16.09.2021 - 12:21 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Tag des offenen Denkmals in Krummennaab: Kirchenmaus "Lenny" erzählt Geschichte

Anlässlich des Tages des offenen Denkmals öffnete die ehemalige Simultankirche in Krummennaab ihre Pforten. Kirchenmaus "Lenny" hatte in den vergangenen Jahrhunderten allerlei erlebt.

von fksProfil

Über 20 Interessierte waren erschienen, um mehr von der Geschichte der Kirche St. Leonhard in Krummennaab zu erfahren. Gebaut als Maria-Kirche wechselte mit der Konfession des herrschenden Adelsgeschlechtes auch immer wieder die konfessionelle Ausrichtung des Gotteshauses. All dies miterlebt hatte Kirchenmaus "Lenny", der Susanne Götte, Öffentlichkeitsreferentin des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Weiden, ihre Stimme lieh. In einem Zwiegespräch mit Kirchenführerin Karoline Lehner erlebten die Besucher einen Streifzug durch die Kirchengeschichte und wie letztlich Pfalzgraf Christian August auf die Idee kam, dass katholische und evangelische Christen das Gebäude zeitgleich nutzen sollten.

Ort zum Kraft tanken

Die Kirche wurde um das Jahr 1440 auf Veranlassung von Kaspar Trautenberger zu Reuth im gotischen Stil errichtet. Seitdem hatten sich ihr Äußeres wie auch das Umfeld des Gotteshauses immer wieder verändert. Besonders geprägt in der jüngeren Gegenwart wurde die Leonhardi-Kirche von der ortsansässigen Porzellanfabrik. Familie Höllerer stiftete die heute noch vorhandene Inschrift über dem Hauptportal: "Kommet her zu mir, alle dir ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken." Damit wurde die Kirche als Ort zum Kraft tanken nach der schweren Arbeit in der Fabrik empfohlen.

Kirchenmaus "Lenny" erinnerte auch an den Kirchenbrand 1731: "Wenn ich nur an diese schreckliche Katastrophe denke, die meine Urahnen in Angst und Schrecken versetzt hat. Schlimm war das. Wirklich schlimm!" Hierbei brannten die Kirche, die beiden Schulhäuser, der Pfarrhof und die Ökonomiegebäude des Schlosses nieder. "Zum Glück hatte die Kirche zu dieser Zeit einen großen Förderer", erzählte Lehner die Geschichte weiter: Louis Anne de Sainte Marie Eglise hatte die Kirche damals wieder aufgebaut. Noch heute erinnert der Grabstein unter der Kanzel an den französischen Adeligen und Pionier der Spiegelglasherstellung in der Oberpfalz.

Gemeinsame Nutzung bis 1930

Damals haben bereits beide Konfessionen die Kirche genutzt, 1652 war das so genannte Simultaneum eingeführt worden. Bis 1930 feierten evangelische und katholische Christen Gottesdienste in der heutigen Leonhardi-Kirche. Mit der Gemeinde Thumsenreuth wurden damals 16.000 Goldmark an die katholische Kirche als Ablöse bezahlt, so dass beide Kirchen in evangelischen Besitz übergingen. 1931 wurde schließlich die katholische Kirche in Krummennaab errichtet und geweiht.

An die Kirchenführung schloss sich eine Diskussion an. Eine Frage aus dem Publikum zielte auf die Namensgebung der Kirche, da im Inneren nichts and St. Leonhard erinnere. "Der Leonhardi-Altar ist 1930 aus dem Innenraum der Kirche verschwunden", wusste Lehner. Dennoch sei der heilige Leonhard bis heute noch Patron der Krummennaaber Kirche.

In der Simultankirche Thumsenreuth sah sich der evangelische Regionalbischof um

Thumsenreuth bei Krummennaab

"Zum Glück hatte die Kirche zu dieser Zeit einen großen Förderer."

Karoline Lehner über den Brand der Krummennaaber Kirche 1731

 

 

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