Formfehler, missverständliche Formulierungen, unklare Vermögensaufteilungen - dass ein Testament aufgrund von Fehlern angreifbar oder sogar ungültig wird – das ist schnell passiert. Dann ist die Enttäuschung oder gar der Ärger groß. „Darauf sollten Sie unbedingt achten, wenn Sie Ihr Testament abfassen“, mahnte Notar Marcel Wollmann, der auf Einladung der Seniorenbeauftragten Anneliese Krenkel gekommen war, um den Seniorennachmittag fachlich kompetent mitzugestalten. Das "zugegeben trockene Thema", wie der Neustädter Rechtsexperte sein rund einstündiges Referat humorvoll umschrieb, stand im Mittelpunkt der regelmäßigen Veranstaltungsreihe, zu der die älteren Mitbürger eingeladen waren. Das Interesse war zweifellos groß. Schließlich lockte nicht nur ein gemütliches Beisammensein bei selbstgebackenem Kuchen und frischem Kaffee. Erwartet wurden zudem auch Antworten auf viele Fragen, die dem Notar danach auch gestellt wurden.
Damit der Nachlass "nicht zu einer Bruchlandung wird, sollte man das Papier in einfachen und klaren Worten, vor allem aber so kurz wie nur möglich abfassen", mahnte der Neustädter Rechtsexperte. Negativbeispiele folgten und zeigten „Muster“, wie man es lieber nicht machen sollte. „'Mein Erbe soll erhalten ...' genügt, mehr braucht es nicht.“ Handschriftlich sollte es schon sein, ließ Wollmann dabei anklingen. Eindringlich und mit „erhobenem Zeigefinger“ warnte er vor Computer- und Schreibmaschinenseiten oder gar einer fehlenden Unterschrift.
Trockenes Behörden- und Gesetzesdeutsch übersetzte Wollmann in eine einfache und klare Sprache. Tabellen und Fakten warf Wollmann zudem in Bildern auch an die Wand, in denen die Fangstricke, aber auch die Erleichterungen in Form entsprechend gestaffelter Freibeträge bei der Erbschaftssteuer erläutert wurden. „Manchmal kann es teuer werden“, informierte er und rechnete die leidigen Steuern vor, mit denen der entfernte Verwandte zu rechnen hat. „Im besten Fall muss man überhaupt nichts an den Fiskus abtreten.“ Ändern könne man daran sowieso nichts, bedauerte er mit Blick auf die aktuelle Gesetzeslage.
„Verschenken sie zu Lebzeiten“ – aber auch hier richtig, empfahl der Referent eine rechtzeitige Nachlass-Planung. „Überlegen Sie sich auch, ob ein entsprechend formuliertes Vermächtnis – in manchen Dingen sogar sehr sinnvoll – vielleicht sogar von Vorteil sein kann.“ Auch hier hatte der Neustädter Kommentare und Beispiele parat. „Vieles muss gut überlegt sein“, fasste Wollmann das Thema abschließend zusammen und ergänzte: „Wenn kein Schriftstück vorhanden ist, kann es durchaus ärgerlich werden. Schieben Sie das Thema daher nicht auf die lange Bank.“ Wollmanns abschließender Vorschlag lautete: „Im besten Fall lassen Sie sich von einem entsprechenden Fachmann beraten.“
„Ich habe mich auch beraten lassen", fügte Anneliese Krenkel humorvoll hinzu. „Ich wollte wissen, was man einem Notar schenken könnte.“ Die Empfehlung war genau richtig, wie es schien. Mit einem hübsch verschnürten Päckchen bedankte sich die Seniorenbeauftragte bei ihrem Gast, der, wie er versicherte, gerne nach Krummennaab gekommen war. Der nächste Seniorennachmittag ist das vorweihnachtliche Treffen am 7. Dezember – dann wieder im Foyer – mit musikalischer Umrahmung.














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