24.07.2020 - 15:52 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Kommentar: 21 Tote, keine Konsequenzen

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Das Loveparade-Unglück jährt sich zum zehnten Mal. Die Tragödie ist nicht ordentlich aufgearbeitet worden, findet Maria Oberleitner. Hinterbliebene und Traumatisierte haben auf ein Gerichtsurteil gehofft - doch der Prozess ist eingestellt.

Menschen stehen vor Kerzen an der Gedenkstätte. Vor dem 10. Jahrestag der Massenpanik bei der Loveparade, bei der 21 Menschen sterben, findet die «Nacht der 1000 Lichter» statt. Im stillen Gedenken an die Opfer des Loveparade-Unglücks zünden Menschen Kerzen an der Gedenkstätte und dem Tunnel an der Karl-Lehr-Straße am Vorabend des Jahrestages an.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil
Kommentar

Es ist erschütternd, dass das Unglück vom 24. Juli 2010 offenbar kurz davor ist, in Vergessenheit zu geraten. Der Gerichtsprozess ist nun schon seit gut zwei Monaten eingestellt - Aufklärung gibt es trotzdem keine. Man mag sich kaum vorstellen, wie elend sich Angehörige und Betroffene fühlen müssen. Sie oder ihre Liebsten wollten feiern - auf einem Gelände, das schlichtweg nicht für die Party geeignet war. Schon bei der Planung hätte eigentlich klar werden müssen: So darf dieses Event nicht stattfinden. Es gab genügend Stimmen, die vor der sich anbahnenden Katastrophe warnten. Niemand hat auf sie gehört.Und weil niemand, der etwas ändern hätte können, die Warnungen ernst nahm, mussten 21 Menschen sterben: Sie sind erdrückt worden. Hunderte wurden verletzt, waren oder sind traumatisiert. Konsequenzen? Keine. Stattdessen begannen die Verantwortlichen schnell, jede Schuld von sich zu weisen. Und einige derer, die am Tag des Unglücks und zuvor wichtige Entscheidungen getroffen haben, saßen nicht einmal auf der Anklagebank.

Hintergrund: Einstellung des Prozesses

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Zu Beginn des Prozesses wurde Aufklärung versprochen. Den Hinterbliebenen, den Eltern, den Freunden. Doch nun, nach zehn Jahren, ist klar geworden: Niemand wird zur Verantwortung gezogen werden. Die, die nur feiern wollten, sie müssen mit ihrem Trauma nun irgendwie anders fertig werden. Hinterbliebene müssen jetzt Frieden schließen damit, dass sie ihre Liebsten verloren haben - bei einem Vorfall, der bis heute nicht vollständig aufgeklärt ist.

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