13.10.2021 - 17:35 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Kommentar zum Afghanistaneinsatz: Die Politik, nicht die Bundeswehr, ist gescheitert

Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist nach 20 Jahren beendet. Die Reden beim Abschlussappell spiegeln nicht immer die Wirklichkeit wider. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) kommen mi Generalinspekteur Eberhard Zorn zum Abschlussappell zum Ende des Afghanistan-Einsatzes im Verteidigungsministerium.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

In Afghanistan konnten sich deutsche Soldaten nicht immer sicher sein, dass das Land hinter ihnen steht. Das "freundliche Desinteresse" (Horst Köhler), das der Bundeswehr und dem Einsatz aus der Bevölkerung und aus Teilen des Bundestags entgegengebracht wurde, widerlegt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die von ihm beim Zentralen Abschlussappell zur Würdigung des Einsatzes am Mittwoch beschworene Abmachung, wonach die Soldaten ihrem Land und das Land seinen Soldaten verpflichtet ist, galt nicht immer. Die 93.000 Soldaten, die in den vergangenen 20 Jahren am Hindukusch waren, haben jedenfalls ihren Teil der Abmachung erfüllt.

Anders als manche meinen, ist in Afghanistan nicht die Bundeswehr gescheitert, sondern die deutsche Politik. So wurde die Armee mit Aufgaben betraut, die eher von optimistischen Illusionen geprägt waren, als von einer realistischen Einschätzung. Deshalb fehlten zeitweise die erforderlichen militärischen Ressourcen. Die US-Armee musste in Kundus helfen.

Deutsche Soldaten und Entwicklungshelfer fragten sich, wie das etwas werden sollte. So erwies sich etwa die von Deutschland geführte Ausbildung der afghanischen Polizei als Desaster.

Der Generalinspekteur zum Einsatz am Hindukusch

Deutschland & Welt

Vor dem Abzug aus Masar-i.Sharif

Kümmersbruck

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.