26.08.2020 - 15:14 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Wunschberuf Priester: 25-Jähriger aus Konnersreuth kurz vor dem Ziel

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Seit seiner Erstkommunion verspürt Bastian Neumann aus Konnersreuth den Wunsch, Priester zu werden. Bald hat der 25-Jährige sein Ziel erreicht. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien beschreibt er seinen Werdegang und nennt seine Beweggründe.

Der 25-jährige Bastian Neumann wird am 5. Dezember dieses Jahres zum Diakon und im Juni kommenden Jahres zum Priester geweiht.
von Josef RosnerProfil

25 Jahre nach der Primiz von Thomas Eckert steht die Pfarrei St. Laurentius Konnersreuth 2021 wieder vor einem solchen Ereignis: Bastian Neumann, ein Großneffe der Konnersreuther Resl, wird am 5. Dezember dieses Jahres zum Diakon und im Juni kommenden Jahres zum Priester geweiht. Damit geht für den 25-Jährigen ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. "Seit meiner Erstkommunion verspüre ich den innigen Wunsch, Priester zu werden", betont der sportliche junge Mann im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Aufgewachsen ist Bastian bei seinen Eltern Regina und Josef Neumann in Konnersreuth. Seine Mutter ist seit 2007 Mesnerin in der Pfarrei St. Laurentius. Die Eltern hätten ihren Sohn auf seinem Weg zum Priestertum immer begleitet und auch gefördert, wie sie erklären. Beide sind überzeugt, dass auch die Resl ihre schützende Hand immer über ihn gehalten hat.

Abitur in Fockenfeld

Nach dem Besuch der Grundschule in Konnersreuth und der Realschule in Waldsassen ging Bastian Neumann an die Spätberufenenschule St. Josef nach Fockenfeld, wo vor einigen Wochen der Betrieb eingestellt und der letzte Jahrgang verabschiedet wurde. Nach dreijähriger Schulzeit hatte er 2014 das Abitur in der Tasche und wechselte ans Priesterseminar in Regensburg. Im ersten Jahr seines Studiums sammelte Bastian als Praktikant auch Erfahrungen in Kindergärten, Schulen und Altenheimen in Passau. Geprägt habe ihn 2014 auch ein fünfwöchiger Aufenthalt in Israel.

Im Juli endete die Ära der Spätberufenenschule in Fockenfeld

Fockenfeld bei Konnersreuth

Im Jahr 2015 begann der Konnersreuther in Regensburg sein Theologiestudium. 2017 führte ihn sein Weg nach Rom, wo er als Teil des Studiums ein Jahr lang die Päpstliche Universität Gregoriana besuchte. Dabei habe er Papst Franziskus zwar öfters gesehen, aber nie persönlich getroffen, wie er berichtet. Bastian, der neben Englisch auch Italienisch spricht, habe sich in der Weltstadt Rom gut zurecht gefunden. Nach seinem Auslandsjahr kehrte er nach Regensburg zurück, wo er jetzt im September sein Studium abschließen wird. Die entscheidenden Prüfungen liegen bereits hinter ihm, nur noch die Abschlussarbeit muss er vollenden.

Am 1. Oktober startet sein Pastoralkurs in der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in Amberg. Zwei Monate später, am Samstag, 5. Dezember, steht die Diakonenweihe an, die Vorstufe zur Priesterweihe. Bastian wird mit elf weiteren Priesteramtskandidaten von Diözesanbischof Rudolf Voderholzer zum Diakon geweiht. Wo das sein wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Priesterweihe im Juni kommenden Jahres wird jedenfalls im Regensburger Dom stattfinden.

