Königstein
11.06.2018 - 16:57 Uhr

Bauernbühne: Zehn Stücke zum 40-Jährigen

Alles begann vor 40 Jahren mit einer Stammtischwette.

Walter  Brunner spielte nach 40 Jahren noch einmal die Loreley WKU
Walter Brunner spielte nach 40 Jahren noch einmal die Loreley

(exb) Günter Seibold wusste es noch auf den Tag genau: Alles begann vor 40 Jahren mit einer Stammtischwette im Gasthaus Gradl am 20. November 1978. Da wettete er mit seinen Stammtischbrüdern, ein Bauerntheater zu gründen. Gesagt, getan! Jedoch war der Start hart: "Am Anfang traten die Schauspieler nur mit einem Tischchen bei Weihnachtsfeiern und kleineren Veranstaltungen auf." Die Proberäume waren eiskalte Wirtshaussäle.

Mit der Zeit wurden es größere Aufführungen und Theaterstücke, so dass das Bauerntheater einen guten Ruf weit über die Grenzen Königsteins hinaus bekam. Daher sind immer noch 70 Prozent der Zuschauer von auswärts. Günter Seibold erinnerte an die 675-Jahr-Feier des Marktes. Dazu errichteten die Schauspieler eine Freilichtbühne im Pfarrgarten, die erst eine Woche vor der Aufführung fertig wurde. Das Stück "Der verkaufte Großvater" konnte vorher nur einmal nachts bei Licht mit der gesamten Besetzung geprobt werden. Das 40-jährige Bestehen wurde nun ebenfalls mit einer Jubiläumsaufführung im Pfarrgarten auf der Freilichtbühne begangen. Zur Feier des Tages bekam jeder Gast einen "Jubiläumsschnaps".

Günter Seibold blickte in seiner Festansprache auf 40 Jahre zurück. Er ist nicht nur Gründer des Bauerntheaters, sondern heute noch der Leiter und Regisseur. Drei Akteure von damals sind noch dabei: Günter Seibold, Marianne Koch und Simone Zirnbauer (ehemals Schneider).

Das Besondere am Bauerntheater ist zum einen, dass alle Stücke im Königsteiner Dialekt gehalten werden. "Zum andern spielen wir mit dem Publikum", erklärte Seibold, "auch treten die Schauspieler oft aus dem Publikum hervor." Zur Jubiläumsveranstaltung wurden einige Ex- Schauspieler reaktiviert, so Walter Brunner, der in einer der ersten Vorstellungen vor 40 Jahren die Loreley spielte. Mit seinem langen goldenen Haar sang er mit seiner Leier "Ich bin doch so fabelhaft schön!"

Ein Klassiker, der bereits 1982 aufgeführt wurde, war "Der Michl muss heiraten!" Die Eltern Marianne Koch und Günter Seibold suchen eine geeignete Frau für ihren mundfaulen, unbeholfenen Sohn Michl (Marco Pirner). Ihr Bemühen war von Erfolg gekrönt. Die meisten Lacher erntete das Stück "Im Reitinstitut". Der heiratswillige Junggeselle (Franz Bernt) suchte das Heiratsvermittlungsbüro und landete irrtümlich in einem Reitinstitut bei der Sekretärin (Saskia Pirner), was sich erst später herausstellte. Auch die Jugendgruppe (Marius Köller, Ben Luber und Jannik Renner) glänzte mit dem Stück "Vor Gericht". Bernhard Pirner war als neuer Schauspieler in dem letzten Stück "Der gute Nachbar" mit seiner Frau Renate zu sehen. Eine bunte Mischung von zehn Stücken präsentierten die 21 Darsteller und ernteten großen Applaus. Zum Schluss bedankte sich Hans-Jürgen Pirner bei Günter Seibold für seine 40-jährige Leitung und übergab ihm ein Geschenk.

In dem Stück „Der Michl muss heiraten“ spielte Marco Pirner den Bauernsohn Michl, Günter Seibold den Vater und Marianne Koch die Mutter WKU
In dem Stück „Der Michl muss heiraten“ spielte Marco Pirner den Bauernsohn Michl, Günter Seibold den Vater und Marianne Koch die Mutter
Die Jugendgruppe spielte das Stück „Vor Gericht“, Marius Köller als Richter und Ben Luber als Vagabund,  der angeklagt  war WKU
Die Jugendgruppe spielte das Stück „Vor Gericht“, Marius Köller als Richter und Ben Luber als Vagabund, der angeklagt war
Gegen allen Erwartungen war das Wetter bei der Jubiläumsaufführung des Bauerntheaters im Pfarrgarten zufriedenstellend WKU
Gegen allen Erwartungen war das Wetter bei der Jubiläumsaufführung des Bauerntheaters im Pfarrgarten zufriedenstellend
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