09.02.2020 - 13:14 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Energetische Signale für Konnersreuth

"Selbstständig handeln, transparent kommunizieren und fortschrittlich agieren“: So lautet das Motto der SPD in der Marktgemeinde zur Wahl im März. Bürgermeisterkandidat Wolfgang Pötzl stellte das Programm vor. Auch eine Wortmeldung gab es.

Etwa 40 Zuhörer waren in den Schaumberger-Saal gekommen, um die Vorstellungen der SPD Konnersreuth aus erster Hand zu erfahren. Als Gastredner war Backhauschef Patrick Kutzer (links) dabei, rechts im Bild SPD-Ortsvorsitzender Markus Wenisch.
von Josef RosnerProfil

Zu dem Treffen im Schaumberger-Saal waren etwa 40 Zuhörer waren gekommen, um sich aus erster Hand zu informieren. Gekommen war auch eine starke Abordnung der Freien Wähler. Pötzl machte deutlich, dass er sich Windenergie in der Marktgemeinde durchaus vorstellen kann. Die Überraschung war der Gastredner: Patrick Kutzer, Geschäftsführer des gleichnamigen Backhauses.

36 Jahre alt ist SPD-Bürgermeisterkandidat Wolfgang Pötzl, er sitzt seit sechs Jahren im Marktrat und sieht für sich durchaus Chancen. Pötzl will bei einem Erfolg auf jeden Fall energetische Signale setzen. "Ich werde dafür sorgen, dass mit der Umwelt sorgsam umgegangen wird".

Bauplätze und Gartengrundstücke

Neben der Windkraft nannte der Sprecher die Unterstützung für den Bau von Nahwärmenetzen und Photovoltaikanlagen. Gleichwohl setzt er sich für Bürgerbeteiligung ein, damit alle davon profitieren. Dagegen ist für Pötzl klar, dass der Süd-Ost-Link kommen wird. Erneut rief Pötzl zu mehr Mut zur Veränderung auf. Weitere Themen waren Bildung, Jugend, Familie und Wohnen: Pötzl will die Voraussetzungen schaffen, dass mehr junge Familien nach Konnersreuth ziehen und hier heimisch werden. Erreichen will er dies mit bezahlbarem Wohnraum sowie mit der Sicherung des Standortes für das Kinderhaus und der Grundschule. "Wir brauchen bebaubare Bauplätze und die Ausweisung von Gartengrundstücken. Es gibt bei uns einen hohen Bedarf an Mietwohnungen". Attraktiver gestaltet werden sollen die Spielplätze und der Badeweiher. Dazu brauche es leistungsfähige Vereine; alle am Entscheidungsprozess Beteiligten in der Marktgemeinde müssten einbezogen werden.

Marktplatz der Generationen

Pötzl brachte erneut eine höhere Förderung für die Vereine ins Gespräch, die ehrenamtliche Jugendarbeit leisten. Der Sprecher wünschte sich eine bessere Zusammenarbeit zwischen Marktgemeinde und Schulleitung. "Es kann nicht sein, dass der Bürgermeister über den Kopf der Schulleitung hinweg entscheidet, ohne das diese etwas weiß." Beim Themenkomplex "Arbeitsplätze und die Wirtschaft" sah Pötzl in der Erhöhung der Hebesätze den falschen Ansatz. Der Markt benötige genügend Gewerbeflächen, und bei Betriebserweiterungen müssten Bürgermeister und Verwaltung sofort ihre Unterstützung anbieten. "Die müssen sich mehr als Dienstleister verstehen." Weiterer Wunsch von Pötzl war, ein Ausbildungs- und Arbeitsplatzportal auf der gemeindlichen Homepage zu schaffen. Nicht fehlen durfte der Hinweis auf generationenübergreifendes Wohnen und die Inklusion. Pötzl sah als Vision sogar einen "Marktplatz der Generationen". Deshalb auch sein Wunsch nach mehr Barrierefreiheit bei Fußwegen, Bürgersteigen und Haltestellen. Ausbauen will Pötzl bei einem Amtsantritt die Bürgerbeteiligung und Bürgerinformationen. "Wir brauchen einen vitalen Austausch von Bürgern und der Politik". Pötzl will die gemeindliche Internetseite attraktiver gestalten und ein eigenes Bürgerblatt herausbringen.

