08.11.2020 - 12:04 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Neue Ideen für Dorfplatz in Kümmersbruck: Wochenmarkt und Generationenwohnen

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Den Namen hatte er vorher schon. Aber jetzt ist der Dorfplatz in Kümmersbruck auch wirklich einer. Zumindest der erste Teil ist inzwischen fertig. "Aber das ist noch nicht alles. Es geht weiter", sagt Bürgermeister Roland Strehl.

Der Dorfplatz in Kümmersbruck trägt nach der Umgestaltung seinen Namen nun zu recht. Früher war er nur eine Straße, jetzt ist ein richtiger Platz entstanden. Unter der Pergola soll bald noch ein Bücherschrank aufgestellt werden.
von Heike Unger Kontakt Profil

Früher war der "Dorfplatz" in Kümmersbruck eigentlich nur eine Straße, an deren beiden Seiten sich Wohn- und Geschäftshäuser sowie Parkplätze reihten. Mit der lange geplanten Umgestaltung ist hier, am Fuß der Straße Am Butzenweg, nun tatsächlich ein richtiger Platz entstanden. Mitte Oktober sei dieser Teil des Projekts offiziell abgeschlossen worden, berichtet Bürgermeister Roland Strehl bei einem Ortstermin mit der Redaktion – weist aber gleich darauf hin, dass damit nur ein Etappenziel erreicht sei.

Der neue Kümmersbrucker Dorfplatz: Ein Besuch auf der Baustelle

Kümmersbruck

Dass es hier noch weitergehen soll, ist nicht zu übersehen. Direkt im Anschluss an das neue, gepflasterte Areal präsentiert sich derzeit eine Brachfläche, die als nächstes zur Baustelle wird: Hier, auf dem ehemaligen Schotterparkplatz, soll im nächsten Jahr ein Mehrgenerationenhaus entstehen. "Wenn möglich mit Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss", fügt Strehl hinzu, wohl wissend, dass das mit dem Gewerbe seit einiger Zeit nicht mehr so leicht umzusetzen ist. Einen Gastronomiebetrieb, "so etwas wie ein Café", wünscht sich der Bürgermeister trotzdem an dieser Stelle.

Die Stadtbau ist abgesprungen

Bei diesem Bauprojekt habe Kümmersbruck eigentlich schon "einen Premiumpartner" gehabt, die Amberger Stadtbau GmbH. Doch die sei inzwischen abgesprungen, bedauert Strehl. "Ich denke, der Grund waren Kostengründe", sagt er und gibt zu: "Ich war schon gewaltig enttäuscht." Strehl hätte dieses Projekt jedenfalls "gerne mit der Stadtbau" umgesetzt.

Der Ausstieg dieses Partners hatte zur Folge, dass die Gemeinde jetzt auf Investorensuche für das Generationenhaus gegangen ist. Zwei neue potenzielle Partner habe er bereits an der Hand, berichtet der Bürgermeister. "Entscheidend ist am Ende das Konzept. Und wer jemanden mitbringt für die Gastronomie", sagt Strehl. Allerdings sei auch klar, dass es gerade "jetzt, in Coronazeiten, schwierig ist, so jemanden zu finden". Strehl ist trotzdem zuversichtlich, dass es klappt, und meint, "wenn alles gut geht, können wir im Frühjahr beginnen".

Wohnen, Gewerbe, Tiefgarage

Der Investor, so schwebt es der Gemeinde vor, soll das Mehrgenerationen-Gebäude bauen. Fünf bis sechs Wohnungen sollen so entstehen, sie könnten dann vermietet oder verkauft werden. "Ich gehe davon aus, dass sie verkauft werden", sagt Strehl. Für den Gebäudekomplex müsse eine Tiefgarage gebaut werden, um die nötigen Stellplätze unterzubringen. Parkflächen sind am Dorfplatz nämlich ein wichtiges Thema, das die Bürger bewege. Befürchtungen, durch die Neugestaltung würden Parkplätze verloren gehen, waren laut Strehl unbegründet: "Wir haben jetzt sogar zwei oder drei mehr als vorher."

Die Gemeinde nutzt die Gelegenheit der weiteren Dorfplatz-Neugestaltung, um auf der Wiese gleich hinter dem Generationenhaus noch ein kleines Wohngebiet zu ermöglichen. "Der Grund gehört einem Landwirt, der ihn zur Bebauung freigeben will", informiert der Bürgermeister. Ein Doppelhaus und zwei Einfamilienhäuser sollen hier Platz finden, die Gemeinde hat dafür bereits Baurecht geschaffen. Auch hier könnte ein Investor zusammen mit dem Grundstücksbesitzer tätig werden.

Ziel: Ein Wochenmarkt

Zwischen dem künftigen Mehrgenerationenhaus und dem neuen Baugebiet liegt die neue Zufahrtsstraße vom Dorfplatz hinauf zur Kirche. Dort wird es noch einen weiteren Bauabschnitt geben, in dem dann das Umfeld des Gotteshauses neu gestaltet wird und auch Terrassen mit Parkplätzen geschaffen werden. Das ist momentan aber noch ein bisschen Zukunftsmusik. Ebenso wie eine Idee, die dem Bürgermeister als eine neue Nutzungsmöglichkeit für den Dorfplatz vorschwebt: Hier könnte regelmäßig ein Wochenmarkt stattfinden. Strehl spricht von "einer Art Bauernmarkt", will diesen Titel aber nicht verwenden, weil dann außer Landwirten kein anderer gewerblicher Verkäufer mitmachen dürfte.

Um diese Idee in die Tat umzusetzen, würde man einen Verein gründen, der dann als Beschicker des Wochenmarktes fungiert. Dann sollte man "einfach mal anfangen", meint Strehl – "und wenn es gut läuft, vielleicht zweimal im Monat einen Markt abhalten". Strom- und Wasseranschlüsse für Verkaufsstände gibt es schon. Und mit dem Kümmersbrucker Landwirt Stefan Schönberger habe er auch bereits einen Mitstreiter an der Hand, der wertvolle Erfahrungen aus seinem Hofladen in der Utzhütte mitbringe.

Telefonzelle wird Bücherschrank

Noch eine kleine Attraktion für den Dorfplatz hat der Bürgermeister im Kopf: einen Bücherschrank, wie ihn viele andere Kommunen schon haben. Die Idee dahinter: In einem öffentlich zugänglichen Schrank können sich Bücherfreunde jederzeit Lesestoff besorgen oder eigene, nicht mehr benötigte Bücher dort hineinstellen, damit sie jemandem anderen Freude bereiten. Der Kümmersbrucker Seniorenbeirat und die Mittelschule haben sich zusammengetan, um so etwas auch in ihrer Gemeinde möglich zu machen: Sie wollen dazu eine alte Telefonzelle zum Bücherschrank machen, der dann unter der neuen Pergola am Dorfplatz aufgestellt werden soll.

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