21.02.2019 - 12:44 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Wie Treinreuth zu seinem "Ober-" kam

Verwechslungsgefahr nach Gebietsreform groß: Bezirksregierung entscheidet über Namensänderung.

Von Treinreuth zu Obertreinreuth: Treinreuth, das zur Gemeinde Thurndorf gehörte, erhielt einen Zusatz zum Ortsnamen.
von Autor RFÜProfil

Es war vor über 40 Jahren: Die Gebietsreform zum 1. Mai 1978 brachte es mit sich, dass die Marktgemeinde Kirchenthumbach über Nacht plötzlich über zwei Gemeindeteile mit den Ortsnamen Treinreuth verfügte. Der Gemeinderat stand vor dem Problem, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Heimatforscher Fritz Fürk hat in alten Unterlagen recherchiert und erläutert, was damals unternommen wurde.

Um insbesondere für Ortsunkundige Verwechslungen zu vermeiden, hatte bereits am 18. Dezember 1977 der damalige Bürgermeister der aufgelösten Gemeinde Thurndorf, Johann Dettenhöfer, - das eine Treinreuth gehörte zur Gemeinde Thurndorf - bei der Regierung der Oberpfalz einen Antrag auf Umbenennung von Treinreuth in Obertreinreuth gestellt. Auch der Markt Kirchenthumbach mit Bürgermeister Gerhard Sporer an der Spitze fasste am 27. März 1979 einen entsprechenden Beschluss.

Dazu gehört worden waren auch die Einwohner von Treinreuth. Lediglich einer von ihnen konnte sich mit dem Zusatz "Ober-" nicht anfreunden. Dem Antrag positiv gegenüber stand auch das Landratsamt, so dass die zuständige Stelle, die Regierung der Oberpfalz, zeitnah darüber entschied.

Sie gab ihm statt mit der Begründung, dass ein dringendes öffentliches Interesse zur Namensänderung vorliege: Zwei gleichnamige Gemeindeteile innerhalb einer Kommune gäben häufig Anlass zu Verwechslungen. Der neue Name des Gemeindeteils entspreche der bereits in früheren Jahren im Sprachgebrauch der Bevölkerung verwendeten Bezeichnung - im Volksmund wurde er schon immer "Uwadrarad" genannt - und weise auf die geographische Lage des Orts nordwestlich des bereits vor der Gebietsreform zum Markt Kirchenthumbach gehörenden Orts Treinreuth hin, der zudem als einwohnerstärkerer Gemeindeteil eine größere Bedeutung gegenüber dem Treinreuth aus der früheren Gemeinde Thurndorf besitze. Eine Namensänderung komme daher nur für dem Gemeindeteil Treinreuth der früheren Gemeinde Thurndorf in Frage, machte die Regierung deutlich.

Hinzu kam als weiteres Argument, dass Treinreuth bei Kirchenthumbach bis 1947 eine selbstständige Gemeinde war. Dazu gehörten alle Orte rund um Kirchenthumbach: Treinreuth, Ernstfeld, Sommerau, Görglas, Asbach, Burggrub, Fronlohe, Haselmühle, Blechmühle, Grünthannmühle und Luisenhof. Auch heute noch gelten die Gemarkungsbezeichnungen Treinreuth.

Treinreuth bei Kirchenthumbach, bis 1947 eine selbstständige Gemeinde, durfte seinen Namen behalten.
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