14.01.2022 - 12:21 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

In Kümmersbruck kommt das WLAN aus dem Lichtmast

Es ist ein eher unscheinbares "Stangerl" auf dem neuen Kümmersbrucker Dorfplatz. Doch das hat es in sich. Es ist ein absolutes Pilotprojekt. Denn hier liefert die Straßenlaterne freies WLAN für die Umgebung.

Voller Empfang auf dem Kümmersbrucker Dorfplatz. Landtagsabgeordneter Harald Schwartz (von links), EDV-Betreuer Michael Laßen und Bürgermeister Roland Strehl freuen sich darüber, dass ihre Gemeinde WLAN aus der Straßenlaterne liefert.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Bürgermeister Roland Strehl wusste es nicht und EDV-Beauftragter Michael Laßen war sich lange auch nicht sicher. Doch tatsächlich ist die Gemeinde Kümmersbruck ein absoluter Vorreiter in Sachen Bayern-WLAN. Denn hier kommt der Empfang aus der Straßenlaterne – frei und gratis. Und das schon seit Monaten, seit Anfang Juli 2021. Aber während die Gemeinde Parsberg im Dezember für eine ähnliche Anlage den bayerischen Finanzminister Albert Füracker und ein großes Tamtam bemühte, ging die Kümmersbrucker Anlage ganz leise an den Start. Und zwar deutlich vor der Parsberger, die fälschlicherweise als erste ihrer Art vorgestellt worden ist.

Das System ist so einfach wie genial. Da die bayerische Staatsregierung auf eine möglichst flächendeckende Versorgung des Freistaats mit freiem WLAN setzt, werden in mehr und mehr Gemeinden öffentlich geförderte Anlagen dieser Art errichtet. In diesem Sinne wäre die am Kümmersbrucker Dorfplatz nur eine von vielen und eine von insgesamt sechs im Gemeindegebiet. Tatsächlich ist sie aber ein Pilotprojekt. Denn hier wird die Straßenlaterne zum WLAN-Spender. Was den Vorteil hat, dass damit gleichzeitig die Stromversorgung der Antenne automatisch gesichert ist.

Über Glasfaserkabel angeschlossen

Während der andere "Pilot" in Parsberg voll auf die Funktechnik setzt, ist die Kümmersbrucker WLAN-Laterne via Glasfaserkabel angeschlossen. Der entsprechende Verteiler findet sich in unmittelbarer Nähe am Dorfplatz, bei der Sanierung des Platzes wurde kurzerhand ein Kabel zur Laterne gelegt. "Wir wussten damals, als wir das entschieden haben, aber auch noch gar nicht, dass das auch mit Funktechnik möglich ist", gibt Bürgermeister Roland Strehl zu. Der sich auf der anderen Seite über eine sehr stabile Verbindung freuen kann.

"Die Gemeindejugend nimmt das WLAN übrigens sehr gerne an", lacht Roland Strehl. Der neue Kümmersbrucker Dorfplatz ist zum Treffpunkt geworden, der freie Zugang zum Internet dürfte einer der Gründe dafür gewesen sein. Seit Anfang dieses Jahres steht die neue Technik "BayernWLAN in Straßenlaternen" übrigens allen Kommunen zur Verfügung. In Kümmersbruck hat der Freistaat die gesamten Kosten für die Errichtung übernommen, nur der Unterhalt bleibt bei der Gemeinde, wie Michael Laßen weiß, der Mann der die Kümmersbrucker WLAN-Straßenlaterne am Ende erst möglich gemacht hat.

Freies WLAN garantiert

Nach Informationen von Bürgermeister Roland Strehl gilt im Versorgungsgebiet des Bayernwerks die Regelung, dass Bayernwerk und Kommune gemeinsam den Standort prüfen. Die Firma Vodafone als Vertragspartner des Freistaats liefert dann das Hardware-Kit an Bayernwerk, die dieses direkt in die Straßenlaterne einbaut. Wobei hier vor allem die Funktechnik zum Einsatz kommt. Kommunen außerhalb des Bayernwerk-Gebietes können sich unabhängig davon an das BayernWLAN-Zentrum in Straubing wenden, wenn sie Interesse an dieser Technik haben.

In Kümmersbruck jedenfalls sind sie zufrieden – und auch ein bisschen stolz, ein Pilotprojekt im Gemeindegebiet zu haben. Einen Minister kann Bürgermeister Roland Strehl zwar beim Ortstermin nicht vorweisen, aber mit dem Landtagsabgeordneten Harald Schwartz ist zumindest ein Vertreter des Parlaments mit an Bord. Freies WLAN gibt es nun schon am Kümmersbrucker Dorfplatz, jetzt brauchen sie nur noch einen Pächter für die Gastronomie im letzten Haus, das dort noch gebaut werden soll. "Ein guter WLAN-Empfang ist garantiert", verspricht Roland Strehl.

Mehr zur vermeintlichen Pilotanlage in Parsberg

Kümmersbruck

"Die Gemeindejugend nimmt das WLAN übrigens sehr gerne an."

Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl

Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl

So sieht der WLAN-Sender im Detail aus.

 

 

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