01.03.2021 - 12:07 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Seliger Pater Liberat Weiß: Pfarrei Konnersreuth bemüht sich um Heiligsprechung

Zum 305. Mal jährt sich an diesem Mittwoch der Todestag von Pater Liberat Weiß. Der aus Konnersreuth stammende Afrika-Missionar war 1988 selig gesprochen worden. Die Pfarrei St. Laurentius will nun den Heiligsprechungsprozess voranbringen.

Pater Benedikt Leitmayr zeigt ein Gemälde, auf dem Pater Liberat Weiß dargestellt ist. Der Pfarrseelsorger will die Verehrung für den einstigen Missionar neu anstoßen und damit Bewegung in den Heiligsprechungsprozess bringen.
von Josef RosnerProfil

Ein Festgottesdienst zum 305. Todestag von Pater Liberat Weiß findet an diesem Mittwoch, 3. März, in Konnersreuth statt. Im Mittelpunkt stehen das Leben und der Märtyrertod des Franziskaner-Paters, der am 20. November 1988 in Rom im Beisein einer Delegation aus Konnersreuth vom damaligen Papst Johannes Paul II. selig gesprochen wurde. Vor dem Gottesdienst berichtet Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr im Gespräch mit Oberpfalz-Medien, dass er sich nun verstärkt dafür einsetzen werde, dass der nach der Seligsprechung automatisch gestartete Heiligsprechungsprozess vorangetrieben wird. Voraussetzung dafür ist eine Gebetserhörung, die nur Pater Liberat Weiß zugeschrieben wird und welche als Wunder anerkannt wird.

Neue Gebetsbildchen

Wie Pater Benedikt Leitmayr informiert, habe er den Provinzial der Franziskaner in Österreich, Pater Oliver Ruggenthaler, über die Unterstützung des Heiligsprechungsprozesses aus Konnersreuth informiert. Für sein Vorhaben hat Leitmayr brandneue Gebetsbildchen (Novenengebet) drucken lassen, die ab sofort in der Pfarrkirche aufliegen. Gedruckt wurden 2000 Exemplare. Erstmals soll das von Pater Benedikt verfasste Gebet an diesem Mittwoch beim Festgottesdienst in der Pfarrkirche gebetet werden.

Fürsprecher und Vorbild

In dem Gebet heißt es, dass Pater Liberat Weiß den Menschen als Fürsprecher und Vorbild geschenkt worden sei. Sein Leben sei erfüllt gewesen von der Sorge um die Einheit der Christen und das spirituelle Leben der Menschen in der Mission. In dem Gebet kommt weiter der Wunsch zum Ausdruck, dass die Gläubigen mitwirken mögen an der Überwindung von Armut, Ungerechtigkeit und Hoffnungslosigkeit in unserer Zeit.

Im jüngsten Pfarrbrief geht Pater Benedikt Leitmayr näher auf das Leben von Pater Liberat Weiß ein, der am 4. Januar 1675 in Konnersreuth geboren wurde. Zur Welt gekommen sein soll Weiß laut Pfarrchronik im Anwesen Hohlgasse 17. Dies sei zwar nicht 100-prozentig nachgewiesen, aber Pater Benedikt geht von einer sehr hohen, "an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit" aus. Getötet wurde Pater Liberat Weiß am 3. März 1716 durch Steinigung in Äthiopien.

Pater Benedikt weiß aus Recherchen, dass schon Ende der 1920er Jahre Therese Neumann wichtige Hinweise auf Archive gegeben habe, in denen unbekannte Quellen für den Seligsprechungsprozess für Pater Liberat Weiß aufgefunden worden seien. Der Wiener Franziskanerpater Hugolin Pfleger war zur damaligen Zeit Postulator für den Seligsprechungsprozess und war in dieser Eigenschaft auch mehrere Male bei Therese Neumann in Konnersreuth.

Meldungen erwünscht

Zur Förderung der Verehrung von Pater Liberat Weiß bittet Benedikt Leitmayr um Gebetserhörungen und Gnadenerweise, die nur dessen Fürbitte zugesprochen werden. Diese sollen wahrheitsgetreu und schriftlich an das Katholische Pfarramt St. Laurentius, Kirchplatz 3, 95692 Konnersreuth, gemeldet werden. Für die Heiligsprechung sei eine Gebetserhörung notwendig, die nur dem Seligen zugesprochen und als Wunder anerkannt wird. Pater Benedikt wörtlich: "Wir vertrauen darauf, dass es uns geschenkt wird."

