08.04.2021 - 17:00 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Umgefahrenes "Grüner Feldkreuz" soll bald wieder stehen

Nach wie vor ist unbekannt, wer das "Grüner Feldkreuz" in der Marktgemeinde Konnersreuth umgefahren hat. Die Eigentümer sind entsetzt über den Vorfall und kündigen die Wiederaufstellung des Flurdenkmals an.

Das „Grüner Feldkreuz“ an der Verbindungsstraße von Konnersreuth nach Grün wurde am Karsamstag angefahren, aus der Verankerung gerissen und erheblich beschädigt.
von Josef RosnerProfil

Irgendwann zwischen 14 und 16.30 Uhr hat ein Unbekannter am Karsamstag ein Verkehrszeichen und das „Grüner Feldkreuz“ an der Straße zwischen Konnersreuth und Grün umgefahren. Um welches Fahrzeug es sich handelte, ist nach wie vor unbekannt. Die Polizei vermutet, dass der Unfall mit einem Traktorgespann passiert ist, der Schaden am Kreuz und am Verkehrszeichen wird auf rund 2000 Euro geschätzt. Die Eigentümer des Feldkreuzes, Rita und Gerhard Bauer, zeigten sich auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien entsetzt über den Vorfall und vor allem darüber, dass sich bislang niemand gemeldet hat.

Der Polizeibericht zum Vorfall

Konnersreuth

Gerhard Bauer erinnerte daran, dass das „Grüner Feldkreuz“ erst im Frühjahr 2017 neu aufgestellt und bei einem kleinen Fest gesegnet wurde. Zuvor, im Januar, war das Vorgängerkreuz bei einem Sturm massiv beschädigt worden. Die Familie Bauer entschied sich danach für eine Wiederherstellung des Denkmals. Zimmerermeister Markus Konrad stiftete das Holz für ein neues Kreuz, die Familie Bauer erwarb eine Christusfigur und eine Tafel mit Inschrift. Vor dem Kreuz wurden Blumen neu angepflanzt, die mit Feldsteinen eingesäumt wurden. Direkt hinter dem Feldkreuz steht eine mächtige Lärche.

Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr, der oft an den Flurdenkmälern in der Pfarrei vorbei wandert, spendete dem neuen Kreuz 2017 den kirchlichen Segen. Er sei der Familie Bauer für ihr uneigennütziges Engagement dankbar, wie er damals betonte. Am „Grüner Feldkreuz“ führt auch stets am Pfingstmontag eine Flurprozession vorbei.

Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr, der oft an den Flurdenkmälern in der Pfarrei vorbei wandert, spendete dem neuen Kreuz 2017 den kirchlichen Segen. Er sei der Familie Bauer für ihr uneigennütziges Engagement, wie er damals betonte. Am "Grüner Feldkreuz" führt auch stets am Pfingstmontag eine Flurprozession vorbei.

Symbol auf Feuerwehr-Fahne

Die Geschichte des Flurdenkmals reicht weit zurück. Bereits um 1890 stand an dieser Stelle ein Feldkreuz. Der Vorgänger des aktuellen Kreuzes stammt aus dem Jahr 1933. Warum es aufgestellt wurde, ist nicht bekannt. Die Familie Bauer vermutet, dass dies mit der Markierung der Flurgrenzen zu tun hatte. Womöglich hat bei der Standortwahl auch der Ausblick eine Rolle gespielt. Von der Stelle aus kann man weit in die Landschaft in Richtung Oberfranken schauen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Feldkreuz zu einem Erkennungssymbol für die Ortschaft Grün. Nicht zuletzt deshalb schmückt es auch die Vereinsfahne der Feuerwehr Höflas-Grün-Groppenheim.

"Wenn einer das unbeabsichtigt gemacht hat, dann sollte er dazu stehen und sich melden. Im gemeinsamen Gespräch lässt sich vieles aus der Welt schaffen."

Gerhard Bauer

Gerhard Bauer bedauerte im Gespräch mit Oberpfalz-Medien, dass sich der Verursacher noch immer nicht gemeldet habe. "Wenn einer das unbeabsichtigt gemacht hat, dann sollte er dazu stehen und sich melden. Im gemeinsamen Gespräch lässt sich vieles aus der Welt schaffen", so Bauer. In jedem Fall soll das aus der Verankerung gerissene Feldkreuz repariert und möglichst bald wieder aufgestellt werden.

Sachdienliche Hinweise zu dem Vorfall nimmt die Polizeiinspektion Waldsassen unter Telefon 09632/8490 entgegen.

Im März 2017 erhielt das damals neu angefertigte „Grüner Feldkreuz“ den kirchlichen Segen durch Pater Benedikt Leitmayr. Gerhard und Rita Bauer (von links) hatten nach einem schweren Sturmschaden am alten Feldkreuz die Wiederherstellung des Flurdenkmals vorgenommen.
So sah es nach dem Abtransport des beschädigten Kreuzes an der Unfallstelle aus.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.