Einen schriftlichen Antrag hatte die SPD-Fraktion zur jüngsten Marktratssitzung am Donnerstag eingebracht. Sie forderte, einen Grundsatzbeschluss zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung in der Marktgemeinde zu fassen. Ziel sollte es nach Ansicht der SPD sein, eine geeignete barrierefrei zugängliche Immobilie zu erwerben, um diese dann einem Allgemeinmediziner für die Eröffnung einer Praxis zur Verfügung zu stellen. Zudem sollte für einen möglichen Interessenten geeigneter und angemessener Wohnraum vorhanden sein.
Selbst aktiv werden
SPD-Sprecher Wolfgang Pötzl machte deutlich, dass die hausärztliche Versorgung auch zukünftig gewährleistet sein müsse. Er wisse, dass sich die Leute eine Auseinandersetzung mit diesem Thema wünschten. Auch der Kreistag habe sich jüngst mit dieser Thematik befasst. Nach Ansicht Pötzls müsse eine Kommune selbst aktiv werden, wenn die ärztliche Grundversorgung weiter gesichert sein soll.
"Hausärzte in benachbarten Orten haben volle Patientenkarteien und haben deshalb Aufnahmestopps verhängt."
Weiter heißt es in dem Antrag: „Die derzeit in Konnersreuth vorherrschende Situation der medizinischen Grundversorgung, insbesondere hinsichtlich der Lage, der Erreichbarkeit und der Möglichkeit zur Entwicklung eines intensiven Arzt-Patienten-Verhältnisses, ist nicht zufriedenstellend.“ Viele Bürger müssten für den Besuch beim Hausarzt weite Wege in Kauf nehmen. „Hausärzte in benachbarten Orten haben volle Patientenkarteien und haben daher Aufnahmestopps verhängt“, beklagte Pötzl. Der Grundsatzbeschluss solle dabei helfen, die hausärztliche Grundversorgung an einem zentral gelegenen Ort sicherzustellen. Pötzl ergänzte, dass mit dem Grundsatzbeschluss keine zeitliche Bindung und keine „persönliche Beauftragung“ verbunden sei.
Bürgermeister Max Bindl hatte keine Einwände gegen einen solchen Beschluss. Ob er umgesetzt werden kann, müsse sich zeigen. „Es wird wohl ein längerer Prozess werden“, so Bindl. Reinhard Wurm nannte den Antrag plausibel und nachvollziehbar.
"Dieser Antrag bringt uns keinen Schritt weiter."
Praxis vorhanden
Andreas Malzer (CSU) erinnerte daran, dass es vor Ort eine Hausarztpraxis gebe, die an vier Tagen geöffnet ist und wo Dr. Heinz Eschlwöch aus Arzberg an einem Tag in der Woche auch persönlich anzutreffen ist. Seiner Ansicht nach sei Konnersreuth damit gut versorgt. „Und was die Zukunft bringt, kann heute noch niemand sagen“, so Malzer. Uwe Rosner (CSU) verwies ebenfalls auf die Praxis im Steinwiesenweg und sagte, dass auch die Nachfolge schon geregelt sei. Weiter wolle Rosner wissen, ob die SPD mit der Arztpraxis von Dr. Eschlwöch überhaupt Kontakt aufgenommen habe.
Signal an Interessenten
Wolfgang Pötzl erwiderte, dass der Antrag nicht als Kritik an der derzeitigen Situation verstanden werden sollte. Vielmehr wolle man den Blick in die Zukunft richten. Edgar Wenisch (SPD) warf ein: „Meiner Ansicht nach sind die ärztliche Versorgung und der Standort der Praxis in Konnersreuth nicht optimal. Eine Praxis sollte zentraler im Ort liegen.“ Viele Konnersreuther hätten ihm zugetragen, dass sie in keiner Hausarztpraxis aufgenommen würden. „Der Antrag soll ein Schritt in die Zukunft sein und zeigen, dass ein Arzt in der Marktgemeinde willkommen ist“, so Wenisch weiter.
Siegfried Schiml (Freie Wähler) hielt dem entgegen: „Dieser Antrag bringt uns keinen Schritt weiter.“ Ein grundsätzliches Problem im ländlichen Raum seien die von der großen Politik eingeführten Fallpauschalen.
Im Anschluss ließ Bürgermeister Max Bindl über den SPD-Antrag abstimmen. Eine große fraktionsübergreifende Mehrheit stimmte mit Ja, lediglich Siegfried Schiml und Edwin Pfohl (beide Freie Wähler) votierten mit Nein.
















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