Kümmersbruck
30.01.2023 - 14:07 Uhr

Holetschek fordert bei Empfang der CSU Amberg-Sulzbach Marshallplan für Gesundheitssystem

Der CSU-Kreisverband Amberg-Sulzbach trifft sich zum Neujahrsempfang in Kümmersbruck. Auf der Gästeliste ganz oben steht Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Klar, dass es auch um Corona geht. Aber nicht nur.

Harald Schwartz, der Vorsitzende des CSU-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach, machte beim Neujahrsempfang in Kümmersbruck aus seiner Gefühlswelt kein Geheimnis: "Man spürt, dass große Veränderungen in der Luft liegen.“ Bevor es aber um die Themen ging und politisch wurde, hatten die Gäste die besten Wünsche für sich gegenseitig parat. Ein Wunsch war immer dabei: Viel Gesundheit!

Da traf es sich ganz gut, dass Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek der hochrangigste Gast in der Mehrzweckhalle war. Landtagskollege Harald Schwartz hatte ihn als höchst aktuellen weiß-blauen Politiker aufgeboten, während Bürgermeister Roland Strehl als Hausherr Gelegenheit hatte, seine Kommune vorzustellen. Holetschek war nicht gekommen, um einer der Lauten oder gar Vorlauten zu sein. Er verstand es, in einer kurzen Rede Wichtiges mitzuteilen und auf den Punkt zu bringen, was es aus dem Maximilianeum zu berichten gibt. Und was es seitens der CSU-Mitglieder zu sagen gab, das konnten die im Anschluss an die Veranstaltung ausführlich im persönlichen Gespräch wissen lassen.

Kritik an der Koalition

Bemerkenswert: Es gab kaum polemische Attacken auf die politischen Gegner, allenfalls subtil. Zum Beispiel, als Holetschek mit Blick auf Berlin das Verb „scholzen“ erklärte, der Außenministerin deren Aussage „Kriegspartei“ absprach und als er auf die Krawalle an Silvester in Berlin einging: "Statt mit aller Härte zu sagen, es gibt keine Toleranz, gibt es in Berlin einen Gipfel."

Derartige Zustände seien in Bayern nicht möglich, an der "vorgeschobenen mangelnden Integration" könne es nicht liegen: Berlin habe einen Anteil von 35 Prozent Migranten, München 46 Prozent – da sei die Integration gelungen. Für den Minister steht fest: Die sogenannte Letzte Generation will die Gesellschaft demontieren, aber: "In Bayern geht das nicht." Die Ampel-Koalition komme nicht in die Gänge. Sie gebe derzeit in der Welt ein Bild ab, "das uns jahrzehntelang schadet", sagte er mit Blick auf Berlin, wo derzeit kein Minister aus Bayern vertreten ist. Zusammenfassend: „Diese Regierung ist nicht angekommen in den wesentlichen Frage in einer Welt, die immer wieder durcheinander gerät."

"Die wahren Helden"

Die CSU ist derzeit im Umfragehoch, glaubt man den Werten, ist in Bayern jeder Zweite mit der Arbeit der Staatsregierung zufrieden. In der Kümmersbrucker Mehrzweckhalle waren es offenbar 100 Prozent – gemessen am wiederholten Beifall. Klaus Holetschek rief die vergangenen drei Jahre in Erinnerung, sprach über die Anfänge der Pandemie ohne Impfstoff, Masken und Erfahrung. Bayern habe es aber "hinbekommen", dank der große Mithilfe der Bevölkerung und der aufopfernd arbeitenden Menschen: „Das sind die wahren Helden."

Das Thema Pflege, pflegende Angehörige und bessere Konzepte stehe auf der Agenda der CSU ganz oben: „Wenn wir das nicht richtig in den Griff kriegen, fährt das System an die Wand." Und grundsätzlich: „Mehr Menschlichkeit ist die entscheidende Frage. Diesen Grundansatz dürfen wir nie vergessen." Was die Krankenhäuser betrifft, da müsse man „echt aufpassen, dass die Versorgung auch weiterhin gesichert ist". Bayern habe 2700 Studienplätze für Medizin geschaffen. In Deutschland sei die Versorgung mit Medizin aber ins Stocken geraten, weshalb Holetschek forderte: „Wir brauchen einen Marshallplan für unser Gesundheitssystem." Das sei auch der Kern für die anstehenden Wahlen.

Traditionen nicht nehmen lassen

Das Hohe Lied auf den unverzichtbaren Mittelstand und auf das Ehrenamt sang der Minister außerdem und sprach davon, dass man sich zumindest in Bayern die Traditionen nicht nehmen lasse. Die CSU sei immer von dem Gedanken geleitet: "Was ist gut, was ist das Beste für Bayern?" Zum Schlusswort bekam der Redner neben Beifall auch von Harald Schwartz die Bestätigung mit auf den Weg: „Du bist der richtige Minister an der richtigen Stelle." Es folgten die gemeinsam gesungene Bayernhymne und die Nationalhymne. Für die Begleitung war der Musikverein Haselmühl-Kümmersbruck zuständig.

 
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