14.03.2019 - 11:49 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Große Mehrheit für den Solarpark

Das war so zu erwarten: Die Gemeinderatsitzung stößt auf großes Interesse, insbesondere der Köferinger Bürger, die sozusagen in eigener Sache den Saal füllen. Es geht um das Bauvorhaben Solarpark Köfering.

Blühende Flächen, eingegrünt und von Schafen als "Landschaftspfleger" beweidet - so ein Bild soll sich etwa vier Jahre, nachdem der Solarpark Köfering in Betrieb genommen wurde, den Bürgern bieten. Das meinte Sepp Bichler von der Energiebauern GmbH.
von Klaus HöglProfil

Der Solarpark Köfering war bereits vor Ort 80 Minuten lang Gegenstand von differenzierten Diskussionen gewesen.

Bericht über den Vor-Ort-Termin in Köfering

Köfering bei Kümmersbruck

Diesmal hat sich der Gemeinderat 70 Minuten lang mit dem Thema auseinandergesetzt, inklusive des Sachvortrages von Seniorchef Sepp Bichler, der die seit 15 Jahren auf Solaranlagen spezialisierte Firma Energiebauern GmbH aus Sielenhofen vertrat. Um was geht es? In Köfering soll eine rund 10 Hektar große, mittelgroße Freiflächenphotovoltaikanlage mit einer Leistung von 7,5 Megawatt entstehen.

Dadurch sollen sich laut Bichler jährlich rund 5000 Tonnen Kohlendioxid einsparen lassen. Das sei die Kompensation der Emissionen von mehr als 430 Durchschnittsbürgern, hieß es. Ein wegweisendes Bauvorhaben in Sachen Klimaschutz, hieß es. In zwei bis drei Jahren könnte mit dem Bau begonnen werden, vier Jahre später wäre die Anlage eingegrünt. Im Rathaussaal ging es nun um die Aufstellung/Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für die sieben in Frage kommenden Grundstücke in Köfering.

Mit dem Bebauungsplan werden, laut Bauamtsleiter Alexander Greiner, die bauplanrechtlichen Voraussetzungen für die Zulässigkeit des Vorhabens Solarpark Köfering geschaffen – mehr aber im Moment auch noch nicht. Unter dem Strich und dem Stichwort Klimawandel wurde letztlich der Beschluss – gegen eine Gegenstimme der Köferinger Bürgerin Karola Hirsch (CSU) – mit klarer Mehrheit pro Solarpark gefasst. Es ist, wenn man so will, der erste Schritt.

Das ging nicht ohne längere Diskussionen ab, wobei Bürgermeister Roland Strehl gleich zu Beginn die Marschroute absteckte: „Man muss den Solarpark in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext sehen, und der heißt Klimawandel." Man könne hin und her diskutieren, das Leitbild des Landkreises heißt Energieeinsparen, ließ Strehl wissen. Den Fortgang und Prozess des Vorhabens will Strehl aber „offen gestalten". Die Bürger sollen bei einem neuerlichen Ortstermin "wenn man wieder etwas mehr weiß" mit einbezogen werden. "Wir sind überzeugt", sagte Firmenchef Sepp Bichler, „dass die befürchtete Beeinträchtigung für die Köferinger Bürger überschaubau und kompensierbar ist.“ Vier Jahre nach Eingrünung und Schafbeweidung („Schafe sind die besten Landschaftspfleger“) wird von der Anlage nicht mehr viel zu sehen sein“ ist sich Bichler sicher.

Die Köferinger Gemeinderätin Karola Hirsch (CSU) ist da ganz anderer Ansicht, Köfering habe bereits viele Dächer mit Solaranlagen. "Für uns Köferinger ist der Solarpark ein Schock. Ich stehe da für die Köferinger, die das nicht wollen“, machte sie sich zum Sprecher der Solarpark-Gegner. Schützenhilfe aus dem Gremium gab es jedoch nicht. Die Klimabeauftragte Veronika Frenzel (SPD) stellte fest, „dass sich in gewisser Weise eine Eigendynamik bis zur Hysterie entwickelt." sie appellierte an die Köferinger Bürger „mit vernünftigen Gedanken an den Solarpark heranzugehen“. Auch Werner Cermak (SPD) mahnte zur Sachlichkeit: „Dass wir heute den Bebauungsplan beschließen, heißt ja noch nicht, dass auch unbedingt gebaut wird.“

Letztlich fasste CSU-Fraktionssprecher Markus Graf zusammen, was alle Kollegen im Gemeinderat wohl so sahen: „Die Frage ja oder nein, die stellt sich doch gar nicht angesichts des Klimawandels. Es geht darum: Wie wird der Solarpark gebaut, und wie sieht er aus.“

Die erste Hürde ist nun genommen. Das Bauamt machte aber auch klar, dass der Gemeinderat den Bebauungsplan nicht als Satzung beschließen kann, falls im weiteren Planverfahren schwerwiegende Probleme auftreten sollten, die nicht in der Abwägung aller privaten und öffentlichen Belange gegeneinander und untereinander zu bewältigen sind.

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