29.09.2021 - 11:48 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Königstein richtet eine Interims-Krippe in der Schule ein

Die Zeit drängt: Ab Januar 2022 reichen die verfügbaren Krippenplätze für Kinder in Königstein nicht mehr aus. Das sorgt im Marktrat für eine kontroverse Debatte, der ein einstimmiger Beschluss folgt.

Die Frage, wo die Kinder mehr Ruhe finden, beschäftigte den Marktrat Königstein bei der Abwägung, ob sich das Untergeschoss oder der erste Stock der Schule besser für eine Interims-Krippe eignet.
von Autor SCKProfil

Ein Schwerpunktthema in der September-Sitzung des Marktrats Königstein war die Einrichtung einer zweiten Kinderkrippe. In der Kindertagesstätte ist die Krippe voll besetzt. Mehr Kinder und zusätzlich gebuchte Stunden ab dem 2. Januar 2022 zwingen zu handeln.

Um einen drohenden Aufnahmestopp zu vermeiden, hat der Marktrat mit dem Grundschulverband Königstein-Hirschbach vereinbart, im ersten Stock des Schulhauses eine Interims-Kinderkrippe zu errichten. Aus rechtlicher Sicht ist das eine Nutzungsänderung, für die ein Bauantrag gestellt werden muss.

Der Treppe aus dem Weg gehen

Widerspruch kam von Hans Koch, dem Fraktionssprecher der CSU. Seine Fraktion bevorzuge eine Unterbringung der Krippe im Untergeschoss, auch wenn dafür höhere Kosten in Kauf genommen werden müssten. Der Vorteil liege darin, dass die ein- bis dreijährigen Kinder nicht über die Treppen in den ersten Stock gebracht werden müssten.

Außerdem kritisierte Koch, dass Bürgermeister Bernhard Köller den Bauplan nicht schon früher vorgelegt habe. Schon zu Jahresbeginn habe sich der Marktrat für diese Lösung entschieden, aber bis zur Einigung mit dem Grundschulverband am 9. September sei viel Zeit verstrichen.

Weniger Lärm im ersten Stock

Köller berief sich darauf, dass in Abstimmung mit dem Kreisjugendamt entschieden worden sei. Zweite Bürgermeisterin Doris Lehnerer (FWG) sah für eine Krippe im ersten Stock eine geringere Lärmbelästigung. Mehr Ruhe wäre wichtig, damit die Kinder auch schlafen könnten.

Nach einer Debatte mit teils vehement vorgetragenen Argumenten fand der Marktrat doch zu einem einstimmigen Beschluss für den vorliegenden Bauantrag. CSU-Fraktionssprecher Koch betonte, er sage nur deshalb Ja, weil nicht noch mehr Zeit verloren werden dürfe. Er wolle den Kindern und ihren Eltern Nachteile ersparen.

Nachfolge für Allgemeinarzt

Im Informationsteil gab Bürgermeister Köller bekannt, dass es in Königstein ab Januar 2022 mit einer neuen Allgemeinarztpraxis einen Nachfolger für Dr. Ruslan Muratov geben wird. Das Wasserwirtschaftsamt werde seine Messstelle in Königstein zurückbauen. Mittel der Städtebauförderung ermöglichen in den nächsten Wochen den Einbau eines Lastenaufzug im neuen Teil des Steinstadels.

Sprechstunden von Regens Wagner

Zu den Angeboten im Bereich der Offenen Hilfen von Regens Wagner wird eine Sprechstunde im Steinstadel eingerichtet. Katrin Lang berät erstmals am 7. Oktober und darauf folgend jeden zweiten Donnerstag von 15.30 bis 17 Uhr in Fragen rund um Leben, Wohnen und Arbeiten mit Behinderung. Hans Koch erinnerte an das "Dreikönigstreffen" im Oktober, zu dem Gäste aus den sächsischen und hessischen Gemeinden mit dem Namen Königstein in der Oberpfalz erwartet werden.

Nachbarn wollen bei ihren Bauhöfen zusammenarbeiten

Königstein

"Ich stimme nur zu, damit nicht noch mehr Zeit verloren geht."

CSU-Fraktionssprecher Hans Koch

CSU-Fraktionssprecher Hans Koch

 

 

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