06.08.2020 - 15:14 Uhr
KrummennaabOberpfalz

"Schaden für Ansehen von Krummennaab"

Die Kritik von Ex-Bürgermeister Uli Roth an dem Gemeinderat von Krummennaab stößt auf heftige Gegenwehr. Zweiter Bürgermeister Herbert Mattes gibt Kontra.

Herbert Mattes.
von Martin Maier Kontakt Profil

"Ich hätte es in diesem Gremium nervlich keinen Tag länger ausgehalten." So äußerte sich SPD-Kreistagsfraktionssprecher Uli Roth bei einer Vorstandssitzung der Kreis-SPD mit Blick auf den Gemeinderat Krummennaab. Roth war im März nach zwölf Amtsjahren nicht mehr zur Bürgermeisterwahl angetreten. Sauer aufgestoßen war dem Sozialdemokraten auch, dass am Ende seiner letzten Gemeinderatssitzung im April alle CSU- und FW-Gemeinderäte wort- und grußlos aufgestanden seien und die Sporthalle verlassen hätten.

Auf diesen Artikel bezieht sich Herbert Mattes

Fuchsmühl

Schon wenige Stunden nach der Veröffentlichung dieses Artikels am Mittwochnachmittag im "Onetz" äußerte sich Herbert Mattes, früherer Sprecher der FW-Fraktion und heutiger Zweiter Bürgermeister von Krummennaab, zu diesen Vorwürfen: "Die Worte von Uli Roth, den wir bisher als Ex-Bürgermeister mit Respekt begegnet sind, sind schon mehr als 'normal' in der Politik zu bezeichnen."

"Gemeinderat ordentlich herabgewürdigt"

In Roths Aussagen würde aber fehlen, dass die SPD-Fraktion, ebenfalls den Raum wortlos verlassen habe. "War es nicht so, dass Uli Roth in seiner letzten Sitzung den Gemeinderat nochmals ordentlich herabgewürdigt hatte?", fragt Herbert Mattes in seiner E-Mail. Fakt sei, dass der Ex-Rathauschef förmlich mit der entsprechenden Würdigung seiner Verdienste um Krummennaab nach den Hemmnissen der Corona-Pandemie verabschiedet werden soll.

Marion Höcht (CSU) ist die neue Bürgermeisterin von Krummennaab

Krummennaab

Zudem stehe fest, dass Roth es abgelehnt habe, dass ihm in der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats gedankt worden wäre. Auf mündliche Einladung durch Bürgermeisterin Marion Höcht habe er in drohendem Ton geantwortet: "Marion, ich rate dir, mich nicht einzuladen. Könnte sein, dass ich etwas sage."

Gremium nicht geführt

Nun habe das Ansehen Krummennaabs Schaden erlitten. "Ob seine zwiespältigen Aussagen der Anstand sind, den man von einem Ex-Bürgermeister und Fraktionsführer der Kreis-SPD erwartet, bleibt offen." Roth habe beklagt, dass er es keinen Tag länger in diesem Gremium ausgehalten hätte. "Er war der Leiter dieses Gremiums und hat es offensichtlich nicht verstanden, die Gruppe zu führen, den Gemeinderat zu managen", so Mattes. Der Zweite Bürgermeister schließt mit dem Spruch: "Schau auf deine Finger, wenn du auf andere zeigst - drei Finger zeigen auf dich selbst."

Im Blickpunkt:

Fraktionssprecher-Sitzungen wie bisher

Der NT-Artikel über die Sitzung des SPD-Kreisvorstands („SPD leckt Wunden und kritisiert Landrat) hat auch Landrat Roland Grillmeier zu einer Reaktion veranlasst. „Es hat und wird sich im Vergleich zu früher an der bisher bewährten Vorgehensweise nichts ändern. Fraktionssprecher-Sitzungen wird es bei Notwendigkeit und bei Bedarf weiter geben, nur natürlich nicht zwingend vor allen Gremiumssitzungen. Übrigens war dies bisher schon nicht der Fall“, schreibt Landratsamt-Pressesprecher Walter Brucker. Dabei verweist er auf ein entsprechendes Schreiben, das an alle Fraktionsvorsitzenden ging.

Auch die „fehlende Informationen an die Fraktionen“ können so nicht stehen gelassen werden. Der Landrat und die Verwaltung würden alle jeweils für die anstehenden Kreistags- und Ausschusssitzungen relevanten und bis dato vorhandenen Informationen und Unterlagen an alle Gremiumsmitglieder und damit auch an die Fraktionsvorsitzenden weitergeben. „Es liegt dann letztendlich an den Fraktionssprechern, ob und wie sie diese Infos in ihren Fraktionen kommunizieren“, so Brucker. (rti)

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