23.07.2020 - 17:31 Uhr
MünchenOberpfalz

Kommentar zur Digitalisierung: Corona legt Defizite der Schulpolitik offen

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Wegen der Corona-Pandemie mussten die Schulen in Bayern plötzlich digital unterrichten. Das legte offen, wie weit die Versprechen in München und die Wirklichkeit auseinander klaffen, meint Alexander Pausch.

Kultusminister Michael Piazolo (links, Freie Wähler) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU verkünden nach dem Digitalisierungsgipfel die nächsten Schritte an den Schulen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Endlich macht die Staatsregierung ihre Hausaufgaben, um die Digitalisierung an den Schulen voranzubringen. Schnelle Internetanbindungen für die Schulen, getrenntes W-Lan für Lehrer und Schüler im Schulhaus, eine funktionsfähige IT-Infrastruktur und standardisierte Softwarelösungen sowie eine Bayern-Cloud sind grundlegende Voraussetzungen. Dazu gehört auch, dass sich Systemadministratoren und nicht die Lehrer um die IT kümmern. Es ist in der Tat nicht Aufgabe der Pädagogen, "unter dem Tisch irgendwelche Kabel zusammenstöpseln", wie die bayerische Lehrerverbandschefin Simone Fleischmann sagt. Auch wenn die beauftragten Lehrer die Schul-IT mit viel Leidenschaft pflegen.

Die Digitalisierung verändert das gesamte Leben. Entsprechend verändern sich die Prozesse des Lernens. Dazu müssen Lehrpläne und Konzepte wo nötig überarbeitet werden - und die Lehrer mitgenommen werden. Ohne Weiterbildung gelingt dies nicht. Vor allem würde es helfen, wenn die Darstellung des Kultusministeriums nicht mehr so weit von der Schul-Wirklichkeit entfernt wäre. Bitter ist, dass es die Corona-Pandemie gebraucht hat, bis auch in München erkannt wurde, was die Ankündigungen der Vergangenheit wert sind. Nämlich nichts.

Digitalgipfel

München
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