22.04.2020 - 11:41 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Vertrauensbeweis und Auftrag

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Krummennaab ist ab 1. Mai in Frauenhand: Marion Höcht tritt die Nachfolge von Bürgermeister Uli Roth an. Auch von ihrem Vater hat sie etwas übernommen.

Marion Höcht tritt am 1. Mai ihr Amt als Bürgermeisterin in Krummennaab an.
von Elisabeth Schätzler Kontakt Profil

Ab 1. Mai wird Marion Höcht als erste Frau im Krummennaaber Rathaussessel Platz nehmen. Die Geschäftsführerin des Maschinenrings ist dort dann Teilzeit-Bürgermeisterin. Auf was sie sich freut, was sie vorhat und wie sich das Coronavirus auf ihren Arbeitsalltag auswirkt, erzählt sie in einem Interview.

ONETZ: Sie sind hauptberuflich Geschäftsführerin des Maschinenrings des Landkreises Tirschenreuth. Wie werden Sie das ab 1. Mai handhaben, wenn Sie dann auch Bürgermeisterin von Krummennaab sind?

Marion Höcht: Ich reduziere meine Arbeitszeit beim Maschinenring Tirschenreuth auf 70 Prozent.

ONETZ: Werden Sie tageweise im Rathaus beziehungsweise beim Maschinenring sein?

Marion Höcht: Geplant sind fixe Präsenztage in der Machinenring-Geschäftsstelle und im Rathaus.

ONETZ: Außerdem betreiben Sie noch die Gastwirtschaft „Grandlhof“ - wie geht es da weiter? Werden Sie das auch weiterhin machen?

Marion Höcht: Die Grandlstube ist seit Januar 2020 nur mehr am 3. und 4. Sonntag geöffnet. Die heimliche Chefin der Grandlstubn und des Grandlhofes ist sowieso meine Mama - und sie wird die Bewirtung mit dem Rest der Familie und einer Freundin übernehmen. Ich bin außen vor. Bevor ich meine Nominierung bekannt gab, habe ich mit meiner Familie, dem geschäftsführenden Vorstand des Maschinenrings und meinen Kollegen diskutiert, ob eine Kandidatur beziehungsweise eine Übernahme des Bürgermeisteramtes möglich sind. Wenn ja, was muss organisiert und umstrukturiert werden, damit ich genügend Zeit habe, beide Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen, ohne dass meine Kollegen und meine Familie überstrapaziert werden. Wir haben gemeinsam gute Lösungsansätze erarbeitet und nun gilt es, diese ab 1. Mai umzusetzen. Die kleine Landwirtschaft ist auch in die Hände eines Berufskollegen gelegt worden.

ONETZ: Sie sind die Tochter des früheren CSU-Ortsvorsitzenden Lorenz Leberkern – inwieweit hat Sie das politische Engagement Ihres Vaters geprägt?

Marion Höcht: Mich hat weniger die politische Arbeit meines Vaters geprägt. Denn sein Herz galt der Gemeinde und weniger der politischen Arbeit. Die CSU war eine Plattform, die er für sein Engagement, für sein Dorf nutzte. Mein Papa hat sich um kleine Wanderwege gekümmert, er hat Hecken und Streuobstwiese gepflanzt, ein Feldkreuz aufgestellt und diverse Hoffeste organisiert. Seine Liebe galt der Heimat ... Das habe ich von ihm übernommen. Für mich sind das Wohl der Bürger, die Entwicklung unserer Gemeinde und die Attraktivität unserer Region Triebfeder meines Engagements. Die CSU bietet mir dafür die bestmöglichen Rahmenbedingungen.

ONETZ: Bei der Kommunalwahl haben Sie fast 90 Prozent der Stimmen erhalten – gibt Ihnen das für Ihr neues Amt Aufschwung?

Marion Höcht: Mit diesem tollen Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Umso größer war meine Freude. Das Ergebnis ist ein sehr großer Vertrauensbeweis und Auftrag zugleich. Ich hoffe, dass ich den Erwartungen meiner Wähler gerecht werde.

