Ein Jahrzehnt lang haben sie beharrlich darauf hingearbeitet, viel diskutiert und debattiert. Seit Samstag, Schlag 17.21 Uhr, ruft im Kümmersbrucker Martin-Schalling-Haus wieder eine Glocke zum Gebet. Das galt es gebührend zu feiern rund ums Martin-Schalling-Haus mit einem ganztägigen Gemeindefest der Paulanergemeinde für Hunderte Gäste.
Hannelore Häring vom Kirchenvorstand hatte die Ehre, die Glocke als erste „schlagen“ zu lassen. Genau gesagt ist es ja die gut die behütete alte Glocke, jedoch ist die jetzt auf einem völlig neu konzipierten, von Architekt Georg Zunner entworfenen neuen Glockenturm befestigt.
Pfarrer Bernd Schindler lobte den heuer 25 Jahre alt werdenden Förderkreis Martin-Schalling-Haus mit Helge Günther vorneweg für das Engagement. Der Förderverein trägt den Hauptanteil daran, dass der Turm „ganz ohne Kirchensteuermittel errichtet werden konnte, die Rede ist von rund 80 000 Euro. Bernd Schindler sah „einen Tag der Freude und der Erfüllung eines Traumes“.
Der Posaunenchor der Paulanergemeinde gestaltete den Gottesdienst zusammen mit Kirchenmusikdirektorin Kerstin Schatz, Pfarrer Joachim von Kölichen, Dekan Karlhermann Schötz und Diakonin Sara Makari, vorher schon fand der Gottesdienst für die Kinder (Pfarrerin Theresa Amberg ) statt. Irgendwie fühlte man sich an das Lied von der Glocke erinnert: „Von der Stirne heiß, rinnen muss der Schweiß, soll das Werk den Meister loben, doch der Segen kommt von oben.“
Bei brütend heißen Temperaturen hat Dekan Karlhermann Schötz gemahnt, dass die Glocke nunmehr „ zum Lob Gottes“ erklingen soll. Er blickte zurück: „Vor 13 Jahren war ich offen gesagt eher ein wenig skeptisch, die neue evangelische Kirche war gebaut, eingeweiht als Baustelle, ein großes Vorhaben für die Paulaner-Gemeinde. „Aber da war dieser eine alte Wunsch, ein Turm mit der alten Glocke, es schien unmöglich, es schien unwahrscheinlich.“ Um so mehr Respekt zollte Karlhermann Schötz. Der Glockenturm sei ein Zeichen einer lebendigen Hoffnung: „Bei allem was heute über Kirche gesagt wird, ist das ein Zeichen dafür: Die Kirche ist nicht tot."
















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