27.07.2020 - 10:26 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Keine Fischmärkte im Schafferhof in Konnersreuth

Einigkeit herrschte jetzt im Marktgemeinderat über den barrierefreien Teilausbau des Waldbesinnungspfades "Resl von Konnersreuth". Beim Thema Schafferhof gingen die Meinungen aber auseinander.

Den Bereich unter der Remise im Innenhof des Schafferhof-Anwesens (rechts) wollte der Teich- und Fischereiverein für zwei Fischmärkte im Oktober und vor Weihnachten nutzen. Der von der CSU eingebrachte Antrag wurde jedoch mit den Stimmen der Freien Wähler und der SPD abgelehnt.
von Josef RosnerProfil

Darf ein Bereich des Innenhofs auf des Schafferhof-Anwesens schon vor der Fertigstellung des Projekts genutzt werden? Über diese Frage wurde in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates rege diskutiert. Eingebracht hatte einen entsprechenden Antrag die CSU-Fraktion. Konkret geht es um zwei geplante Fischmärkte des Teich- und Fischereivereins - im Oktober und kurz vor Weihnachten. Weil ein Anwesen am Pfarrer-Naber-Platz dafür nicht mehr zur Verfügung steht, kam die Überlegung auf, ob dafür der Bereich unter der Remise im Innenhof des Schafferhof-Areals genutzt werden könnte.

Uwe Rosner (CSU) machte deutlich, dass der Teich- und Fischereivereins einen neuen Veranstaltungsort für die gut besuchten Fischmärkte suche. Bei der jetzigen Anfrage gehe es aber allein um diese beiden Termine im Oktober und kurz vor Weihnachten - und auch nur um den Bereich unter der Remise, erklärte Rosner und bat um Unterstützung für den Verein.

Ein Thema im Marktgemeinderat waren auch die Kinderhausgebühren

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Bürgermeister Max Bindl führte haftungsrechtliche Bedenken an, weil der Schafferhof zu großen Teilen noch eine Baustelle sei und die Endabnahme noch fehle. "Ich hätte Bauchschmerzen bei einer Freigabe", bemerkte Bindl. Auch Reinhard Wurm (Freie Wähler) sprach sich gegen eine vorzeitige Freigabe aus. Andreas Malzer (CSU) bat dagegen um Unterstützung für den Verein. Die noch nicht erfolgte Endabnahme des Schafferhofs sei kein Grund, die Freigabe für die Märkte zu verwehren. Bereiche, die nicht mitgenutzt werden, könnten laut Malzer einfach abgesperrt werden.

Noch keine Nutzungsordnung vorhanden

Siegfried Schiml (Freie Wähler) sah eine Nutzung vor der offiziellen Freigabe kritisch. Markus Konrad (Freie Wähler) brachte als Notlösung seine Halle im Grüner Weg ins Gespräch. Diese könne er dem Verein zur Verfügung stellen, "wenn es nur die zwei Veranstaltungen sind". Edgar Wenisch lehnte das Ansinnen ab: "Der Schafferhof ist noch nicht fertig und deshalb auch nicht nutzbar." Weiter kritisierte er formale Aspekte des Antrags. Markus Troesch (Marktverwaltung) bewertete eine vorgezogene Nutzung als problematisch, da noch nicht einmal eine Nutzungsordnung für das Areal vorhanden sei. Mit 8:5 Stimmen hat die Mehrheit des Gremiums den CSU-Antrag schließlich abgelehnt. Der Teich- und Fischereiverein wurde aufgefordert, das Gespräch mit Markus Konrad zu suchen.

Inge Härtl (CSU) wollte im weiteren Verlauf der Sitzung wissen, ob die Frauen-Union für ihr 25-jähriges Jubiläum im Juni kommenden Jahres den Schafferhof nützen könne. Bis dahin, so Markus Troesch, sollte die Nutzungsordnung stehen.

Im Marktgemeinderat ging es auch um das Reslhaus und eine neue Freischankfläche

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Den gemeindlichen Höchstbetrag von 5000 Euro erhält der Konnersreuther Ring für den barrierefreien Teilausbau des Waldbesinnungspfads "Resl von Konnersreuth". Die Verwaltung und die Freien Wähler hatten zunächst vorgeschlagen, 3000 Euro zur Verfügung zu stellen. Die Fraktionen von CSU und SPD wollten aber die gesamten bislang nicht gedeckten Projektkosten in Höhe von 5000 Euro mit Gemeindemitteln finanziert sehen.

