23.07.2020 - 11:14 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Kindergarten St. Raphael Kümmersbruck: Gemeinde speckt bei Kosten ab

Das Ziel von 8,5 Millionen Euro für den Bau des Kindergartens St. Raphael wurde mit 9,5 Millionen Euro deutlich überschritten. Das stieß dem Gemeinderat von Kümmersbruck sauer auf. Jetzt soll an der Inneneinrichtung gespart werden.

Der Kindergarten St. Raphael an der Köferinger Straße in Kümmersbruck wird teuerer als gedacht.
von Klaus HöglProfil

Stadtplaner Bernd Stadelmann aus Nürnberg erläuterte im Kümmersbrucker Gemeinderat die Pläne für den Kindergarten St. Raphael. Mit 9,5 Millionen Euro wurden die veranschlagten Kosten um eine Million Euro überschritten. Die Räte forderten Einsparungen. Diese wurden in einer Sondersitzung vorgestellt. Insbesondere bei der Inneneinrichtung könnte man 430 000 Euro weniger verbrauchen. Die Freifläche selbst sei so unwegsam, dass dort keine weiteren Einsparungen möglich seien. "Die Geländemodellierung ist eine gewaltige Aufgabe", erläuterte Stadtplaner Stadelmann. Wenn auch mit Bauchschmerzen: Immerhin hat der Gemeinderat (mit einer Gegenstimme) in einem Grundsatzbeschluss (darin enthalten ist der Abbruch des alten Gebäudes) grünes Licht gegeben. Nun kann die Verwaltung Fördermittel bei der Regierung beantragen, deren Höhe sich möglicherweise auf 40 bis 50 Prozent belaufen. Derzeit gäbe es noch keine belastbaren Zahlen, bekundete Bürgermeister Roland Strehl. Einige Gemeinderäte haben wohl "mit der Faust in der Tasche" zugestimmt, das hat die Diskussion ganz deutlich gezeigt.

Ende 2022 wird es dann den katholischen Kindergarten St. Raphael in seiner jetzigen Form wohl nicht mehr geben. Peter Karzmarczyk (SPD): "Die Kirche hat sich aus dem Staub gemacht, und die Gemeinde kann schauen wo sie die Gelder herbringt". Martin Meiers (CSU) Frage, ob es monetär noch weitere Überraschungen geben könnte, wurde von den Planern nicht gänzlich ausgeschlossen: "Es kann in beide Richtungen gehen, wird sind immer noch in der Vorplanung, das kann man im Detail dann erst sagen wenn es in die nächste Phase geht".

Für Veronika Frenzel (SPD) hat der Planer die Steigerung von 8,5 auf 9,5 Millionen Euro nicht schlüssig erklärt. Das sah auch Hans Hartinger (SPD) so, der die vorgelegte Kostenschätzung bzw. Berechnungen des Planungsbüros grundsätzlich infrage stellte: "Das ist nur eine Liste damit wir heute zustimmen, mehr ist das nicht." Stadelmann beschrieb das Vorgehen bei ersten Kostenschätzung. Sie beruhen auf Vorausuntersuchungen, die Kanäle oder Möbel seien nicht enthalten gewesen. "Es waren immer nur Vorplanungen, bei so großen Projekten muss man fast damit rechnen, heute wissen wir alle, wo die Schmerzgrenze ist", klärte Roland Strehl auf. Mit dem Hinweis, dass wohl noch "viele Besprechungen" nötig sein werden. Auch für Josef Breitkopf (SPD) und Hubert Blödt (CSU) sei es von vornherein klar gewesen, dass bei Vorhaben dieser Größenordnung eine erste Kostenschätzung überschritten wird.

Kindergarten St. Raphael im Gemeinderat Kümmersbruck

Kümmersbruck

Markus Graf (CSU) war mit dem gesamten Ergebnis nicht zufrieden: Er brachte aufgrund des komplizierten Geländes die Suche nach einem anderen Platz ins Spiel. Da hakte auch Elisabeth Gruber (CSU) ein: "Was würde ein Kindergarten auf flacher Ebene und an anderer Stelle kosten?" Eine Frage, die Stadelmann nicht beantworten konnte. Ein anderes, homogenes Gelände sei nicht untersucht worden. Dennoch herrschte Konsens im Gemeinderat: Es gibt keine Alternative zum Standort an der Köferinger Straße.

Das Grundstück neben dem bestehenden Kindergarten ist eine Herausforderung für die Planer.
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