19.06.2020 - 14:30 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Überschwemmungen in Konnersreuth: Schwachstellen im Blick

Das Starkregenereignis in Konnersreuth an Fronleichnam war jetzt wie erwartet ein zentrales Thema im Marktgemeinderat. Einigkeit herrschte darüber, dass zügig gehandelt werden muss.

Von diesem Maisfeld am Groppenheimer Weg aus kam es an Fronleichnam zu einem massiven Wasserabfluss in Richtung Ortskern.
von Josef RosnerProfil

Bürgermeister Max Bindl sprach das Thema in der Sitzung am Mittwoch an und betonte dabei, "dass uns allen wenig geholfen ist, wieder nach Schuldigen zu suchen". Bindl berichtete, dass der Entlastungsgraben entlang des Klosterwegs und die Rückhaltebecken ihre Aufgaben erfüllt und größere Mengen Wasser abgefangen hätten. Problematisch gewesen sei die Situation an einem Feldgrundstück am Groppenheimer Weg. Dort sei es zu erheblichen Abschwemmungen und einem stärkeren Wasserabfluss gekommen.

Einen folgenreichen Starkregen gab es an Fronleichnam in Konnersreuth

Konnersreuth

Ausgangspunkt war laut Bindl ein Feld in Hanglage, wo Mais ohne weitere erosionsmindernde Bepflanzung angebaut worden sei. Zudem sei das Grundstück überwiegend hangabwärts gefurcht. "Ich bin der Auffassung, dass dies an diesem bekanntermaßen erosionsgefährdeten Hang keine standortangepasste Bewirtschaftung ist. Dies muss deutlich gesagt werden."

Menge sehr unterschiedlich

Weiter verdeutlichte Bindl mit Zahlen, wie unterschiedlich der Regen niedergegangen sei. Im Bereich Waldsassener Straße waren es 12 Liter pro Quadratmeter, im Ortskern dagegen 35 Liter pro Quadratmeter, in den Ortsteilen gar nur 2 bis 5 Liter pro Quadratmeter. Am stärksten betroffen gewesen von der Flut seien die Bereiche Groppenheimer wegn und Grüner Weg, der Pfarrer-Naber-Platz, die Hauptstraße und Teile des Therese-Neumann-Platzes. Sein Dank galt der Feuerwehr, die die verschmutzte Fahrbahn reinigte und Sinkkästen leerte. Weiter dankte er allen ehrenamtlichen Kräften und Grundstücksbesitzern, die Sandsäcke herangeschleppt hätten.

Bindl berichtete, dass es mit den Landwirten bereits Gespräche dazu gegeben habe, die betroffene Fläche anders zu bewirtschaften. Mit eingebunden seien auch die zuständigen Fachstellen. Der Bürgermeister kündigte weitere Gespräche mit Landwirten an, insbesondere über den notwendigen Grunderwerb für zusätzliche Maßnahmen im Bereich Konnersreuth Ost. Bindl dankte für die Gesprächsbereitschaft und ergänzte, dass zum großen Teil erkannt worden sei, wie wichtig eine erosionsmindernde Bodennutzung sei. Wichtig sei dies besonders in kritischen Hanglagen. Dort sollten weniger Mais und dafür zusätzliche Unterpflanzungen angebaut werden. "Der Boden gehört auf den Acker und nicht in den Keller", sagte Bindl. Der Bürgermeister machte deutlich, dass sich die Marktgemeinde sehr wohl ihrer Verantwortung bewusst sei. "Leider sind auch uns als Kommune Grenzen gesetzt. Ich hoffe auf ein gewisses Maß an Kooperation mit den weiteren Beteiligten."

Mehr Sandsäcke

Andreas Malzer (CSU) bat darum, dass die Abwassergräben stets frei gehalten werden, um größere Wassermengen abführen zu können. Das Wasser im Graben an der Kreuzung nach Höflas habe nicht ablaufen können und sei dann über den Rand getreten. Solche Schwachstellen müssten ausgemerzt werden. Weiter bat er darum, mehr Sandsäcke im Ortskern zu deponieren, eventuell im Schafferhof, um sie schnell platzieren zu können.

Reinhard Wurm (Freie Wähler) bezeichnete das Maisgrundstück in der Nähe des Groppenheimer Wegs als neuralgischen Punkt. Von dort aus seien nach seinen Berechnungen rund 1200 Kubikmeter Wasser in den Ortskern gelaufen. Wurm bat zu prüfen, ob ein Regenrückhaltebecken gebaut werden könnte. Gleichzeitig unterstrich er die Wichtigkeit von Gesprächen mit den jeweiligen Landwirten.

Wolfgang Pötzl (SPD) erklärte, dass nach wie vor eine enge Kooperation aller Beteiligten erforderlich sei. Dies müsse auch im Hinblick auf weitere Schutzmaßnahmen im Bereich Konnersreuth Ost gewährleistet sein. Pötzl bat darum, hier schnellstmöglich zu handeln.

Hier an der Kreuzung nach Höflas floss das Wasser über den Graben auf die Straße.
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