02.03.2021 - 10:52 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

An Mittelschule Kümmersbruck künftig Draußen-Klasse

Lokaltermin am Schulwald in Kümmersbruck (von links): Bürgermeister Roland Strehl, Rektor Florian Fuchs, Lehrerin Felicitas Berger, Simon Tangerding (SDW) und Förster Werner Lang.
von Autor KALProfil

Der Waldschadensbericht von Ministerin Julia Klöckner zeigt es deutlich: Dem Wald geht es ausgesprochen schlecht. 37 Prozent sind in der Warnstufe rot, 42 Prozent als gelb klassifiziert. Buche, Fichte und alle weiteren gängigen Baumarten sind betroffen. Seit vielen Jahren sind Schüler der Mittelschule Kümmersbruck mit Baumpflanzaktionen unterwegs, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten oder sie zumindest einzudämmen.

Angeführt von der Initiatorin, Lehrerin Felicitas Berger, helfen die jungen Leute Jahr für Jahr dem Wald in Sachen Überlebensstrategie. Unterstützt werden sie dabei von Forstamtsleiter Werner Lang, Geschäftsführer Simon Tangerding von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Rektor Florian Fuchs von der Mittelschule Kümmersbruck, einigen Lehrern sowie Bürgermeister Roland Strehl. Im Zuge dieser Aktionen wurden schon Tausende von Bäumen nachgepflanzt.

Lehrerin Felicitas Berger greift nun richtig an: Ab dem nächsten Schuljahr soll es eine sogenannte Draußen-Klasse geben, die einen Tag in der Woche Lehrplaninhalte im Freien umsetzt. Weg von den Schultischen und Arbeitsblättern – hinaus in die Welt und lernen in originaler Begegnung, so lautet die Zielsetzung. Bei dieser Initiative geht es nicht ausschließlich um den Wald und seine Bäume, selbstverständlich sind auch Tiere, Leben im Boden, in Teichen und Tümpeln, auf Wiesen oder an Feldrainen wichtige Unterrichtsinhalte. Auch das Leben in der Stadt, im Dorf sowie die dort vorhandene Architektur und die Wohnverhältnisse sollen eine Rolle spielen. Absicht ist, die Kinder für die Umwelt zu sensibilisieren, damit sie den Lebensraum anerkennen und achten. Angestrebt wird eine nachhaltige, dauerhafte Verhaltensänderung, und das nicht nur in der Theorie, sondern im täglichen Handeln.

"Es gibt schon einige Klasse dieser Art, allerdings sind es bisher weniger als zehn", informiert Simon Tangerding von der SDW und freut sich, dass in Kümmersbruck der nächste Schritt für die Nachhaltigkeit getan werde, nach der Anpflanzung des Schulwaldes. Er stellte Handreichungen und Hilfestellungen der von ihm vertretenen Organisation in Aussicht. Bürgermeister Roland Strehl lobte die Initiative, die er als Pluspunkt für die Mittelschule Kümmersbruck einstufte. "Wir haben bereits seit Jahren den Waldkindergarten, der die Erfahrungen mit der Natur fördert. Die Weiterführung in der Schule ist ein echter Meilenstein", betonte er. Die meisten Lernorte könnten die Schüler zu Fuß erreichen, eine Busbeförderung sei nur bei weiter entfernten Zielen angedacht.

"Unter den Mittelschulen im Landkreis haben wir mit diesem Projekt dann ein Alleinstellungsmerkmal, das es zu fördern gilt", stellte Schulleiter Florian Fuchs heraus. Lobend erwähnte er, dass an dere Grundschule in Ebermannsdorf ebenfalls ein Projekt mit Unterricht im Wald läuft. "Generell ist die Mittelschule Kümmersbruck einzigartig in der Schullandschaft, sowohl was diese Initiative von Lehrerin Felicitas Berger angeht, als auch hinsichtlich der digitalen Ausstattung", sagte Bürgermeister Roland Strehl. Das sei in erster Linie ein Verdienst des "Chefinformatikers" der Gemeinde Thomas Wiedenbauer. Florian Fuchs bestätigte dies und ergänzte: "Beschlüsse und Zielvorgaben sind in Ordnung, aber so richtig umgesetzt werden kann das alles nur mit dem Herzblut der Lehrer."

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