30.06.2021 - 16:01 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Aufatmen nach Unwetter in Konnersreuth

Erste Videos und Bilder ließen Schlimmes befürchten, so mancher Konnersreuther fühlte sich beim schweren Unwetter am Dienstagabend an die Geschehnisse von 2018 erinnert. Doch am Ende konnten die Bürger in der Marktgemeinde aufatmen.

Ohne Folgen blieb der Starkregen vom Dienstagabend für den Schafferhof, wo am Sonntag die weltliche Feier zur Primiz von Bastian Neumann stattfinden soll. In der Vergangenheit war das Areal wiederholt überflutet worden.
von Josef RosnerProfil

Die Starkregenereignisse mit schweren Schäden im Jahr 2018 kommen immer wieder in Erinnerung, wenn sich Unwetter über Konnersreuth entladen. Am Dienstag setzte im Zuge eines Gewitters heftiger Regen ein, bald tauchten Videos und Bilder von Wassermassen auf den Straßen auf. Doch es kam nicht zur Eskalation, größere Schäden blieben aus. Trocken blieb auch das Schafferhof-Areal, das in der Vergangenheit wiederholt überflutet wurde.

Stefan Kreuzer, Kommandant der Feuerwehr Konnersreuth, berichtete zwar von einigen Einsätzen, zu denen insgesamt 25 Aktive ausrückten. "Aber es war nichts Schwerwiegendes dabei." In einige Keller war Wasser eingedrungen, doch beim Eintreffen der Einsatzkräfte sei es zumeist schon wieder abgelaufen gewesen. "Wir haben auf den Straßen abgebrochene Äste und Zweige und das Willkommensbanner für unseren Neupriester vorsorglich entfernt", sagte Kreuzer. Ihren Zweck erfüllt hätten die neu gestalteten Entwässerungsgräben im Osten der Marktgemeinde, so Kreuzer. "War waren rund 90 Minuten im Einsatz, bei unseren Rundfahrten ist uns nichts Besonderes aufgefallen", lautete sein Resümee.

Rund 40 Liter pro Quadratmeter habe es geregnet, wie ein Landwirt berichtete. "So viel, wie bei einem starken Gewitterregen zu erwarten ist", meinte er. Eine Anliegerin am Pfarrer-Naber-Platz erklärte, dass es zwar starke Regenfällen gewesen seien, "aber es war bei weitem nicht so schlimm, wie es schon einmal war". Auch sie war der Ansicht, dass sich die Schutzmaßnahmen wieder bewährt hätten, vor allem die groß dimensionierten Wassergräben am Ortsrand.

"Glimpflich davongekommen"

Uwe Rosner, Vorsitzender des Schafferhof-Fördervereins und Organisator der Primiz-Feierlichkeiten, zeigte sich erleichtert: "Wir sind noch einmal glimpflich davongekommen." Das Areal, in dem die weltliche Feier zur Primiz von Bastian Neumann steigen soll, blieb verschont. Die Schutzvorkehrungen hätten gegriffen, so Rosner. Es fehle aber noch der spezielle Hochwasserschutz im Eingangsbereich. "Ich werde heute noch den Architekten anrufen, so dass das unverzüglich gemacht wird", kündigte Rosner an.

"Das Wasser kam wieder aus der Flur, aber es war deutlich weniger und vor allem mit weniger Bodenabtrag, so dass keine dickflüssige Schlammbrühe durch den Ort geflossen ist", erklärte Zweiter Bürgermeister Stefan Siller. Andere Orte in der Oberpfalz und in Oberfranken hätten aber im Vergleich noch viel mehr Regen abbekommen.

Der neue Graben im Nordwesten habe laut Siller viel Wasser zurückgehalten und gewaltige Massen nach Westen ins neue Regenrückhaltebecken geleitet. Auch das neue Becken im Osten von Konnersreuth habe gut funktioniert. Dies gelte auch für weitere Schutzmaßnahmen, speziell beim Schafferhof. Erfreut zeigte sich Siller, dass die meisten Landwirte verantwortungsbewusst gehandelt und durch eine geschickte Bewirtschaftung der Felder ihren Beitrag geleistet hätten. Kritisch bewertete Siller allerdings die Situation nahe des Wasserbehälters Lehenbühl: "Dort sind von den Maisfeldern her große Mengen Richtung Grün und Richtung Konnersreuth gelaufen."

Baumaßnahmen und Eigenschutz

Der Zweite Bürgermeister betonte, dass weitere bauliche Maßnahmen geplant seien und man weiter auf die verantwortungsbewusste Bewirtschaftung von Feldern setze. Aber auch Hauseigentümer seien beim Eigenschutz gefragt, nicht zuletzt durch den Abschluss von Elementarversicherungen. Siller warnte: "Falls Konnersreuth wieder einmal einer sogenannten ,Superzelle' in einem extremen Starkregengewitter ausgesetzt ist und teilweise 75 bis 80 Liter in kürzester Zeit niederschlagen, wird der Markt nicht in der Lage sein, die Ableitung des ,wilden Wassers' aus der Flur zu bewältigen." Diese extremen und punktuellen Ereignisse seien nicht berechenbar und auch nicht beherrschbar. "Die gefassten und geplanten Maßnahmen können die Auswirkungen solcher Extremereignisse lediglich abmildern."

Unwetter sucht die Oberpfalz heim

Weiden in der Oberpfalz
Anwohner am Pfarrer-Naber-Platz rüsteten sich mit eigenen Schutzmaßnahmen gegen Wassermassen.
Dieser groß dimensionierte Wassergraben am Ortsrand der Marktgemeinde leistete gute Dienste.
Von diesem Feldweg floss viel Wasser in die eigens errichteten Wassergräben, ein Leitungsrohr wurde zum Teil freigespült
Ein Maisfeld am Ortsrand der Marktgemeinde. Glücklicherweise hielt sich der Starkregen in Grenzen.

"Falls Konnersreuth wieder einmal einer sogenannten ,Superzelle' in einem extremen Starkregengewitter ausgesetzt ist und teilweise 75 bis 80 Liter in kürzester Zeit niederschlagen, wird der Markt nicht in der Lage sein, die Ableitung des ,wilden Wassers' aus der Flur zu bewältigen."

Zweiter Bürgermeister Stefan Siller

 

 

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