Kulmain
20.02.2026 - 12:24 Uhr
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Fünf Listen, aber nur ein Bürgermeisterkandidat in Kulmain

Bei der Kommunalwahl am 8. März in Kulmain ist eines ganz und eines ziemlich sicher – dass die Gemeinde einen neuen Rathauschef bekommt und wer nach 18 Jahren auf Amtsinhaber Günter Kopp folgt. Es gibt nur einen Bürgermeisterkandidaten.

Seit 18 Jahren steht Günter Kopp (CSU) an der Spitze der Gemeinde. In einer Mitteilung an die Bürger hat er im vergangenen November angekündigt, nicht mehr für eine vierte Amtszeit kandidieren zu wollen. Mit fast 70 Jahren wolle er die Aufgaben in jüngere Hände abgeben, begründete der stellvertretende Landrat seine Entscheidung, sich aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen.

Der Kampf um Kopps Nachfolge als Gemeindeoberhaupt entfällt. Obwohl fünf Parteien beziehungsweise Gruppierungen auf dem Wahlzettel stehen werden, stellt nur der CSU-Ortsverband mit Marco Pscherer einen Bürgermeisterkandidaten. Interessanter wird es da schon bei der Besetzung des künftigen Gemeinderates. Dort sind bislang neben der CSU die SPD, Bürgerliste und die Freien Wähler vertreten. Sitz und Stimme im 14-köpfigen Gremium haben möchte nun auch die Alternative für Deutschland (AfD), die in Kulmain erstmals mit einer eigenen Liste antritt.

CSU

Mit Bürgermeister Günter Kopp verlässt sein langjähriger Stellvertreter Albert Sollfrank ebenfalls die kommunalpolitische Bühne. Auch Gemeinderat Josef Gößner ist auf der Liste des Ortsverbandes nicht mehr vertreten. Unter den 14 Bewerbern finden sich zwei Frauen – Nicole Gräf und Anna-Lena Schmidt. Den Posten des Gemeindeoberhaupts soll Marco Pscherer übernehmen, den die Mitglieder in der Nominierungsversammlung im Dezember einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten bestimmt haben.

Wie Pscherer bei diesem Termin ausführte, legt er als Unternehmer einen Schwerpunkt der künftigen Aufgaben auf die Unterstützung von ansässigen Betrieben. Mit Ortsvorsitzendem Dietmar Scherer nannte er in der Versammlung aber auch die Förderung von Familien, Senioren und Vereinen, den Erhalt und den Ausbau einer modernen Infrastruktur sowie einer lebendigen Gemeinde mit allen Ortsteilen als Ziele.

SPD

Auf neun Gemeinderatskandidaten bringt es die Kulmainer SPD, die sich unter dem Namen "Kemnather Land" mit den Ortsvereinen Immenreuth und Kemnath/Kastl zusammengeschlossen hat. Auffällig ist hier der hohe Frauenanteil: Von den Anwärtern und Anwärterinnen sind nur vier Männer. Sybille Bayer und Wolfgang Lorenz, die aktuell als einzige für die SPD im Gremium sitzen, bewerben sich für weitere sechs Jahre. Wie bei der Kommunalwahl 2020 haben die Sozialdemokraten in der Nominierungsversammlung vor einigen Wochen keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten vorgestellt.

Um die Gemeinde nachhaltig liebenswert und attraktiv für alle Bürgerinnen und Bürger zu gestalten und weiter zu entwickeln, liege das Augenmerk auf auf der Stärkung der Familien, Wirtschaft und Verkehr sowie Schutz von Natur und Umwelt, schreibt Alfred Schuster, Vorsitzender des Ortsvereins Kemnather Land, auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Weitere Schwerpunkte seien unter anderem "Teilhabe und Inklusion" sowie das Ehrenamt. Hierbei gelte es, durchdachte Konzepte durch innovative Ideen mit zu erstellen und umzusetzen.

Freie Wähler

14 Gemeinderatskandidaten, darunter 5 Frauen, zählt die Liste, die die Freien Wähler in der Nominierungsversammlung im vergangenen November präsentierten. Angeführt wird sie von Bianca Greger, die wie Manuel Griener und Stephan Vetter den direkten Wiedereinzug ins Gremium anstrebt. Dagegen kandidiert der ehemalige Vorsitzende und derzeitige Gemeinderat Harald Tretter nicht mehr.

Vorsitzender Daniel Stich zählt auf Nachfrage als Ziele unter anderem den Straßenbau und die -sanierungen nach klarer Dringlichkeit, eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung mit moderner Ausstattung und ausreichend Plätzen, die Weiterentwicklung auch der Ortsteile sowie ein solide Führung des Gemeindehaushaltes mit transparenten Entscheidungen auf. Als Beispiel für eine konkrete Maßnahme erwähnt er die Neugestaltung der Sport- und Außenanlagen der Grundschule.

Bürgerliste

Mit einer nach eigenen Angaben ausgewogenen Mischung aus 14 jungen und erfahrenen Kandidatinnen und Kandidaten geht die Bürgerliste in die Wahlen für den Gemeinderat. Dort ist die Gruppierung derzeit mit Jürgen Christl, Gerd Schönfelder und Otto Schroll präsent. Das Trio findet sich ebenfalls auf dem aktuellen Wahlvorschlag, bei dem Jonathan Scharf auf Platz eins geführt wird und der auch drei Frauen als Anwärterinnen nennt.

Die Bürgerliste möchte eine Ausweitung der online angebotenen Verwaltungsverfahren, eine verlässliche Mobilität und vernetzte Pflege für Senioren, für Familien bezahlbaren Wohnraum und sichere Schulwege sowie die Neuansiedlung von Betrieben aktiv fördern. Auch ist sie für eine zweite Ortsumgehung für Kulmain.

AfD

Wie in der Stadt Waldsassen tritt im Landkreis Tirschenreuth diesmal auch in Kulmain erstmals die Alternative für Deutschland (AfD) zur Kommunalwahl an. Und ebenfalls wie in Waldsassen hielt sie sich mit Informationen für die Öffentlichkeit hinsichtlich ihrer Kandidaten und Ziele vor Ort zurück. Ein Post auf der Homepage des Kreisverbandes Weiden-Neustadt/WN-Tirschenreuth über eine Infoveranstaltung in Kulmain Ende Januar wies schließlich Bernhard Reger und Rüdiger Veigl als Bewerber aus. Der dritte Anwärter ist Marcus Geyer. Alle drei sind auf der Liste mit Dreifachnennung aufgeführt, sodass neun Plätze besetzt sind. Eine Anfrage an den Kreisverband hinsichtlich der Ziele der AfD in der Gemeinde Kulmain blieb unbeantwortet.

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