03.11.2019 - 10:49 Uhr
Kondrau bei WaldsassenOberpfalz

Zwischenfrucht reduziert Oberflächenwasser

In Kooperation mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz läuft seit Jahresbeginn in Kondrau und Konnersreuth jeweils ein Projekt mit dem Titel "boden:ständig".

Die Teilnehmer der Feldbegehung anlässlich des "boden:ständig"-Projekts in Kondrau zusammen mit Bürgermeister Bernd Sommer (Mitte).
von Externer BeitragProfil

Damit sollen die Ortschaften vor wild abfließendem Oberflächenwasser nach Starkregenereignissen geschützt werden.

Durch gezielte Anpassung der pflanzenbaulichen Betriebsweise, zum Beispiel durch Zwischenfruchtanbau und Mulchsaat, können Landwirte einen Beitrag zur Minderung von Bodenerosion leisten. Kürzlich veranstaltete das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth zusammen mit dem Erzeugerring Oberpfalz eine Felderbegehung in Kondrau, um die Vorteile verschiedener Zwischenfrüchte zu erläutern.

Nach der Begrüßung der rund zehn Gäste durch Stefan Haupt vom Amt für ländliche Entwicklung Oberpfalz führte Fachberater Ludwig Peter vom Erzeugerring Oberpfalz durch die sechs Versuchsparzellen auf den Flächen des Landwirts Riedl. Die Pflanzen binden Nährstoffe, verbessern die Bodenstruktur und reduzieren die Erodierbarkeit des Bodens. Diese Eigenschaften sind in Abhängigkeit von der Sorte unterschiedlich ausgeprägt. "Besonders im Hinblick auf die Verschleppung von Krankheitserregern und Schädlingen muss der Landwirt eine geeignete Zwischenfruchtmischung ausbringen", ergänzte der DSV-Anbauberater Jakob Schneidmiller.

Mit dem Regensimulator illustrierte Michael Lukas vom Fachzentrum Agrarökologie die Wasseraufnahmefähigkeit von unterschiedlichen Böden nach einem Starkregenereignis. Beim gepflügten Acker waren schnell die Poren verschlämmt und das Wasser floss zusammen mit der Feinerde oberflächlich ab. Dagegen nahm ein mit Zwischenfrüchten bestellter Boden das Wasser gut auf und leitete es nach unten weiter. Dadurch wurde der Anteil des Oberflächenwassers deutlich reduziert und Erdmaterial wurde von den Pflanzenstängeln zurück gehalten. Das Wasser war deutlich klarer als bei der gepflügten Variante.

"Im Anschluss diskutierten die Landwirte ihre persönlichen Erfahrungen mit den anwesenden Fachberatern und konnten wertvolle Anregungen für den eigenen Betrieb mit nach Hause nehmen", heißt in der Pressemitteilung.

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