01.02.2021 - 11:29 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Marktrat Königstein legt Bauherren keine Steine in den Weg

Zwischen Carport und Schleuderbetonmast liegt die Bandbreite der Bauanträge im Marktrat Königstein.

Eine Reihe von Bauanträgen arbeitete der Marktrat Königstein in seiner Januar-Sitzung ab.
von Autor SCKProfil

Bauangelegenheiten bestimmten den öffentlichen Teil in der ersten Sitzung des Marktrats Königstein im Jahr 2021. Er war im Saal des Hotel-Gasthofs Zur Post in Königstein zusammengetreten.

Der Plan für eine Unterstellhalle mit Vordach in der Gemarkung Gaißach weicht von den Vorgaben ab, die eine Dachneigung zwischen 16 und 27 Grad sowie eine Wandhöhe von maximal 6,30 Meter festlegen. Gebaut werden soll dagegen mit nur sieben Grad Dachneigung und 6,50 Meter Wandhöhe. Die Unterstellhalle soll auch einen Wasser- und Kanalanschluss bekommen. Mit ihren Unterschriften hatten sich alle Nachbarn einverstanden erklärt, und der Marktrat erteilte einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.

Auch dem Antrag zum Neubau eines Schleuderbetonmasts im Außenbereich stimmte er zu. Entstehen soll er in der Gemarkung Gaißach außerhalb des nahen Wasserschutzgebiets. Der Plan sieht einen Schleuderbetonmast mit einer Höhe von 28 Metern und einem Stahlaufsatzmast von sechs Metern Höhe mit Outdoor-Technik vor.

Innerhalb des Bebauungsplans Pruihausen möchte ein Bauherr ein Carport errichten. Bereits in der Oktober-Sitzung hatte ihm der Marktrat zugestanden, ein Pultdach mit einer Neigung von fünf Grad zu bauen, obwohl hier eigentlich Satteldächer zwischen 38 und 48 Grad Neigung vorgeschrieben sind. Nun beantragte er mit einer Dacheindeckung in Trapezblech eine weitere Abweichung vom Bebauungsplan. Die Einhaltung der Abstandsflächen bereitet keine Probleme, da der Bauherr weiter ins eigene Grundstück hineinrücken will. Der Marktrat akzeptierte diese Änderung.

Bereits in der letzten Sitzung des vergangenen Jahres befasste sich das Gremium mit den Plänen einer landwirtschaftlichen Gerätehalle in der Gemarkung Königstein. Das Grundstück liegt im Außenbereich und ist im Flächennutzungsplan als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen, wo eigentlich der Bau einer Gerätehalle nicht zulässig ist. Die Zufahrt sollte über ein weiteres Grundstück des Bauherrn erfolgen, auf dem Leitungen der Wasserversorgung verlegt sind. Eine andere Fläche komme aus der Sicht des Antragstellers für die Gerätehalle nicht in Frage. Der CSU-Fraktionssprecher Hans Koch hatte im Dezember ein Gespräch zwischen allen Beteiligten angeregt, das zwischenzeitlich geführt wurde. Dabei kam es zu einer Lösung mit Einhaltung der Abstandsflächen, so dass einem Ja zu dem Bauantrag jetzt nichts mehr im Weg stand.

Eine Bauvoranfrage hatte den Ausbau eines Wirtschaftsgebäudes in Königstein zu einem Wohnhaus zum Inhalt. Das Vorhaben schließt den Aufbau von Dachgauben, den Anbau eines Balkons und eines Hackschnitzelbunkers sowie die Errichtung eines Carports ein. Aus der Sicht des städtebaulichen Beraters ist insbesondere die Gestaltung der Dachgauben nicht mit der Gestaltungsfibel vereinbar. Allerdings habe der Marktrat im Sanierungsbereich in der Ortsmitte bereits Ausnahmen bei den Gauben zugelassen. Das vorliegende Bauvorhaben liege abseits der Hauptdurchfahrtsstraßen Königsteins und falle daher kaum ins Auge. Deshalb empfahl Bürgermeister Bernhard Köller, den Grundsatz der Gleichbehandlung anzuwenden. Dem schlossen sich die Räte an.

Obwohl der Bauantrag nicht fristgerecht eingereicht worden war, behandelten sie anschließend den Neubau einer Hackschnitzelheizung mit Gerätehalle in der Gemarkung Gaißach. Sie soll ein Wohnhaus und ein Mietshaus beheizen. Eine landwirtschaftliche Gerätehalle wird abgerissen. Mit den für das Vorhaben erforderlichen Straßenquerungen wird eine Fachfirma beauftragt. Wenn die Straße wieder ordnungsgemäß asphaltiert und die Grunddienstbarkeiten auf Kosten des Antragstellers ins Grundbuch eingetragen werden, sah der Marktrat keine Gründe, die dagegen sprechen.

Bürgermeister Köller gab bekannt, dass im nichtöffentlichen Teil der Dezembersitzung der Planungsauftrag für die Neugestaltung des Dorfplatzes in Kürmreuth an das Büro Seuss Ingenieure GmbH in Amberg vergeben worden ist.

Themen aus der Dezember-Sitzung des Marktrats Königstein

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