Um ein Seligsprechungsverfahren, das schließlich am 4. März 1932 eingeleitet wurde, habe man sich bereits 1926 bemüht, wie es heißt. Durch die ungünstigen Zeitverhältnisse beinahe in Vergessenheit geraten, sei das Verfahren erst 1977 dank der Initiative des damaligen Regensburger Bischofs Dr. Rudolf Graber in Rom wiederaufgenommen worden. Im März 1988 fand es nach 56 Jahren seinen Abschluss.

Monsignore Georg Schwager, Leiter der Selig- und Heiligsprechungsprozesse in der Diözese Regensburg, freut sich über die Initiative des Konnersreuther Pfarrseelsorgers. Dieses Handeln sei sehr anerkennenswert. Auch Schwager verweist gegenüber Oberpfalz-Medien darauf, dass eine auffallende Gebetserhörung nötig sei, die als ein von Pater Liberat Weiß bewirktes Wunder bezeichnet werden kann. Dieses müsse der zuständige Bischof an den kirchlichen Gerichtshof melden. Monsignore Schwager begrüße es ausdrücklich, dass sich verstärkt um die Verbreitung der Verehrung von Pater Liberat Weiß eingesetzt werde.

In Konnersreuth selbst erinnert ein Bild an einem Seitenaltar in der Pfarrkirche St. Laurentius an den seligen Pater. Geschaffen hat dieses Gemälde der Künstler Slawomir Galazka aus Warschau. Ein besonderer Blickfang ist auch der Pater-Liberat-Weiß-Brunnen am Kirchplatz, der vom gebürtigen Mitterteicher Künstler Engelbert Süß gestaltet und 1993 eingeweiht wurde. Ein weiteres Gemälde, das den Konnersreuther Seligen zeigt, befindet sich in der Fatimakirche in Tirschenreuth. Geschaffen hat dieses Bild Vinzenz Heyd.

Der Festgottesdienst zum Gedenken an Pater Liberat Weiß beginnt am Mittwoch, 3. März, um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Laurentius. Die musikalische Begleitung übernimmt Matthias Schraml an der Orgel.

Pontifikalamt mit Gästen aus Äthiopien im Oktober 2018

Konnersreuth
Dieses vom polnischen Künstler Slawomir Galazka geschaffene Bild mit einer Darstellung von Pater Liberat Weiß ziert einen Seitenaltar der Konnersreuther Pfarrkirche St. Laurentius.
Nach einer Überlieferung soll Pater Liberat Weiß im Anwesen Hohlgasse 17 geboren worden sein - so steht es in der Konnersreuther Pfarrchronik.
Am Konnersreuther Kirchplatz steht der Pater-Liberat-Weiß-Brunnen, geschaffen von gebürtigen Mitterteicher Künstler Engelbert Süß.
Hintergrund:

Pater Liberat Weiß: Geboren in Konnersreuth, gesteinigt in Äthiopien

  • Geboren am 4. Januar 1675 in Konnersreuth, nach aktuellem Stand der Forschung im Anwesen Hohlgasse 17, und getauft auf den Namen Johannes Laurentius.
  • Eintritt in den Franziskaner-Orden am 13. Oktober 1693 als Frater Liberat in Graz, zum Priester geweiht am 14. September 1698.
  • Zunächst Prediger und Beichtvater in Langenlois (Niederösterreich) und Graz, nach Bitte von König Yasu von Äthiopien um Franziskaner-Missionare Reise nach Rom, im April 1704 Aufnahme in Kongregation für Glaubensverbreitung.
  • Aufbruch mit anderen Brüdern nach Afrika im Januar 1705, Hinderung der Weiterreise und jahrelange Inhaftierung mit Todesdrohungen durch den Herrscher im heutigen Sudan; schließlich Zurücksendung nach Ägypten.
  • Start der zweiten Missionsreise nach Äthiopien im November, diesmal über das Rote Meer. Ankunft im April 1712, Weiterreise in damalige Hauptstadt Gondar. Erlaubnis zum Niederlassen durch Kaiser Justus, aber Verbot von Predigten.
  • Nach Besteigung des Throns durch David III. im Januar 1716 Festnahme der Missionare und Verurteilung zum Tod durch Steinigung, vollzogen am 3. März.
  • Seligsprechung am 20. November 1988 in Rom durch Papst Johannes Paul II.

 

 

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