25.11.2020 - 09:28 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Gerhard Birner aus Kümmersbruck feiert 90. Geburtstag

Gerhard Birner, hier mit Ehefrau Ursula, feiert seinen 90. Geburtstag.
von Klaus HöglProfil

Die herausragende und wohl auch einmalige Vita von Gerhard Birner als Gründer der Firma Birner Kunststofftechnik ist bekannt. Das Berufliche ist aber nur die eine Seite des Jubilars, der nun 90. Geburtstag feierte. Von sich selbst sagt er, dass er nicht gedacht hat, einmal so alt zu werden.

Gerhard Birner blickt zurück auf ein Leben, das vielfältiger und spannender nicht hätte sein könnte. An seinem Ehrentag bilanzierte er: „Ich bin dankbar, dass ich so alt wurde, dass meine Kinder weiterführen was ich begonnen habe.“ Alle Höhen und Tiefen habe er erlebt, immer wieder habe er es geschafft, aus den Tiefen heraus zu kommen. „Es gibt immer Wege, aber man muss sich bemühen, darf niemals aufgeben“, lautet sein Rezept. Dabei meint er in erster Linie seinen Weg zur und mit seiner Firma, auf dem er Glück gehabt habe: „Ich habe immer Leute gefunden, die ich begeistern konnte.“

Wenn Firmengründer Gerhard Birner sein privates Leben vorbeiziehen lässt, dann hat er auch da Glück gehabt: Bei einem Bombenangriff, bei dem das elterliche Haus in der Schlachthausstraße, zerstört wurde, wo die Familie einen Kiosk betrieb und sich so „über Wasser hielt“. Oder bei einem Tieffliegerangriff 1945 zwischen Köfering und Haselmühl, bei dem er als 14-Jähriger zum Glück nur leichter verletzt wurde. Da war Gerhard Birner noch Amberger, geboren im Eckhaus Lange Gasse/Seminargasse. Es waren für ihn ereignisreiche Zeiten damals: erst Krieg, dann Luitpoldschule, Oberrealschule, heute Gregor-Mendel-Gymnasium, Lehre in der Flaschenhütte zum Industriekaufmann. Birner erinnert sich noch gern an das Jahr 1954, als er den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss in der Flaschenhütte zu betreuen hatte.

Die Flaschenhütte war, wenn man so will, die Basis für Birners unternehmerischen Weitblick, für seien Mut, für die Bewältigung des steinigen Wegs zur Firmengründung bis hin zu dem, was jetzt in Lengenfeld und im Industriegebiet Theuern steht. „Von Null auf Hundert aus dem Nichts“, fasst Birner den Aufstieg zusammen. Und nochmals Glück: mit seiner Frau Ursula, die er 1962 in Sulzbach-Rosenberg heiratete, und den beiden Kindern Markus (1963) und Andrea (1966). Gerhard Birner hat vor der Hochzeit am Bachweg in Kümmersbruck gebaut, wo er heute noch wohnt. „Dort hat er mich über die Schwelle getragen“, erinnert sich Ursula Birner heute noch gern daran.

Gerhard Birner ist stolz auf seine Familie, und seine Familie ist stolz auf ihn. „Unser Vater hat sehr viel gearbeitet, aber er war trotzdem immer da“, hebt Sohn Markus hervor. „Er hatte die Fähigkeit, Geschäft und Familie getrennt zu halten, das muss man erst mal schaffen“, stellt er fest. Gerhard Birner ist ein Familienmensch, der Garten ist sein Erholungsort. Seit vielen Jahren frönt er einer großen Leidenschaft: dem Töpfern im eigenen Haus. Diese Handwerkskunst hat er zur Perfektion gesteigert, er beschickt immer noch Ausstellungen mit großem Erfolg. Birner ist altersentsprechend fit, hat heute noch Struktur in seinem Leben.

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