16.02.2020 - 12:33 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Für bürgernahe und sachliche Politik

Bürgermeister Max Bindl zeigte am Samstagabend auf, was die Freien Wähler unter seiner Führung in den kommenden sechs Jahren in Konnersreuth anpacken wollen. Mit kritischen Worten ins Visier nahm er dabei einen seiner beiden Mitbewerber.

Etwa 30 Zuhörer waren am Samstagabend zur Wahlveranstaltung der Freien Wähler in den Schaumberger-Saal gekommen.
von Josef RosnerProfil

Gut 30 Zuhörer waren zur Wahlveranstaltung in den Schaumberger-Saal gekommen, darunter auch einige Kandidaten des SPD-Ortsvereins. Entschuldigt hatten sich dagegen mehrere Kandidaten aus den eigenen Reihen.

Bürgermeister Max Bindl übernahm eingangs selbst die Vorstellung der Freien-Wähler-Kandidaten, auf persönliche Präsentationen wurde aber verzichtet. Seine Amtszeit verglich Bindl mit einer Bergwanderung. Seine Devise dabei: "Nicht ausruhen auf dem bereits Erreichten, das Gipfelkreuz fest im Blick behalten, die Wanderschuhe schnüren und immer trittsicheren Untergrund schaffen." Noch liege vieles auf dem Weg, das angepackt und umgesetzt werden müsse.

Keine "Nebenkriegsschauplätze"

"Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche und nicht auf plakative Reden. Wir brauchen uns nicht zu verstecken", betonte Bindl und versicherte: "Ich habe mich noch nie verbiegen lassen und ich werde mich auch nicht verbiegen lassen. Ich kann auf jeden Fall noch jeden Morgen in den Spiegel schauen." Gemeinsames Ziel aller müsse es sein, Konnersreuth lebens- und liebenswert zu erhalten. Er wolle auch weiter für eine sachliche, bürgernahe und verständliche Kommunalpolitik sorgen. Auf "Nebenkriegsschauplätze" würden sich die Freien Wähler nicht einlassen, so Bindl. Nachdenklich stimme es ihn, wenn Energie vornehmlich dazu gebündelt werde, um Schwächen eines Bürgermeisters aufzuzeigen. "Man sollte sich fairerweise auch damit befassen, was sich in Konnersreuth alles positiv verändert hat."

Wissen und Führungserfahrung

Bindl verwies auf diverse Entwicklungen und Projekte, darunter der Breitbandausbau, die energetische Sanierung der gemeindlichen Liegenschaften, die Schaffung eines Nahwärmenetzes, die Haushaltskonsolidierung mit Schuldenreduzierung, Schutzmaßnahmen gegen Starkregenereignisse und die Inanspruchnahme von Fördergeldern. Bindl erinnerte daran, dass er schon seit 30 Jahren in der Kommunalpolitik tätig sei. "Ich glaube, dass ich mir in dieser Zeit genügend Wissen und Führungserfahrung aneignen konnte. Dazu bin ich seit 45 Jahren im öffentlichen Dienst tätig, davon 20 Jahre als Personalratsvorsitzender am Landratsamt."

In einem Ausblick auf die nächsten Jahre nannte Bindl unter anderem die Sanierung von Verkehrswegen, die energetische Sanierung des Rathauses, die Inbetriebnahme des Info- und Begegnungszentrums Schafferhof, weitere Maßnahmen zum Hochwasserschutz, die enge Zusammenarbeit mit der Ikom Stiftland, die Fortführung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek), die Beseitigung von Leerständen, die Förderung des Wohnungsbaus, den Ausbau von Radwegen und die Umsetzung des Kernwegenetzes. Bindl bedauerte, dass vieles von dem, was geschaffen wurde, häufig außer Acht gelassen werde. "Wenn alles so falsch und nicht zukunftsorientiert gewesen wäre, wie es momentan publiziert wird, hätte man diesen Anträgen nicht zustimmen dürfen", bemerkte Bindl. Das Leitbild für Konnersreuth müsse sein, sich gemeinsam auf den Weg zu machen, gemeinsam Dinge anzupacken und zu bewältigen und am Ende das Geschaffene als Projekt aller zu sehen.

