23.08.2019 - 17:22 Uhr
Oberpfalz

Krankenhäuser auf dem Prüfstand

Die Kliniken AG habe jetzt die Chance, sich neu aufzustellen, betont Roland Richter. Und der SPD-Fraktionschef rät dringend, diese Chance schnell zu nutzen. Auch wenn dies schmerzhafte Entscheidungen erfordert.

Mit SPD-Mann Roland Richter beginnt unsere Interview-Serie mit den Weidener Fraktionsvorsitzenden.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Auf "strukturelle Veränderungen" pocht nicht zuletzt Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, nachdem die Stadt der Kliniken Nordoberpfalz AG einen Trägerkredit von 25,5 Millionen Euro gewährt hat. Stehen nun wieder einzelne Häuser im Feuer - wie zum Beispiel das Krankenhaus Vohenstrauß, dessen Schließung heuer bereits erwogen wurde? Roland Richter im Interview mit Oberpfalz-Medien: "Ich denke schon, dass man sich alle Häuser anschauen muss, unter dem Gesichtspunkt: Wo entstehen die Verluste? Die sind nämlich nicht über die ganze Kliniklandschaft gleich verteilt. Und wo sie entstehen, muss gehandelt werden."

Ob das aber noch vor den Kommunalwahlen 2020 passiert? "Das ist die spannende Frage, ob Kommunalpolitik über sinnvollen Veränderungen steht", sagt der Genosse. "Zeit haben wir eigentlich nicht mehr." Die SPD stehe zum Klinikverbund. Dass die man ihn bei der Finanzierung unterstützen muss, sei zumindest den Genossen immer klar gewesen: "Wenn etwa Amberg drei Millionen Euro pro Jahr reinsteckt, warum sollte es dann bei uns ohne Zuschuss gehen?" Geirrt hätten sich die "neoliberalen Kräfte, die gemeint haben, das müsste sich alles selbst tragen".

Das Gespräch mit Richter, das in voller Länge ab Montag zu lesen ist, bildet den Auftakt zu einer Serie von Sommerinterviews, die wir mit den vier Weidener Fraktionsvorsitzenden führen (SPD, CSU, Bürgerliste, Grüne). Einen Schwerpunkt bildet dabei natürlich die Kommunalwahl im nächsten Jahr - für die Richter partout keine Prognose abgeben will. Er räumt aber ein, dass es für die SPD schwierig werde, ihre 15 Sitze zu halten. Seit 2008 stellt sie die größte Fraktion im Stadtrat.

Ein anderes Top-Thema in den Interviews: das NOC, das am 26. September eröffnet, und die Innenstadtentwicklung. Richter verrät, dass er sich auf das Einkaufszentrum freut. Und: "Ich bin ein Fan der Fassade." Nicht zuletzt, weil sie an Hertie erinnere. "Hertie war die Seele von Weiden, die Schließung hat viele Leute emotional berührt. Wenn diese Lücke geschlossen wird, tut das Weiden und der Region auch emotional gut." Die vieldiskutierte, umgestaltete Sedanstraße bezeichnet der Genosse als "klassische Kompromisslösung". "Mit der können alle leben, aber richtig zufrieden ist noch keiner." Er selbst wünsche sich eine Fußgängerzone in dem Bereich.

Kritisch äußert sich der 47-Jährige zur Entwicklung der Max-Reger-Halle. Deren Ausgliederung aus dem städtischen Haushalt und Umwandlung in eine GmbH habe nichts gebracht: "Die wirtschaftliche Situation hat sich nicht verbessert, das Angebot ist nicht deutlich besser geworden. Es war kein guter Kompromiss." Richter nennt die Ausgliederung gar seinen größten politischen Misserfolg. Sein größter Erfolg? Seine Vision für Weiden? Seine Meinung über die Verfassung der CSU und die Zusammenarbeit im Stadtrat? All das lesen Sie am Montag.

Weiden in der Oberpfalz

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.