01.05.2019 - 02:00 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Mehr Fairness gefordert

Tritt Bürgermeister Max Bindl bei der Kommunalwahl 2020 noch einmal an? Diese Frage blieb auch bei der Jahresversammlung der Freien Wähler unbeantwortet. Deutliche Worte richtete er dagegen an die örtliche SPD.

Bürgermeister Max Bindl hat noch nicht entschieden, ob er sich bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr erneut zur Wahl stellen wird.
von Josef RosnerProfil

Erst auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien nahm Bürgermeister und FW-Ortsvorsitzender Max Bindl bei der Zusammenkunft im Gasthof Schiml Stellung zur Kommunalwahl 2020. "Ende November, Anfang Dezember nominieren wir unsere Kandidaten. Im Sommer beginnen dazu die Vorbereitungen", sagte Bindl. Ob er selber erneut antreten wird, ließ er offen. Mit einem Lächeln meinte Bindl: "Wir haben unsere Nominierungen immer erst drei Monate vor der Wahl gemacht, so machen wir es auch dieses Mal."

Eingangs verwies Max Bindl in seinem Bericht auf einen Mitgliederstand von 51 Personen, ausführlich ließ er das Geschehen der vergangenen Monate Revue passieren. "2018 stand die 800-Jahrfeier unseres Ortes im Mittelpunkt." Die Freie Wähler brachten sich mit dem "Sing Out"-Konzert ins Jubiläumsprogramm ein, den Erlös erhielt die Pfarrbücherei. Gut besucht war laut Bindl die Ferienprogramm-Aktion des Ortsverbandes. Unternommen wurde eine Wanderung auf dem Resl-Besinnungspfad. Bindl erinnerte in seiner Power-Point-Präsentation an viele weitere Termine und hob unter anderem den Baubeginn beim Projekt "Info- und Begegnungszentrum Schafferhof" hervor. Dessen Fertigstellung prognostizierte er für das dritte Quartal 2020. Bindl bat die örtlichen Sozialdemokraten, endlich zu akzeptieren, dass die Gemeinde den Schafferhof nicht habe abreißen dürfen. Jetzt gelte es, gemeinsam das Beste daraus zu machen. Auch die Schaffung der Nahwärmeversorgung sei in die Zukunft gerichtet gewesen. Bindl betonte, dass man private Anwesen nicht habe einbeziehen dürfen. Bindl sah die Gemeinde auf einem guten Weg, ein Beitrag seien die für heuer geplanten Investitionen von 4,11 Millionen Euro.

Für den 11. Juli kündigte der Vorsitzende eine Mitgliederversammlung in der Zoiglstube Hofner an, auch am Ferienprogramm soll wieder teilgenommen werden. Zur Zukunft von Fockenfeld informierte Bindl auf Nachfrage, dass für den 21. Mai eine weitere Sitzung anberaumt worden sei. Bislang sei noch nicht entschieden, wie es weitergehen könnte. Ein Vereinsausflug soll die Freien Wähler gemeinsam mit dem Rauchclub "Blaue Wolke" am 8. September nach Schwandorf und an den Steinberger See führen.

Mit Mut in die Zukunft

Zum Schluss ging Bindl nochmals ausführlich auf die aktuelle Gemeindepolitik ein und machte wiederholt deutlich, "dass Parteipolitik im Rathaus nichts zu suchen hat. Wir sind dazu da, Sachpolitik zu machen". Die jüngsten Reibereien im Marktrat nannte er wenig zielführend. "Ich lasse mich von meinem eingeschlagenen Weg nicht abbringen." Zum Vorwurf der SPD, er lasse den damaligen Bürgerentscheid zum Schafferhof unbeachtet, sagte Bindl, dass auch die Sozialdemokraten Mehrheitsbeschlüsse im Marktrat akzeptieren müssten. "Ich finde es schade, dass all die Jahre mit den immer gleichen Argumenten nachgekartet wird." Bindl rief dazu auf, nach vorne zu schauen. "Wir bekommen hohe Fördergelder, die unserer Gemeinde zugute kommen. Wir sollten nicht so pessimistisch sein, sondern mit Mut in die Zukunft gehen. Immer nur rückwärts blicken, bringt uns keinen Schritt nach vorne." Ein Dank galt dem Marktrat, der dies mehrheitlich ähnlich sehe. "Wir arbeiten größtenteils sachlich zusammen, es wird nicht nur alles abgeblockt", so Bindl. "Wir haben in den vergangenen beiden Jahren sieben Millionen Euro investiert und dabei noch Schulden abgebaut, das muss doch auch mal anerkannt werden."

Ebenfalls an die SPD gerichtet, die seit Jahren die Stabilisierungshilfe wegen der damit verbundenen Auflagen ablehnt, sagte Bindl: "Wir sind doch für Konnersreuth gewählt worden, wir müssen unseren Ort nach vorne bringen. Wenn wir diese Gelder nicht bekommen, dann erhält sie eine andere Kommune." Bindl zeigte sich überzeugt, Konnersreuth gut in die Zukunft zu führen. Er forderte die SPD auf, "endlich mit zu viel Negativem aufzuhören, das tut Konnersreuth nicht gut." Vielmehr sollte an einem Strang gezogen werden.

Sein Unverständnis äußerte Max Bindl auch darüber, dass die beiden SPD-Markträte auch heuer wieder den Haushalt abgelehnt hat, obwohl sie im Finanzausschuss immer mit dabei gewesen seien und dabei nichts Negatives vorgebracht hätten. Auch Reinhard Wurm zeigte sich darüber verwundert.

Energie nicht verschleudern

Max Bindl betonte, dass sich die Marktgemeinde an die Vorgaben zur Gewährung der Stabilisierungshilfe gehalten habe und dies auch weiterhin tun werde. "Wir reduzieren unsere Schulden auch weiterhin." Die SPD bat Bindl, ihre Energie nicht zu verschleudern, sondern da einzusetzen, wo sie nötig sei - zum Wohle der Marktgemeinde.

Bindl, der auch immer wieder aus einem SPD-Infoblatt zitierte, erklärte: "Wir arbeiten weiter effektiv und zielführend, wir sind nicht blutleer und auch kein Wetterfähnchen. Die SPD sollte so fair sein und dies auch anerkennen." Reinhard Wurm ergänzte: "Die SPD sollte Mehrheitsbeschlüsse akzeptieren, auch das ist gelebte Demokratie. Wir wollen doch nur Konnersreuth nach vorne bringen." Wurm zeigte sich überzeugt, dass die beiden Sozialdemokraten mit ihren Äußerungen nur Nebenkriegsschauplätzen eröffnen und vom Wesentlichen ablenken wollten.

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