Praktikumseinsatz in Amberg

"Ja, ich freue mich auf meine Zukunft als Priester. Ich habe mir meine Entscheidung reiflich überlegt", sagt Bastian Neumann. Den weitreichenden Entschluss habe er freiwillig und ganz allein gefällt, wie er versichert. Sein Wunsch sei immer weiter gereift, seit er ihn als Neunjähriger erstmals verspürt habe. Nach der Erstkommunion war Bastian Ministrant beim damaligen Konnersreuther Pfarrer Anton Vogl, diese Aufgabe habe ihm immer viel Freude bereitet. Entscheidend geprägt worden sei er auf dem weiteren Weg auch vom späteren Konnersreuther Pfarrer und heutigen Professor Wolfgang Vogl. "Mir gefällt es einfach, wenn ich Menschen in schweren Situationen Halt geben kann", nennt Bastian einen seiner Beweggründe.

Professor Wolfgang Vogl führte den jüngsten Resl-Gebetstag an

Konnersreuth

Wenn er ab 1. Oktober in Amberg seine Praktikumszeit beginnt, darf er das bisher Erlernte in die Praxis umsetzen. Vier Wochen wird er Stadtpfarrer Ludwig Gradl über die Schulter schauen und dort hautnah erleben, welche Aufgaben ein Priester im Alltag einer Pfarrei zu erledigen und bewältigen hat. "Da werde ich sicher viel lernen", ist Bastian Neumann überzeugt.

Ich freue mich auf meine Zukunft als Priester. Ich habe mir meine Entscheidung reiflich überlegt.

Bastian Neumann

Anfang November geht es wieder zurück ans Priesterseminar nach Regensburg, wo sich die Kandidaten gemeinsam auf die Diakonenweihe vorbereiten. In dieser Zeit führt Diözesanbischof Rudolf Voderholzer mit jedem Priesteramtskandidaten nochmals Einzelgespräche. Ziel des Bischofs sei es, die Kandidaten besser kennenzulernen und sicher zu gehen, dass der Priesterwunsch auch nach wie vor besteht. Wie Bastian Neumann berichtet, besucht Bischof Rudolf Voderholzer mindestens einmal im Monat das Priesterseminar, um dort einen Gottesdienst zu feiern und mit den zukünftigen Priestern zu frühstücken.

Die Einweihung des Info- und Begegnungszentrums Schafferhof erfolgt erst 2021

Konnersreuth

Nach der Diakonenweihe geht es für den Konnersreuther wieder hinaus in die Praktikumspfarrei. Bis Ostern 2021 wird der Neupriester dort tätig sein. Dabei darf Bastian Neumann auch schon Religionsunterricht erteilen oder auch Tauf- und Hochzeitszeremonien durchführen. Im Mai und Juni 2021 steht in Regensburg die Vorbereitung auf die Priesterweihe an.

Fußballbegeisterte Familie

Bastian Neumann stammt übrigens aus einer fußballbegeisterten Familie. Sein Vater Josef war jahrelange Stammtorwart beim TSV Konnersreuth, sein Bruder Christian war Landesligaspieler bei Vorwärts Röslau, derzeit ist er Spielertrainer beim SV Pechbrunn-Groschlattengrün. "Ich selbst hatte mit Fußball aber nie etwas zu tun", räumt Bastian ein. In Konnersreuth fühlt er sich unverändert wohl. Nicht ganz ohne Stolz betont er: "Konnersreuth, dou bin i daham."

Auf seinem Weg zum Priesterberuf wird Bastian Neumann stets von seinen Eltern Josef und Regina unterstützt. Das Bild entstand im heimischen Garten, ein Rückzugsort für den Konnersreuther.
Ein Jahr lang studierte Bastian Neumann auch in Rom. Dieses Foto entstand mit seinen Studienkolleginnen Annette Knoll (links) und Franziska Kleiner auf der Kuppel des Petersdoms.

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Kommentare

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Tanja Härtl

Es freut mich zu lesen, dass dieser junge Mann aus Konnersreuth diesen außergewöhnlichen Weg gehen wird. Ich wünsche ihm alles Gute auf seinem Weg und dass die Resl ihn weiterhin beschützen möge!

26.08.2020