Bianca Hellebrand hat eine große Fan-Gemeinde: Kinder lieben die Bastelkurse, die die Kümmersbruckerin anfangs im Ferienprogramm, dann auch bei sich zu Hause veranstaltet hat. Momentan ist das allerdings wegen der Corona-Vorschriften nicht erlaubt. Bianca Hellebrand suchte einen Weg, wie sie den Bastelspaß trotzdem fortsetzen kann und fand ihn: Sie packt jetzt alle Materialien, die die Kinder brauchen, in Tüten, legt eine bebilderte Anleitung dazu – und deponiert diese Kreativ-Päckchen in ihrem Carport zur Abholung: Dann können die Kinder damit einfach bei sich zu Hause basteln.
Die Resonanz hat Bianca Hellebrand überrascht: Rund 100 Kinder sind Stammkunden ihrer Bastelkurse. Gerade sind schon wieder fast alle Materialpakete für das Weihnachts-Projekt abgeholt worden – ein leuchtendes Tannenbäumchen im Tontopf. Bianca Hellebrand denkt derweil schon an ihren nächsten Fernkurs, "eventuell in den Weihnachtsferien Anfang Januar". Insbesondere wenn die Schulferien wegen Corona verlängert werden, will sie "ihren" Bastel-Kindern ein wenig Freude bereiten.
Rückmeldung per Handy
Dass ihr das gelingt, zeigen die Rückmeldungen: Viele ihrer Schützlinge melden sich bei ihr mit Handynachrichten , wenn sie eine Materialtüte verbastelt haben, schicken Bilder der Ergebnisse mit, oft auch mit dem stolzen Hinweis "schau mal, was ich gemacht habe". Sie denkt sich gezielt Bastel-Projekte aus, die auch gelingen, wenn sie ihren Schützlingen nicht direkt helfen kann. Bianca Hellebrand schreibt für jedes Projekt eine Anleitung, macht Bilder dazu und packt alle Materialien in die Tüte, die man braucht – abgesehen von Dingen wie Schere oder Kleber, die jeder daheim hat.
Die Idee dazu entstand vor ziemlich genau einem Jahr, nach ihrem letzten "richtigen" Bastelkurs. Als dann Corona kam, war daran nicht mehr zu denken. Also packte Bianca Hellebrand eben ihre Basteltüten – für ein Windspiel zum Muttertag, ein kleines Brettspiel zum Vatertag. "Das war ein Riesen-Run", freut sich die "Basteltante" über die große Nachfrage. Längst machen nicht nur Kümmersbrucker Kinder mit, sondern auch Teilnehmer aus Raigering, Hirschau oder Wernberg. Sogar in Nürnberg gibt es ein Mitbastel-Kind: Seine Mutter arbeitet in Amberg und nimmt die Materialtüte einfach auf dem Heimweg mit. Zwischen sechs und acht Euro kostet so ein Päckchen mit Material und Anleitung. Per Internet (www.biancas-bunte-stube.de) erfahren Interessenten, wenn es ein neues Projekt gibt. Stammgäste sind in einer Whatsapp-Gruppe mit der Kümmersbruckerin in Kontakt.
Damit die Farbe nicht einfriert
Funktioniert das mit dem Bastel-Fernkurs – bekommt jedes Kind sein Projekt auch wirklich hin? "Ich hab' noch nichts Negatives gehört", freut sich Bianca Hellebrand – wohl wissend, dass Großeltern oder Eltern im Notfall helfen. Trotzdem freut sie sich auf die Zeit, wenn sie "ihre" Kinder wieder zu sich einladen und mit ihnen kreativ sein darf. Bis dahin packt sie weiter ihre Tüten. Kreativ ist sie dabei auch, wenn es um die Abholung geht: Jetzt, wo es zuweilen schon ganz schön kalt wird im Carport, werden die Tüten dort auch schon mal in einer mit Handwärmern beheizten Isolier-Box geparkt, damit die Malfarbe nicht einfriert, bis sie abgeholt wird.













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