09.02.2020 - 14:23 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

E-Autos und Feldbrand: Feuerwehr Amberg-Sulzbach bildet sich fort

Ein Feuer kann auch mit Glaskügelchen gelöscht werden. Und wenn's brennt, ist E-Mobilität nicht ungefährlich. Themen wie diese bestimmten das Feuerwehr-Fachsymposium mit über 300 Teilnehmern in Kümmersbruck.

Was tun, wenn Aluminium brennt? Dann löschen Experten mit einem speziellen Granulat aus Glaskügelchen. In Kümmersbruck zeigten sie Kollegen aus den Amberg-Sulzbacher Feuerwehren, wie das funktioniert.
von Florian Schlegel (egl)Profil

Für die Aktiven waren Vorträge, Schulungen, Vorführungen, ausgestellte Fahrzeuge und Geräte eine Fortbildung. Auch für die Ersthelfergruppen im Landkreis gab es einen Workshop beim Symposium des Kreisfeuerwehrverbands unter Leitung von Kreisbrandrat Fredi Weiß.

Landrat Richard Reisinger freute sich, dass so viele Einsatzkräfte ihren freien Samstag opferten, um sich weiterzubilden. Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl blickte auf die beiden Bombenfunde in seiner Gemeinde im vergangenen Sommer zurück und nutzte dies für einen Dank an die Rettungskräfte.

Bildergalerie zum Feuerwehr-Symposium in Kümmersbruck

Gefährliche E-Antriebe

Die absolvierten am Samstag ein umfangreiches ganztägiges Programm in Kümmersbruck. Rolf-Dieter Erbe von der Berliner Feuerwehr brachte den Teilnehmern die Gefahren von Elektrofahrzeugen nahe. Er ging auf die Besonderheiten dieses Antriebs ein, zeigte aber auch, dass im Fall der Fälle nicht nur E-Autos gefährlich sind: Auch bei E-Bikes sei das so, wenn auch in anderen Dimensionen.

Wenn ein Feld brennt

Thomas Zawadke von der Hilfsorganisation "@fire" sprach über Vegetations- und Flächenbrände. Die richtige Aufstellung der Fahrzeuge gehöre hier zu den wichtigsten Punkten, betonte er - denn der Wert eines Feuerwehrfahrzeugs übersteige den Schaden an einem Feld weit. Kreisbrandinspektor Hans Sperber zeigte mit einer praktischen Vorführung, dass ein Metallbrand mit einem speziellen Granulat (Glaskügelchen) gelöscht werden kann. Auch Kreisbrandinspektor Anton Brandner aus dem Berchtesgadener Land war zu Gast in Kümmersbruck: Er war der örtliche Einsatzleiter bei der Schneekatastrophe in seiner Heimatregion im vergangenen Jahr und berichtete von seinen Erfahrungen.

Gefährliche Tiere

Stephan Zobel von der Berufsfeuerwehr München sprach über den "Umgang mit gefährlichen Tieren im Feuerwehreinsatz". In Bayern sei das Halten von giftigen Tieren prinzipiell verboten, dennoch gebe es sie hier. Er erläuterte die medizinische Versorgung und den Umgang mit solchen Tieren im Notfall.

Den Abschluss machte Kreisbrandinspektor Christian Nitschke aus dem Landkreis Pfaffenhofen. Er war Einsatzleiter bei einem außergewöhnlichen Vorfall: Am 1. September 2018 explodierte in Vohburg bei Ingolstadt bei Bayernoil eine Raffinerie. Nitschke gab in Kümmersbruck einen detaillierten Einsatzbericht darüber. Bildergalerie im Internet: www.onetz.de/

Im Blickpunkt:

Kreisfeuerwehrarzt Marc Bigalke bot beim Feuerwehrsymposium in Kümmersbruck erstmals einen Workshop speziell für die Ersthelfergruppen im Landkreis an. "Traumaversorgung bei einem Verkehrsunfall" ist ein Thema, mit dem sich die Ersthelfer immer öfter auseinandersetzen müssen. Bigalke ging auf wichtige Aspekte ein und zeigte auch paar praktische Beispiele. Die Zahl der Ersthelfergruppen im Landkreis wächst. Sie sind auch längst nicht mehr wegzudenken, denn sie treffen in Notfällen meist vor dem Rettungsdienst ein und können dann bereits erste Maßnahmen ergreifen, um Leben zu retten. (egl)

Ein Thema beim Symposium: Bombenfunde in Kümmersbruck

Haselmühl bei Kümmersbruck
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.