(kro) Rainer Gradl ist ein Mann der klaren Worte. Seit 2003 kämpfe er in seinem Haus am Steinwiesenweg mit dem Wasser, sagte er bei der Bürgerversammlung. Seit 2003 wisse dies die Gemeinde, doch passiert sei bisher noch gar nichts, "Konnersreuth hat ein Hochwasserproblem seit 2003 und nicht erst seit 2017." Als er dies moniert habe, sei ihm nur gesagt worden, er solle sich um eine Elementarversicherung kümmern. Dabei sei die Gemeinde für den vorbeugenden Hochwasserschutz verantwortlich. Er forderte eine verbessertes Entwässerungskonzept. Für Smartphones gebe es von Zeit zu Zeit Updates. "Dies muss auch für den Abwasserbereich gelten."
Weiter übte Gradl Kritik an der Marktgemeinde, denn bisher sei noch keiner zu ihm gekommen und habe die Schäden besichtigt. So ganz nebenbei bemerkte er auch noch die Tatsache, dass er den Steinwiesenweg nach dem Unwetter mit seinen Maschinen selbst gerichtet habe. Gradl frustriert: "Was ist das für eine Lebensqualität, wenn ich morgen raus fahre und ich abends nicht weiß, ob ich obdachlos bin?"
Thomas Reiter monierte eine desaströse Informationspolitik der Marktgemeinde. Diese müsse verbessert werden. Außerdem sei das Regenüberlaufbecken viel zu klein und laufe über. Seit 2002 kritisiere er dies. Dies wisse auch die Marktgemeinde. Er könne dies alles schriftlich belegen. "Hat das Ingenieurbüro Abwasserprogramme? Haben sie ein Konzept gegen Hochwasser? Wenn es dieses Büro nicht kann, dann nehmt halt ein anderes!" Sein Appell an die Gemeinde: "Geht doch hin zu den einzelnen Leuten und fragt, was könnte man besser machen." Jeder habe sicherlich Ideen. "Sprecht mit den Leuten. Oder habt ihr Angst?"
Marktrat Edgar Wenisch forderte, dass die Ursache für die Überschwemmungen angegangen werden müssten. Dass in der Flur Grünstreifen angelegt worden seien, stimme einfach nicht. Es wäre seine Idee gewesen, das Wasser in den Wald ablaufen zu lassen. Dies habe der Marktrat damals jedoch abgelehnt.
Dass der Schafferhof volllaufen werde, habe er, Wenisch, schon vor Jahren gesagt. Damals sei er beschimpft worden. Wenn man den Schafferhof nun abdichte, lenke man das Wasser automatisch zu den Nachbarn, so der Marktrat. Auch Hausbesitzer stünden in der Verantwortung. Eine Hausbesitzerin monierte, dass es früher in der Wiesenstraße nie Hochwasser gegeben habe, erst mit dem Bau eines neuen Kanals sei dies so. Robert Kutzer sagte: "Merkt ihr nicht, die Leute haben Angst, Angst vor dem nächsten Regen. Überall liegen Sandsäcke und private Bagger sind unterwegs." Er forderte die Gemeinde auf, eine vorsorgliche Planung zu erstellen. Zudem stellte er fest, dass das Regenrückhaltebecken, dass er beim Bau seiner neuen Produktionsstätte bauen musste, wesentlich größer sei, als die Regenrückhaltebecken der Gemeinde. Patrick Kutzer zweifelte die Berechnungen des Ingenieurbüros an. "Im Gemeinderat wird alles durchgenickt."
Konnersreuth
17.06.2018 - 12:49 Uhr
Betroffene melden sich zu Wort
von Konrad Rosner
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