Defibrillatoren in jeder Ortschaft

Pötzl kündigte weiter an, einen eigenen Bürgerrat zu installieren, der dem Marktrat bei Projekten zuarbeitet. Moderne Medien sollten mehr genutzt werden, so Pötzl, der dabei auf den Youtube-Kanal der SPD-Konnersreuth verwies.

Wichtig war Pötzl, Schutzmaßnahmen gegen Überschwemmungen, Brände und andere Katastrophen zu ergreifen. "Diese Gefahren zu verhindern oder zumindest einzudämmen, muss oberste Priorität haben." Pötzl sprach sich dafür aus, die Feuerwehren vor Ort mit entsprechenden Gerätschaften auszustatten. Eine weitere Forderung war die Anschaffung von Defibrillatoren für alle Orte. Im Anschluss stellte Pötzl alle 16 Kandidaten vor.

SPD-Bürgermeisterkandidat Wolfgang Pötzl stellte am Freitagabend sein Wahlprogramm für die kommenden sechs Jahre vor. Der 36-jährige will der erste SPD-Bürgermeister in Konnersreuth werden.
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Kein Platz für parteipolitisches Geplänkel

(jr) Gastredner Patrick Kutzer freute sich über die Möglichkeit, sein Unternehmen und die Wünsche vorzustellen und dankte den Konnersreuther Genossen. Sie wüssten, was für Unternehmen vor Ort wichtig sei. Kutzer wünschte sich, dass die Rahmenbedingungen für Unternehmen anpasst werden. Wer Gewerbe im Ort halten oder neues ansiedeln wolle, der müsse aktiv werden. "Da ist kein Platz für parteipolitisches Geplänkel." Denn Gewerbetreibende seien es, die Arbeitsplätze schaffen und die Einwohnerzahl stabilisieren könnten. Kutzer nannte dabei als Beispiel das Backhaus. Viele Mitarbeiter seien in den vergangenen Jahren nach Konnersreuth gezogen.

Kutzer unterstrich auch die Arbeit der vielen aktiven Vereine, die aber ohne Unterstützung der Unternehmen in dieser Form wohl nicht möglich wäre. Kutzer stellte die vielen Berufsbilder in seinem Unternehmen vor - Bäcker, Konditoren und weitere hochqualitative Arbeitsplätze. "Wir bieten sogar ein duales Studium an", sagte Kutzer. Ohne Ehrgeiz und Zielstrebigkeit sei es schwierig, ein Unternehmen zu führen. Weiter setzte sich Kutzer dafür ein, mehr das Positive in Konnersreuth herauszustellen und wünschte sich zum Schluss, dass "Unternehmer mehr in die Entwicklung unserer Marktgemeinde mit eingebunden werden".

Im Blickpunkt:

Schafferhof: Defizit möglichst gering halten

Zum Schluss gab es nur eine Wortmeldung durch Thomas Wenisch. Er hatte genau nachgerechnet und festgestellt, dass die SPD in der Vergangenheit Investitionen in Konnersreuth von rund elf Millionen Euro immer abgelehnt hat. Dank der Markträte der anderen Fraktionen seien die Vorhaben dennoch verwirklicht worden. "Ihr habt doch alle wichtigen städtebaulichen Projekte abgelehnt", schimpfte Wenisch. "Wie verhältst du dich in der Verantwortung als möglicher Bürgermeister", fragte der Redner. Pötzl sagte dazu: "Der Schafferhof ist jetzt da. Wir müssen versuchen, das Defizit so gering wie möglich zu halten. Mit der Schaffung erneuerbaren Energien wäre dies problemlos zu schaffen gewesen", verwies Pötzl auf einen früheren SPD-Antrag. Dass die SPD weiter einen Förderantrag für den Ausbau der Spielplätze abgelehnt hat, nannte Pötzl nur konsequent. Schließlich habe der Marktrat zunächst eine höhere Förderung, wie von der SPD gewünscht, für die gemeindlichen Spielplätze abgelehnt. "Wir arbeiten immer konsequent", so Pötzl über sich und über die SPD. (jr)

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