30.12.2018 - 14:58 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Alte Herren seit 50 Jahren im TSV Königstein am Ball

1968 geht als Jahr des Studentenprotests in die deutsche Geschichte ein. Ganz anderes haben jene Königsteiner im Sinn, die sich damals zusammentun.

Diese Mannschaft lief in einem Spiel um 1975 für die Königsteiner Alten Herren auf.
von Autor WKUProfil

Vor 50 Jahren fanden sich die Alten Herren des TSV Königstein zusammen. Sie sind seither die Anlaufstelle für frühere Fußballer der Ersten oder Zweiten Mannschaft, die auch nach ihrer Zeit im Ligenbetrieb nicht ohne das runde Leder sein wollen.

Günter Specht übernahm nach der Gründung das Amt des Spielleiters der Alten Herren. An den Samstagnachmittagen von April bis meist Oktober trugen sie ihre Partien aus. Zusammen trainieren war nicht nötig, das tat jeder für sich selber. Dabei war die Disziplin groß.

In den Anfangsjahren wurden noch 30 Spiele in der Saison absolviert. Da ging's nach Hersbruck, Weiden oder Pegnitz. Wurden die Spiele in Königstein ausgetragen, kehrten die Spieler danach meist ins Gasthaus Gradl ein. Wenn die Truppe in Katzdorf bei Neunburg vorm Wald auflief, feierte sie mit den dortigen Fußballern romantische Fischerfeste. Auch in Königstein gab es feucht-fröhliche Hüttenabende.

Ab 1972 übernahm Georg Pirner aus Gaißach die Spielleitung. Er brachte bei Auswärtsbegegnungen immer ein originelles Gastgeschenk mit. Dazu legte er einen Rinderknochen, der in der Form einem Pokal ähnelte, in Wasserstoff ein, malte das TSV-Wappen drauf und schenkte ihn der gegnerischen Mannschaft.

Ein besonderes Ereignis war einmal ein Fußballspiel an Fasching. Obwohl es sehr kalt war, kamen die Alten Herren auf einem Anhänger mit einem Traktor auf den Sportplatz angefahren. Sowohl die Kicker als auch ihre Frauen waren originell verkleidet. Danach ging's zum Aufwärmen und Feiern ins Vereinsheim.

Das gesellige Leben kam nie zu kurz bei den Alten Herren. An Christi Himmelfahrt wanderten sie mit ihren Frauen. Ausflüge führten zum Beispiel nach Tschechien oder Ungarn. Meist blieb die Truppe drei Tage. Natürlich gehörte jedes Mal ein Freundschaftsspiel dazu. In Berlin maßen sich die Alten Herren mit dem BSV Grün-Weiß Neukölln.

Der Abschluss der Saison wurde jedes Jahr mit einem Fest begangen. Meist wurde dazu eine Drei-Mann-Band engagiert. 1983 übernahm Toni Suttner die Führung der Mannschaft, die er fast 20 Jahre inne hatte. Heutzutage trainieren die Alten Herren jeden Mittwoch um 19 Uhr unter der Leitung von Martin Lederer. Spielleiter ist Marco Mackenstein.

Ebenfalls vor 50 Jahren errichtete der TSV Königstein ein Sportheim in Eigenleistung. Endlich konnten sich die Spieler hier umziehen und nach dem Trainieren gleich duschen. Ebenso wurde das Gebäude als Vereinsheim zum gemütlichen Treffen und Feiern genutzt. Landrat Karl Winkler kam 1968 zur Einweihung und sprach ein Grußwort. Auch der neue Sportplatz wurde damals seiner Bestimmung übergeben.

Später errichteten die Vereinsmitglieder eine großflächige Überdachung mit Bühne vor dem Sportheim. Diese dürfte einmalig im ganzen Landkreis sein. Hier können die Zuschauer im Trockenen die Fußballspiele verfolgen, und hier wird auch die Sportplatzkirchweih veranstaltet. Dieses Jahr feierte hier sogar ein Paar seine Hochzeit.

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