Kötzersdorf bei Kemnath
12.04.2019 - 16:27 Uhr

Keine Hilfsgüter mehr nach Kroatien

Nur noch Kleidung und Geldspenden für Kroatienhilfe.

Diese Hilfslieferungen der Kroatienhilfe wird es in dieser Form nicht mehr geben. In Zukunft nehmen die Organisatoren nur noch Kleidung und Geld an. Bild: jzk
Diese Hilfslieferungen der Kroatienhilfe wird es in dieser Form nicht mehr geben. In Zukunft nehmen die Organisatoren nur noch Kleidung und Geld an.

(jzk) Nach mehr als 26 Jahren beendet die Kroatienhilfe Kemnath die praktische Arbeit mit den Hilfsgütern. Nach bisher 213 Lastzügen mit insgesamt über 4100 Tonnen wertvoller Hilfsgüter ist bald Schluss damit. Der 214. und letzte Transport wird Mitte Mai auf Reisen gehen. Klaus Fiebig und Josef Raps erklären in einem Gespräch, warum das so ist.

Die Arbeit mit den Hilfsgütern ist eine sehr schwere Arbeit. Auch die Leute der Kroatienhilfe werden immer älter. Ihre fleißigen und willigen Helfer tun sich immer schwerer mit dieser Arbeit. Auch wird es immer schwieriger, willige Helfer zu finden.

Fast noch wichtiger aber ist eigentlich noch der zweite Grund. "Der bosnische Zoll legt Hilfsorganisationen immer mehr Steine in den Weg", erzählt Klaus Fiebig. "Gefühlt werden fast täglich einfach die Zollvorschriften geändert. Der Zoll tut was er will. Was heute gilt, gilt morgen vielleicht schon nicht mehr. Das grenzt an Willkür und Schikane. Es ist kaum mehr möglich, einigermaßen korrekte Frachtpapiere zu erstellen."

Zudem habe der bosnische Zoll vergangenes Jahr neue Zollgebühren beschlossen. Diese betragen 28,7 Prozent vom Wert der Ladung. Diesen Wert legt der bosnische Zoll fest und nicht die Kroatienhilfe. So ist man auf Wohlwollen durch den Zoll angewiesen oder muss sich der Willkür beugen. Zuletzt hat die Kroatienhilfe pro Lkw knapp 1000 Euro für diese neue Zollgebühren bezahlen müssen. Die eigentlichen Transportkosten kommen da noch hinzu. So haben sich die Organisatoren der Kroatienhilfe schweren Herzens entschlossen, nach mehr als 26 Jahren die praktische Arbeit zu beenden.

Die Kroatienhilfe nimmt ab sofort keine Hilfsgüter (wie Möbel, Haushaltsgegenstände und so weiter) mehr an - nur noch gut erhaltene Kleidung in Säcken oder Kartons wird angenommen. Und auch das nur nach vorheriger Rücksprache mit Josef Raps, Telefon 09642/1316. Einen Teil ihrer Arbeit macht die Kroatienhilfe weiter: die Unterstützung von Alten-, Behinderten- und Kinderheimen. Die Organisatoren bitten weiterhin um Geldspenden, die zur Unterstützung von Alten-, Behinderten- und Kinderheimen verwendet werden. Viele solcher Heime sind den Kemnathern schon seit vielen Jahren ans Herz gewachsen. Die Not, die nach wie vor besteht, und die mangelnde staatliche Unterstützung solcher Heime ist für die Kroatienhilfe Grund genug, diesen Teil ihrer Arbeit weiter zu führen.

 
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