26.02.2020 - 11:34 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Ein durchaus dankbarer Rundumschlag

Nach gut zweieinhalb Stunden ist die Bürgerversammlung zu Ende. Uli Roth zeigt sich danach aufgeräumt und bekennt: „Allen, die mich immer unterstützt haben, sage ich herzlichen Dank. Danke auch, dass ihr mir das Vertrauen geschenkt habt.“

Uli Roth (SPD) tritt bei der Kommunalwahl am 15. März nicht mehr an. „Das ist meine letzte Bürgerversammlung“, betonte der Krummennaaber Gemeindechef.
von Werner RoblProfil

Vorangegangen waren die Rechenschaftsberichte der Senioren- und Jugendbeauftragten, Anneliese Krenkel und Andreas Heinz (wir berichteten). Bürgermeister Uli Roth machte deutlich, dass es jetzt in die „Vollen“ gehen wird. „Greifen wir wieder an, schließlich ist das ist meine letzte Bürgerversammlung. Jetzt bin ich an der Reihe.“ Anklingen ließ Roth, dass es ihm ein Anliegen war, zeitnah vor den Kommunalwahlen einen gemeindlichen Informationsabend anzubieten. Viele Beschlüsse seien hart erkämpft worden, erinnerte Roth danach an die oft diskussionsreichen Gemeinderatssitzungen und lieferte dazu auch Genaueres: Es ergingen 114 Beschlüsse, 112 davon erfolgten ohne Gegenstimmen. „Freilich entsteht jetzt der Eindruck, dass wir uns immer einig waren.“ Roth fügte hinzu: „Das täuscht.“ Roth kündigte schließlich einen Rückblick auf das Geschäftsjahr 2019 und eine kurze Bilanz seiner zurückliegenden Amtszeit von Mai 2008 bis 2020 an.

„Alle Reste der alten Seltmann-Siedlung sind beseitigt“, kommentierte Roth den bereits beschlossenen Vollausbau und die Schaffung von Bauland. Aus dem Areal wurde ein preisgünstiges Filetstück für Bauwillige.“ In Krummennaab sei auch sonst viel passiert. Einfließen ließ Roth auch den weiteren Vollausbau der Lehener Straße (mit Reparatur der Leitplanken). Mit einem Tag der offenen Tür am 24. März sollen die neuen Räume der Offenen-Ganztags-Schule vorgestellt werden. Roth ließ wissen: Für die Grundschule habe man stets ein offenes Ohr. Als einen „Lückenschluss“ beim Radwegenetz der Landkreise Tirschenreuth und Neustadt bezeichnete er den Ausbau des Fahrrad-Weges Trautenberg/ KTB. „Die neue Brücke, die dort errichtet wurde, ist echt ein Schmuckstück geworden.“ Abgehakt sei auch die Maßnahme „Kläranlage“, verkündete Roth und informierte: „Die Schlussabrechnung kommt frühestens im dritten Quartal 2020.“

Folgen ließ er weitere „erfreuliche Themen“, zu denen unter anderem auch der Spielplatz „Blaue Stunde“ im Ortsteil Scheibe und der Friedenshain gehörten. „Die Anlage mit dem Friedens-Mahnmal setzt neue Akzente.“ Entstanden sei ein würdiger Ort, äußerte sich Roth und erwähnte auch den Bürgerpark. Dort wartet man aber immer noch auf das seit langem geforderte Versorgungsgebäude. „Vielleicht erfolgt im April der Spatenstich. Ein weiteres „Vielleicht“ fügte er der erhofften Gebäude-Fertigstellung zum Jahresende hinzu. Erneut leer ausgegangen sei man aber beim „Hartz IV für die Gemeinden“, wie er die Stabilisierungshilfe scherzhaft umschrieb. „Wir fallen alle Jahre durch.“ bedauerte Roth, auch diesmal nicht zum Zuge gekommen zu sein. Gut aufgelegt fügte der Krummennaaber – an anderer Stelle hinzu – „im Kanal ist viel verborgen, wofür wir Geld ausgeben können.“ Man versuche aber stets, durch staatliche Gelder die Löcher zu stopfen. Roth ermahnte seine designierte Nachfolgerin Marion Höcht, im Bemühen um Zuschüsse nicht nachzulassen. Zum Stichwort „Gemeindehaus“ versprach er: „Das Projekt wird angestoßen.“ Umgesetzt werde in 2021 auch die Maßnahme „Kernwegenetz“. Roth versicherte aber: „Danach müssen wir uns aber wieder ganz am Ende anstellen.“ Roth erinnerte in der Bürgerversammlung auch an das alte Lehner-Geschäft, das die Krummennaaber schmerzlich vermissen. Roth appellierte, den mobilen Dorfladen noch besser anzunehmen. „Kauft dort ein. Unterstützt das Konzept, macht einfach Umsatz.“ .

