für 3500 Einwohnergleichwerte (EGW). Derzeit seien aber nur etwa 2000 EGW angeschlossen. Beim Bau der Anlage seien 10 000 Kubikmeter Erde bewegt sowie 3000 Kubikmeter Beton und 1000 Tonnen Baustahl verarbeitet worden.

Als Beweis, dass die Sammelkläranlage auch voll funktioniere, bat Zwick Bürgermeister Gerhard Sporer, ein Glas gereinigtes Abwasser zu trinken. Nachdem Sporer die Bitte erfüllte hatte, überreichte Zwick symbolisch an das Marktoberhaupt den riesigen Kläranlagenschlüssel. Nach der kirchlichen Weihe durch die Geistlichen, Pfarrer Konrad Beierl und Claus Seltmann, spielte die Blaskapelle die Bayernhymne.

Bürgermeister Gerhard Sporer.

Die neue Kläranlage.

Bei der Einweihung der Kläranlage war unter anderem auch der inzwischen verstorbene Landtagsabgeordnete Hans Lukas (vorne, Zweiter von rechts) als Gast zugegen.

Die neue Kläranlage.

Die neue Kläranlage.

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