Tanz in den Mai: "Guerilla Disko" im Happy Rock

Normalerweise legt Emanuel Kuderna aus Mannheim als DJ Boundless in den großen Studentenstädten Deutschlands auf. Als er vom Happy Rock erfährt ist ihm klar: Dort will er auftreten. Am Dienstag, 30. April, ist es soweit.

Am 30. April tanzt das Happy Rock mit DJ Boundless aus Mannheim in den Mai.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Das Happy Rock tanzt in den Mai. Am Dienstag, 30. April, legt DJ Boundless, alias Emanuel Kuderna, aus Mannheim ab 22 Uhr in der Kult-Disko auf. Was das Publikum bei Kudernas „Guerilla Disko“ erwartet, und wieso es den 31-Jährigen für diesen Auftritt nach Kropfersricht zieht, erklärt er im Interview mit Oberpfalz-Medien.

ONETZ: Herr Kuderna, normalerweise legen Sie in angesagten Clubs in Mannheim oder anderen größeren Städten auf. Jetzt Kropfersricht in der Oberpfalz – wie kommt’s?

Emanuel Kuderna: Mein Stammklub ist der Mannheimer Kult-Club Soho. Dort spiele ich drei feste Wochenendveranstaltungen pro Monat. Wir haben super Gäste und es sind immer wieder tolle Nächte, aber hin und wieder braucht jeder mal etwas Abwechslung, auch um den Blickwinkel zu erweitern. Darum suche ich mir immer wieder Auswärts-Gigs. Zufällig bin ich irgendwann auf den Beitrag des Bayerischen Rundfunks über Frau Müller und das Happy Rock gestoßen. Danach habe ich im Onetz die Berichte über die Neueröffnung gelesen, und da war für mich klar: Dort musst du mal auflegen – einen Laden wie diesen gibt es kein zweites Mal. Also kam es auf meine DJ-Bucketlist.
Irgendwann hatte ich Thomas Walch am Apparat. Nach einiger Planung stand fest, dass ich zum Tanz in den Mai mit meiner „Guerilla Disko“ im Happy Rock gastiere.

ONETZ: Was erwartet die Gäste am 30.April bei Ihrer "Guerilla Disko"?

Emanuel Kuderna: Das Konzept der „Guerilla Disko“ ist es, eine möglichst große musikalische Spannbreite abzubilden und All-Time-Hits aus verschiedenen Zeiten und Genres in einen Abend zu packen. Als Würze kommen dann noch ein kleiner Teil an frischem Wind in Form von ausgesuchten Remixen und Überraschungen hinzu. Dabei gibt es immer wieder Genrewechsel, damit es spannend bleibt. So reiht sich dann beispielsweise ein Bruno-Mars-Hit aus dem Jahr 2016 an einen James-Brown-Song aus dem Jahr 1970 und zwei Lieder später befinden wir uns bei einem Rock-Song der Red Hot Chili Peppers oder Ärzte.

ONETZ: Was bedeutet es für Sie als Künstler "Boundless" - also ungebunden - zu sein?

Emanuel Kuderna: „Boundless“ steht für mich im Sinn der Übersetzung „grenzlos“. Natürlich habe auch ich Musikvorlieben und Lieblingsbands, aber ich finde es gibt viele tolle Songs in (fast) allen Genres. Deshalb wollte ich mich auch nie auf eines festlegen und habe, als ich vor zehn Jahren begann in Clubs aufzulegen, „Boundless“ als Künstlernamen gewählt. Ungebunden oder frei trifft es aber auch ganz gut, denn ich bin bis heute bei keiner Booking-Agentur eingeschrieben und organisiere mir alle Auftritte selbst. So kann ich mir eben auch das aussuchen, was mich reizt. - Und hier sind wir dann wieder an dem Punkt, wieso ich nach Kropfersricht ins Happy Rock komme.

ONETZ: Welcher Auftritt ist Ihnen am meisten im Gedächtnis geblieben?

Emanuel Kuderna: Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, es sind ja mittlerweile fast 600 Abende zusammen gekommen. Es sind eher die Abende, an denen es nicht so rund lief, an die ich mich im Nachhinein mit einem Grinsen erinnere. Spontan fallen mir zwei ein:
Vor einigen Jahren wollte eine neue Disko aus dem Nichts eine Indie Party aus dem Boden stanzen und hat mich und Evil Jared von der Bloodhound Gang als DJs gebucht. Leider haben sie keine Werbung für den Abend gemacht und dann standen circa 20 Gäste in einem Raum, in den 1000 gepasst hätten. Evil Jared hat es mit Humor gesehen, alle auf die Bühne zitiert und mit dem Backstage Alkohol versorgt. Die Party fand dann komplett auf der Bühne statt - ein kurioser Abend.
Das zweite, an was ich gerade denken muss, ist eine 90er Bad Taste Party, die ich in Göttingen veranstaltet habe. Passend zum Thema habe ich im neonfarbenem Jogginganzug aufgelegt und den Laden mit Lametta, Bravo-Postern und diversen Stofftieren von Kirmes Schießbuden dekoriert - darunter auch ein riesiges Einhorn. Eben dieses Einhorn gefiel am Ende des Abends auch einem gut angetrunkenen Junggesellenabschied, die es sich kurzerhand, als das Licht nach dem letzten Song anging, geschnappt haben und damit zur Tür raus rannten und ich ihnen hinterher. Die sonstigen Partygänger die morgens um 5 Uhr in der Göttingen Fußgängerzone noch für einen Döner anstanden, oder auf dem Heimweg waren, hatten alle ihren Spaß angesichts des Bildes, dass ein Typ im New Kids -Look einer Gruppe Jungs mit einem großen rosa Einhorn hinterherrennt. Das Ende der Geschichte: Ich hab es dann irgendwann wieder „eingefangen“ - Heute kann ich drüber lachen und habe daraus gelernt: binde immer dein Einhorn an.

Einen kleinen Vorgeschmack gefällig?

Reportage zur Wiedereröffnung des Happy Rocks im August 2018

Kropfersricht bei Sulzbach-Rosenberg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.