Um Richtigstellung gebeten

Ausführlich nahm Max Bindl Stellung zu Aussagen in der CSU-Wahlveranstaltung in der vergangenen Woche (wir berichteten). Es sei schon sehr dreist, wenn der Bürgermeisterkandidat der CSU von sich behaupte, maßgeblich für den Erhalt des Schulstandorts gesorgt zu haben. "Das ist schlicht und einfach unwahr", betonte Bindl. Schulamtsdirektor Rudolf Kunz habe sich bei ihm gemeldet und darum gebeten, diese Darstellung, die "vorne und hinten nicht der Wahrheit entspricht", richtig zu stellen.

Auf dem kleinen Dienstweg

"Fakt ist", so Bindl, "dass der Schulstandort Konnersreuth nie zur Debatte stand." Es habe zwar Überlegungen zur Schaffung eines Verbunds mit einer anderen Kommune gegeben, aber diese seien verworfen worden, weil die Voraussetzungen für einen eigenen Schulstandort weiter gegeben seien. Deshalb sei in Absprache zwischen Schulamt und der Regierung die Rektorenstelle neu ausgeschrieben worden. Bindl wörtlich: "Dazu brauchte es kein Vorstelligwerden am Schulamt, das Ganze wurde auf dem kleinen Dienstweg besprochen. Da kommen mir meine Netzwerke zugute."

Kritik übte Max Bindl auch an der Aussage von Andreas Malzer, wonach dieser erfolgreich wegen Problemen einer Firma mit der Lieferzufahrt interveniert habe. Laut Bindl gab es ein Gespräch zwischen dem Gewerbetreibenden und der Verwaltung, bei dem das Problem unbürokratisch aus der Welt geschafft worden. "Herr Malzer hat lediglich nachgefragt in der Verwaltung, ansonsten gab es keine Beteiligung", so Bindl.

Der Bürgermeister, der den Einsatz für die Gemeinde als "Herzensangelegenheit" bezeichnete, nannte am Ende noch weitere Ziele. Dazu zählen der Ausbau des schnellen Breitbands, der Erwerb von Grundstücken für Gewerbe-Ansiedlungen, die Förderung von Inklusion, Tourismus und nachhaltiger Energienutzung, der Erhalt der Infrastruktur und der Grundversorgung, die Überarbeitung der gemeindlichen Homepage und die Organisation des Betriebs im Schafferhof.

Klage gegen die Gemeinde

Die einzige Wortmeldung aus den Reihen der Zuhörer kam von Barbara Wenisch. Sie verwies auf Gerüchte über eine Klage gegen die Gemeinde und wollte wissen, ob man abgesichert sei. Max Bindl bestätigte, dass es einen solchen Vorgang gebe. Es gehe um wild abfließendes Wasser, weitere Angaben könne er aber nicht machen, weil es sich um ein laufendes Verfahren handle. Finanziell werde der Marktgemeinde wegen ihrer Rechtsschutzversicherung aber kein Schaden entstehen.

Landratskandidat Ely Eibisch forderte die Freien Wähler zu mehr Selbstbewusstsein auf: "Tue Gutes und rede darüber." Er verwies auf seine 22-jährige Tätigkeit in der Kommunalpolitik und betonte, dass er die Arbeit von Wolfgang Lippert fortsetzen wolle. Eibisch bezeichnete die geplante Süd-Ost-Link-Trasse als Desaster für die Landwirtschaft und forderte vehement eine Verlegung entlang der Autobahn.

Bürgermeister Max Bindl.
Bürgermeister Max Bindl.
Landratskandidat Ely Eibisch.
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