ONETZ: Als Schwerpunkte haben Sie im Wahlkampf den Dorfladen, den Bürgerpark und den Bauhof angegeben – was wollen Sie als erstes in Angriff nehmen?

Marion Höcht: Diese drei Schwerpunkte werden mehr oder weniger parallel bearbeitet. Zum einen, weil alle drei enorm wichtig sind, und zum anderen weil schon einiges angestoßen ist, zum Beispiel das Versorgungshaus im Bürgerpark.

ONETZ: Worauf freuen Sie sich besonders an Ihrem ersten Arbeitstag im Krummennaaber Rathaus?

Marion Höcht: Ja, auf den ersten Tag freue ich mich sehr, weil ich das ganze Rathausteam kennenlernen darf. Bisher hatte ich nur Vorbesprechungen mit dem Geschäftsstellenleiter Bernhard Frummet.

ONETZ: Wie wollen Sie Ihre neuen Mitarbeiter in der Kommune kennenlernen?

Marion Höcht: In der ersten Maiwoche habe ich Urlaub vom Maschinenring und eine intensive Arbeitswoche im Rathaus. Das heißt, dass ich die fünf Tage nutzen möchte für das Kennenlernen der Kollegen, sowohl persönlich als auch ihr Aufgabengebiet. Die Tage sollen auch dazu dienen, dass die Kollegen mich kennenlernen können, wie ich ticke. Und mein Arbeitsplatz will auch noch eingerichtet werden.

ONETZ: Corona hat den Landkreis Tirschenreuth besonders hart getroffen – wie wollen Sie in Ihrem Ort gegen das Virus vorgehen? Haben Sie besondere Pläne?

Marion Höcht: Ja, das Coronavirus hat unsere Welt verändert. In der Gemeinde haben insbesondere die kleinen Gastronomiebetriebe und die Freizeitanlage Erlenweiher darunter zu leiden. Hier will ich mit dem Gemeinderat klären, ob und wie wir helfen können. Die Maskenpflicht besteht ab 27. April. Wenn hier Hilfe seitens der Gemeinde notwendig werden sollte, werden wir schnell und unbürokratisch helfen.

ONETZ: Wird Corona Einfluss auf Ihre Arbeitsweise beziehungsweise Ihren Arbeitsalltag haben? Arbeiten Sie gegebenenfalls von zu Hause aus?

Marion Höcht: Wir haben seit 13. März das Maschinenring-Büroteam in drei Gruppen aufgeteilt und diese arbeiten im dreitätigen Wechsel. Ein Team ist im Büro, zwei Teams im Home-Office, damit im Falle einer Infizierung nur ein Team ausfällt und nicht die ganze Mannschaft. Bisher sind wir alle – Gott sei Dank - gesund geblieben und können für unsere Maschinenring-Mitglieder arbeiten. Wir werden diesen „Schichtdienst“ bis 15. Mai beibehalten. So können wir die Auswirkungen der Lockerungen in Ruhe beobachten und unsere Konsequenzen daraus ziehen. Die Arbeitswelt wird nach Corona eine andere sein.

Hintergrund:

Zur Person

Marion Höcht ist 51 Jahre alt. In zweiter Ehe ist sie mit Hubert Kellner, Altbürgermeister von Waldershof, verheiratet. Sie hat einen Sohn (Johannes, 20 Jahre) und drei Bonuskinder (Fabian, Verena, Timo) sowie drei Bonusenkel (Alexander, Jakob und Oskar), wie sie schreibt. Ihr Abitur hat sie 1987 Abitur am Elly-Heuss-Gymnasium in Weiden gemacht, anschließend absolvierte sie eine landwirtschaftliche Lehre und ein BWL-Studium. Darauf folgten eine Berater- und Coach-Ausbildung. Seit 2004 ist sie Geschäftsführerin des Maschinenrings Tirschenreuth e. V. und seiner Tochterfirma MR Stiftland GmbH. Seit 2011 ist sie außerdem Aufsichtsrätin der Maschinenring Personaldienste GmbH (eine gemeinsame Firma der bayerischen und österreichischen Maschinenringe).

Das Ergebnis der Kommunalwahlen in Krummennaab

Krummennaab

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