20 Wohn- und Geschäftsräume in drei Bundesländern hat die Bundespolizei am frühen Dienstagmorgen durchsucht. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung mit Sitz in Frankfurt am Main hervor. Der Einsatz sei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kassel erfolgt. Der Grund für die Polizeiaktion in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern: Verdacht der banden- und gewerbsmäßigen Einschleusung von Ausländern. Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, wurden insgesamt 20 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht und sechs Untersuchungshaftbefehle vollstreckt. Die festgenommenen Beschuldigten würden im Laufe des Dienstags dem Haftrichter beim Amtsgericht Kassel vorgeführt.
Die Pressemitteilung listet jene Orte auf, in denen Durchsuchungen erfolgt waren: Korbach, Frankenberg, Waldeck, Siegen, Kümmersbruck, Regensburg, Vellmar, Olpe und Kassel. "Aufgrund der Bewaffnung von drei Tätern mit Schusswaffen wurden auch Spezialkräfte der Bundespolizei eingesetzt", heißt es in der Mitteilung weiter. Die Bundespolizei spricht von sechs Hauptbeschuldigten: vier Syrer, ein Iraker und ein Iraner. Sie stehen laut Pressemitteilung im Verdacht, "gegen Entgelt vor allem syrische Staatsangehörige von Weißrussland, Polen und Österreich mit Hilfe von angemieteten Fahrzeugen in das Bundesgebiet eingeschleust zu haben". Die Geschleusten seien dabei teilweise lebensgefährlichen Umständen ausgesetzt gewesen. Insbesondere seien sie auch auf Ladeflächen von Kleintransportern transportiert worden. In Deutschland angekommen, seien die Geschleusten vor ihrer Weiterschleusung nach Frankreich, Belgien und in die Niederlande zu Teilen in einem so genannten "Safe House" in der Innenstadt von Korbach untergebracht gewesen. Die Bundespolizei geht laut eigener Aussage aktuell davon aus, dass insgesamt 147 Personen nach Deutschland eingeschleust wurden, schätzt aber, dass die Dunkelziffer weiteraus höher liegen dürfte.
Für ihre Transporte sollen die Beschuldigten im Einzelfall routenabhängige Zahlungen von 600 bis zu 2000 Euro erhalten haben. Die "Gesamtsumme des inkriminierten Vermögens" beziffert die Bundespolizei auf circa 200.000 Euro. Wie die Bundespolizei weiter informiert, liefen die umfangreichen Ermittlungen seit November 2021. Erwähnt wird in der Pressemitteilung auch die internationale Zusammenarbeit mit österreichischen und ungarischen Behörden.
Die Beschuldigten stehen, wie die Bundespolizei weiter mitteilt, in zwei Fällen im Verdacht, Betäubungsmittel im zweistelligen Kilobereich nach Deutschland eingeführt zu haben. "Auch in diesen beiden Fällen wird strafrechtlich gegen die Beschuldigten ermittelt." Die Bundespolizei spricht in ihrer Mitteilung von zahlreichen Beweismitteln, die sichergestellt wurden: darunter geringe Mengen Betäubungsmittel, verbotene Gegenstände wie Springmesser und Butterflymesser sowie eine Machete.
Mutmaßlicher Schleuserring
Bei einer Razzia ist am Dienstagmorgen die Bundespolizei gegen mutmaßliche Schleuser vorgegangen.
- Durchsuchte Objekte: 20 Geschäfts- und Wohnräume in drei Bundesländern, darunter auch in Kümmersbruck (Landkreis Amberg-Sulzbach) und Regensburg
- Sechs Hauptbeschuldigte
- Unter den sichergestellten Beweismitteln befinden sich laut Pressemitteilung der Bundespolizei geringe Mengen Betäubungsmittel, Springmesser und Butterflymesser sowie eine Machete













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