02.11.2018 - 17:53 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Auf Knien zur Patenschaft

Grund zu feiern haben nächstes Jahr zwei Trachtenvereine: Während die Ammerthaler auf zehn Jahre Bestehen zurückblicken, sind es bei den Kümmersbruckern 70. Beim Patenbitten machten die beiden Vereine ihre künftige Verbundenheit offiziell.

D’Vilstaler Haselmühl-Kümmersbruck und der Heimat- und Kulturverein Ammerthal wollen gemeinsam ein Jubiläum begehen. Doch zunächst müssen die Bittsteller aus Ammerthal niederknien und Aufgaben bewältigen.
von Externer BeitragProfil

(mst) Dem alten Brauch folgend mussten die Bittsteller aus Ammerthal den Vilstalern in fünf Aufgaben beweisen, dass sie dieser Patenschaft auch würdig sind. Anschließend wurde die neue Freundschaft gefeiert.

"Wir wollen Altes bewahren und Neues schaffen", sagte Vorsitzender Markus Gais bei der Begrüßung der Gäste aus Ammerthal. Kurz zuvor waren diese mit musikalischer Begleitung und einem Fass Bier im Schlepptau in den Gemeindesaal einmarschiert. Das Alte sei das, was beide Vereine verbindet. Was ursprünglich im Theaterspielen seinen Anfang fand, hat sich mittlerweile auf mehrere Sparten ausgedehnt. Ob beim Tanzen, Basteln oder gemeinsamen Gesellschaftsspielen, die Trachtler erhalten alte bayerische Traditionen und geben sie an künftige Generationen weiter.

Das Neue hingegen ist die Patenschaft, denn die feiert an diesem Abend Premiere. "Ich freue mich, dass heute Bande zwischen den beiden Gemeinden geknüpft werden", lobte Bürgermeister Roland Strehl (Kümmersbruck) die künftig enge Zusammenarbeit der beiden Vereine. Seine Amtskollegin Alexandra Sitter (Ammerthal) freut sich schon auf die Jubiläumsfeier: "Wir Ammerthaler denken groß." Für den September haben die Gastgeber ein Festzelt für 1500 Mann angekündigt.

Doch bevor es dazu kommt musste der Vorstand des HKV erst einmal die Patenschaft förmlich erringen. Und das ist nach alter Trachtler-Tradition ein hartes Stück Arbeit, da half auch das demütige Flehen um Gnade nichts. Angefangen bei der Vorsitzenden Doris Weiß musste der gesamte Vorstand auf Knien einzeln um die Freundschaft bitten, bevor sie in fünf Aufgaben zu beweisen hatten, dass sie dieser auch würdig sind. So löffelten die Gäste aus Ammerthal unter anderem eine spezielle Kümmersbrucker Brotsuppe mit einer extra Prise Salz aus.

Ein Höhepunkt, zumindest für den amüsierten Zuschauer, war das "Joghurtfüttern". Hier versuchten die Bittsteller in kleineren Gruppen, sich mit verbundenen Augen gegenseitig zu füttern - natürlich bis die Becher komplett leer waren. Nachdem alle Aufgaben bewältigt waren, tanzten Vilstaler und Ammerthaler gemeinsam einen Boarischen.

Dann hieß es "Zapf an das Fassl Bier!" und die neuen Patenvereine ließen den Abend ausklingen. So soll dem großen Fest im kommenden Jahr nichts mehr im Weg stehen.

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