Mehr wie zwei Stunden waren vergangen, als sich Roth auch zu seinem Amt als Bürgermeister äußerte. Roth blickte auf die vergangene Kommunalwahl zurück, als er mit knapper Mehrheit zum Gemeindechef gewählt wurde. Mehr als 120 ungültige Stimmen habe man damals gezählt, rechnete Roth gedanklich vor. „Für mich ist das ein Rätsel. Man muss doch nur ein einziges Kreuz machen.“ Am 15. März sei das mit dem einzigen Kreuz erneut der Fall. Roth ließ die Tatsache aber weiter unkommentiert und fuhr fort: „Ich habe danach ein computerloses Büro übernommen. Schon damals aber gab es Internet und E-Mail“, bedauerte Roth die seinerzeit noch technisch karge Ausstattung. „Mir sitzt eine Fraktionsgemeinschaft gegenüber, das durfte ich oft spüren“, ließ er an anderer Stelle auch den Verlauf der Gemeinderatssitzungen aufblitzen.

„Aber es gab auch Meilensteine in meinem Amt.“ Roth erinnerte an den Abbruch der alten Seltmann-Porzellanfabrik. „Die Anfangsgespräche waren weder erfolgreich, noch freundlich. Die Arbeit war ein Brett.“ Aber man habe es geschafft. „Danach folgte mein Lieblingsprojekt Bürgerpark.“ Als eine „schöne Aufgabe“ bezeichnete Roth die „Blaue Stunde“ und nicht zuletzt auch die Maßnahme Kläranlage. „Die Investition hat sich rentiert.“ Viele andere Dinge kommentierte Roth mit den Worten „das muss uns erst einmal einer nachmachen.“ Bunte Eindrücke vom Kürbisfest mit den „Wuchtbrummeln“, wie er die Früchte nannte, neu eingekleidete Gardemädchen, farbige Bilder von Festen und Veranstaltungen folgten. Auch ein paar Informationen über das Bürgerfest-Treuhandkonto (Stand rund 8400 Euro) ließ Roth nicht außer acht. „Sehr viel wurde erreicht und bei den Festen treffen sich die Leute.“ Roth fasste zusammen: „Wir können stolz auf unser Krummennaab sein.“ Seiner Nachfolgerin Marion Höcht, die keinen Gegenkandidaten fürchten muss, wünschte er einen guten Einstieg und viel Erfolg als spätere Bürgermeisterin. Den künftigen Gemeinderäten empfahl Roth eine gute Zusammenarbeit. Am Ende folgte ein großes Dankeschön an alle, die Uli Roth begleitet und den Rücken gestärkt haben. Angefangen von der Verwaltung, über die Gemeinderats- und Bürgermeisterkollegen, den Jugend- und Seniorenbeauftragten, Vereinen und Planungsbüros: Uli Roth ließ niemanden aus. „Allen, die mich immer unterstützt haben, sage ich herzlichen Dank. Danke auch, dass ihr mir das Vertrauen geschenkt habt.“ Schließlich folgte ein persönlicher Bürgermeister-Dank: „Ich danke meiner Familie, meiner Ehefrau Denise, meinen Kindern und Opa und Oma Siegl.“

Das Interessesse am Gemeindegeschehen Krummennaabs ist ungebrochen. Die Bürgerversammlungen finden daher in der Mehrzweckhalle statt.
Viele Krummennaaber hatten sich auf den Weg in die Mehrzweckhalle gemacht, um bei der Bürgerversammlung dabei sein zu können.

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