Zwei Tage nach einer Zusammenkunft im Feuerwehrhaus (wir berichteten) ging es hinaus zu einer Besichtigung einiger Bereiche, die von den Hochwässern besonders betroffen waren. Bürgermeister Max Bindl begrüßte dazu in Höflas Elisabeth Sternemann (Amt für Ländliche Entwicklung), Dieter Bauer (Wasserwirtschaftsamt Weiden), Ulrich Härtl (Bauernverband), Johannes Schrems (Amt für Landwirtschaft), Robert Ernstberger (Ingenieurbüro Bork) und insgesamt 16 Landwirte. Bindl versicherte: „Wir als Gemeinde haben versucht, einiges besser zu machen, um zukünftig solche Schadensereignisse möglichst zu vermeiden."
Thomas Weiß aus Grün nahm kein Blatt vor den Mund: „Das Problem ist, dass Gräben nicht funktionsfähig sind, ihr Pflegezustand ist schlecht. Aber das Wasser muss ja irgendwo hin. Es gibt nur eine Lösung und die heißt Bagger." Dieter Bauer entgegnete: „Es ist wichtig, dass die Gräben in Ordnung sind. Aber sie sind es nicht alleine, die das Wasser aufhalten können." Doris Weiß warf ein, dass es anderswo intakte Gräben geben mag, "aber nicht bei uns". „Ich verlange von der Gemeinde, dass die Gräben regelmäßig sauber gehalten werden", sagte Weiß und schimpfte: "Seit fünf Jahren passiert hier gar nichts." Ständig lebe man nun in Angst vor dem nächsten Starkregen.
Elisabeth Sternemann erklärte, dass man versuchen müsse, den Wasserfluss zu verlangsamen und dafür zu sorgen, dass dieser im Ort gar nicht ankommt. „Zugegeben, die Gräben sind schon wichtig. Aber unser Ziel muss es doch sein, dass der Boden auf der Fläche verbleibt." Bürgermeister Max Bindl sagte dazu: „Die Gemeinde kann das alles alleine nicht schaffen und benötigt mehr Unterstützung."
Im Laufe der Begehung fiel ein Bereich am Höflaser Ortsrand auf, in dem sich damals viel Wasser angesammelt hatte. Dieter Bauer gab zu denken, dass hier ein Regenüberlaufbecken ideal wäre. Max Bindl schränkte ein: „Das haben wir schon mal besprochen, doch der Landwirt gibt hier keinen Grund her." Elisabeth Sternemann ergänzte: „Alle Maßnahmen können nur auf freiwilliger Basis erreicht werden. Wasser verlangsamen und reduzieren muss unser Ziel sein. Wenn die Landwirte nicht mitmachen, wird es schwierig."
Nach dem Rundgang in Höflas waren Grün und Konnersreuth die nächsten Ziele. In Konnersreuth ging es nördlich am Baugebiet Waldsassener Straße Nord und am Regenüberlaufbecken Konnersreuth-Nord vorbei, weiter bis zum Rinderstall der Familie Neumann bis zur Kreuzung Grüner Weg/Klosterweg und letztendlich zum Groppenheimer Weg. Die Vertreter der Fachbehörden nannten verschiedene Einzelmaßnahmen, die schrittweise umgesetzt werden könnten. Angeregt wurden Wege-Anhebungen, Volumenvergrößerungen bei Rückhaltebecken und Gräben sowie Kaskaden, Querdurchlässe und Rückstauflächen.
Elisabeth Sternemann kündigte an, als nächstes ein Fachplanungsbüro einzusetzen, das Kartierung und Sammlung verschiedenster Einzelmaßnahmen vornehmen soll. Danach folgen Einzelgespräche, ehe die Planung vertieft werden soll. Das Wichtigste sei, durch geeignete Anbaumethoden und auch Schutzstreifen, die gefördert werden, das Wasser zurückzuhalten. Auch die Marktgemeinde soll versuchen, dies durch einzelne Maßnahmen zu erreichen, etwa durch abbremsende Ableitungen. Bürgermeister Max Bindl stellte am Ende noch einmal mehr heraus, dass alle Verbesserungen gemeinsam auf den Weg gebracht und umgesetzt werden müssen.
Konnersreuth
06.07.2018 - 11:15 Uhr
Wasserfluss bremsen und verringern
von Josef Rosner
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