24.02.2021 - 13:13 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Seltenheit in Konnersreuth: Ziegenmama „Lissi“ bringt Vierlinge zur Welt

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Absolute Seltenheit in Lippertsmühle bei Konnersreuth: "Lissi", eine Thüringer Waldziege, brachte dort Vierlinge zur Welt. Sie alle sind wohlauf und entwickeln sich prächtig, sehr zur Freude von Züchter Sebastian Konrad.

Züchter Sebastian Konrad (rechts) freut sich gemeinsam mit seinem Cousin Michael über die Vierlinge von Ziegenmama „Lissi“.
von Josef RosnerProfil

Mit so etwas hatte der 22-jährige Sebastian Konrad nicht gerechnet: Nur kurze Zeit, nachdem er eine trächtige Thüringer Waldziege gekauft hatte, brachte sie Vierlinge zur Welt. "Nur rund ein Prozent aller Geburten sind Vierlinge", berichtet der glückliche Züchter, der sich sehr über diese Seltenheit und die Tatsache freut, dass der Nachwuchs und Ziegenmama "Lissi" gesund und munter sind.

Dreimal schwarz, einmal braun

Erst im Dezember 2020 war "Lissi" in den Stall in Lippertsmühle eingezogen - und am 10. Februar sorgte sie mit der Vierlingsgeburt für Staunen. Drei Jungtiere sind weiblich, eines ist männlich. Drei von ihnen haben wie die Mutter eine schwarze Fellfarbe, ein Zicklein ist braun. Namen haben die Kleinen noch nicht bekommen.

Auch Kaninchen und Hühner

Sebastian Konrad ist leidenschaftlicher Züchter. Auf dem Anwesen seiner Großeltern leben noch zwei weitere Ziegen sowie 50 Kaninchen und Hühner. Dass sich der Kauf von "Lissi" als ganz besonderer Glücksgriff erweisen würde, konnte er nicht ahnen. "Normalerweise haben Ziegen zwei oder maximal drei Junge", erklärt Sebastian Konrad.

Geboren hat "Lissi" ihre Jungen ganz alleine und völlig problemlos. "Sie ist eine gute Mutter", betont der 22-Jährige. Rührend kümmere sich die Ziegenmutter von Anfang an um ihren Nachwuchs, den sie am liebsten ganz nah bei sich habe. Sie störe es aber nicht, wenn Sebastian Konrad und sein Cousin Michael in die Box steigen. Beide helfen der Mutter, indem sie mit Lämmermilch zufüttern.

"Bei meinen Tieren bin ich jeden Tag gefordert, aber ich mache das gerne."

Sebastian Konrad

Voller Lebensfreude

Die Kleinen sind nun zwei Wochen alt, voller Lebensfreude und mit viel Elan unterwegs. Ende vergangener Woche waren sie bei herrlichem Sonnenschein erstmals draußen im Freien. "Aber da war die Mutter schon ganz nervös", erzählt der Züchter. "Im Freien sind sie natürlich herumgetollt und auch mal von der Mutter weggerannt, wenn sie etwas Neues entdeckt haben."

Die Vierlinge bleiben insgesamt drei Monate bei ihrer Mutter, ehe drei von ihnen an weitere Züchter verkauft werden. "Der kleine Ziegenbock ist bereits vorbestellt und einem Züchter versprochen", informiert Sebastian Konrad. Eines der Lämmer werde er wohl selbst behalten. Werden sie gut behütet, können Thüringer Waldziegen 15 bis 18 Jahre alt werden.

Züchter seit dem 8. Lebensjahr

Schon seit seinem achten Lebensjahr ist Sebastian Konrad ein begeisterter Züchter. Auf dem ruhig gelegenen und von schöner Natur umgebenen Weiler Lippertsmühle hat er beste Voraussetzungen, um seiner Leidenschaft nachzugehen. Die Freude am Umgang mit seinen Tieren ist ihm regelrecht anzusehen. Das Hobby betreibt er voller Hingabe, obwohl er als Zimmerermeister im elterlichen Betrieb kräftig eingespannt ist. "Bei meinen Tieren bin ich jeden Tag gefordert, aber ich mache das gerne", betont Sebastian Konrad.

Sebastian Konrad ist auch beruflich erfolgreich

Konnersreuth
Züchter Sebastian Konrad (links) freut sich gemeinsam mit seinem Cousin Michael über die Waldziegen-Vierlinge.
Hintergrund:

Seltene Haustierrasse

  • Die Haustierrasse Thüringer Waldziege entstand um 1900 im Thüringer Wald und dessen Umgebung.
  • Circa 60.000 Tiere gab es in den 1930er Jahren in Deutschland, zwischenzeitlich sank der Bestand auf unter 200 Exemplare. Noch heute gilt die Thüringer Waldziege als "stark gefährdet", sie steht auf der Roten Liste der Haustierrassen.
  • Die Lebenserwartung liegt zwischen 15 und 18 Jahren, natürliche Feinde der Thüringer Waldziege sind der Luchs und der Wolf. (Quelle: Zoo Hannover)

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