Gesamtkosten bei 15 000 Euro

Bürgermeister Max Bindl hatte zuvor über das Vorhaben informiert. Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr habe erklärt, dass der Weg vom Parkplatz bis zur Kapelle barrierefrei gemacht werden solle, um auch Menschen mit Behinderung sowie Familien mit Kinderwagen einen unkomplizierten Zugang zu ermöglichen. Die Kosten zur Schaffung von Barrierefreiheit auf dem 650 Meter langen Teilstück liegen laut Pater Benedikt bei knapp 15 000 Euro. Andreas Malzer (CSU) erinnerte an seinen persönlichen Einsatz, der dazu geführt habe, dass 10 000 Euro aus Mitteln der Ikom Stiftland für das Projekt fließen. "Der Wanderweg ist eine gemeindliche Angelegenheit, wir sind auch für die Pflege zuständig", sagte Malzer und bat darum, die restlichen Kosten von 5000 Euro mit Mitteln aus der Gemeindekasse zu decken.

Wolfgang Pötzl (SPD) fand es richtig, Barrierefreiheit zu fördern und dankte Pater Benedikt und dem Konnersreuther Ring für ihr Engagement. Auch die SPD sprach sich dafür aus, 5000 Euro vonseiten der Gemeinde beizusteuern. Die Freien Wähler zogen ihren ursprünglichen Antrag zurück und votierten ebenfalls für die Höchstförderung durch die Gemeinde. Edgar Wenisch (SPD) freute sich, dass alle das gleiche Ziel verfolgten. Der Beschluss fiel am Ende einstimmig aus. Laut Pater Benedikt werden die Arbeiten heuer noch durchgeführt.

Frage nach Urnenstelen und -wänden

Inge Härtl (CSU) gab Kritik von Grabbesitzern weiter, die sich im neuen Bereich des Friedhofs eine bessere Begehbarkeit wünschten. Weiter fragte sie nach der Verwirklichung von Urnenstelen und -wänden. Bürgermeister Max Bindl erinnerte an eine Ortsbegehung. Urnenstelen sollen heuer noch geplant werden, im kommenden Jahr soll das Projekt verwirklicht werden. Geschäftsleiter Markus Troesch ergänzte, dass sich die Verwaltung an die Satzung und Beschlüsse gehalten habe.

Bürgermeister Max Bindl informierte, dass zwischenzeitlich an vier Standorten Hundekotbehälter aufgestellt worden seien. Weiter berichtete er von einer Einladung aus Tepla (Tschechien), wo am 22. August ein Blasmusikfest stattfindet.

Barrierefrei ausbauen wird der Konnersreuther Ring ein etwa 650 Meter langes Teilstück des Waldbesinnungspfades „Resl von Konnersreuth“. Es handelt sich um die Strecke vom Parkplatz bis zur Kapelle (links).
Barrierefrei ausbauen wird der Konnersreuther Ring ein etwa 650 Meter langes Teilstück des Waldbesinnungspfades „Resl von Konnersreuth“. Es handelt sich um die Strecke vom Parkplatz bis zur Kapelle.
Im Blickpunkt:

Anfragen zu Turnhalle, Kinderhaus, Radwegen, Ortssprechern und Bauplätzen

Mehrere Anfragen stellte Andreas Malzer (CSU) beim Punkt "Wünsche und Anregungen". So wollte er wissen, wann die Schulturnhalle wieder für Vereine freigegeben wird. Bürgermeister Max Bindl wusste von Anfragen der Vereine und erklärte, dass noch Restarbeiten ausgeführt werden müssen. Einen konkreten Termin für die Freigabe vermochte Bindl nicht zu nennen. Weiter fragte Malzer nach dem aktuellen Stand bei der Planung neuer Radwege. Konnersreuth dürfe nicht abgehängt werden, so Malzer. Der Bürgermeister sagte: "Wir sind da gut unterwegs." Dazu verwies Bindl auf das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (Ilek).

Malzer kam auch auf das Kinderhaus zu sprechen und wollte wissen, ob ab 1. September der Regelbetrieb wie geplant starten könne. Bürgermeister Bindl erwiderte, dass ein Konzept ausgearbeitet werde.

Auf Malzers Frage nach dem Stand bei den Ortssprecherwahlen erklärte Bürgermeister Bindl: "Jedes Dorf muss einen Ortssprecher bei der Gemeinde beantragen. Wir als Gemeinde machen das nichts automatisch." Bislang liege kein Antrag vor, so Bindl.

Weiter machte Andreas Malzer deutlich, dass es in Konnersreuth erheblichen Bedarf an Bauplätzen gebe. Er gab zu bedenken, dass sich viele unbebaute Grundstücke in privater Hand befänden. Weiter sollten Bebauungspläne vereinfacht werden. Bürgermeister Bindl sprach hinsichtlich der Baulücken von einem schwierigen Thema.

Kurz notiert:

Grünes Licht für Bauanträge

Genehmigt hat der Marktgemeinderat auch mehrere Bauanträge. Im Baugebiet an der Waldsassener Straße soll ein Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage entstehen. Ein neuer Geräteschuppen soll in der Flurstraße errichtet werden. In Lippertsmühle ist der Umbau einer Scheune in eine Betriebsleiterwohnung geplant.

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