Kulmain
23.03.2026 - 14:41 Uhr

Im Kulmainer 24-Stunden-Laden jetzt rund um die Uhr einkaufen

Die Nahversorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs ist in Kulmain nach der Schließung von „Rita's Dorfladl“ zum Jahresende seit vergangenem Samstag wieder gesichert. Mit dem „MAXL 24/7“ jedoch auf andere Weise.

Die lange Tradition des Lebensmittelmarktes in der Immenreuther Straße lebt weiter. Die vergangenen 17 Jahre betrieb ihn Rita Braun. Davor, so um die 20 Jahre, Berthold Schraml. Heute kennt ihn die ältere Generation noch als den „Kramer Schraml“. Sein Sohn Patrick aus Neusorg hat nun mit seinem „MAXL 24/7“ Einzug in die Kulmainer Geschäftsräume genommen. Allerding mit neuer Geschäftsform.

Einkaufen rund um die Uhr, an allen Tagen, ist jetzt in dem Selbstbedingungsladen möglich. Wie Landtagsabgeordneter Tobias Reiß bei der Eröffnung hervorhob, wurde dies durch das neu geregelte Bayerische Ladenschlussgesetz von 2025 möglich. Allerdings gab es beim Antrag auf Nutzungsänderung im Gemeinderat Vorbehalte über die Öffnungszeiten am Sonntag. Bei der Abstimmung im Februar wurde erfolglos gefordert, dass während des sonntäglichen Gottesdienstes kein Verkauf stattfinden dürfe. Weitere Reaktionen blieben aus.

Zutritt mit Karte oder Ausweis

Vielmehr ist die Bevölkerung hellauf begeistert, und alle befürworten die neue Einkaufsmöglichkeit. So auch Kundin Cornelia Steinbruckner. Sie schränkte aber ein: „Ältere Menschen werden es etwas schwieriger haben.“ Sie verweist dabei auf das System, dass jeder seinen Personalausweis oder registrierte Kundenkarte dabei haben muss, um in den Laden zu kommen. Daneben benötigt er noch eine EC-Karte oder eine Kreditkarte. Was ihr fehlt: „Wir können nicht mehr quatschen“, bedauert sie. Die beliebte Kaffeeecke ist nicht mehr da, und gleichzeitig ist die Zahl der Kunden im Laden auf vier beschränkt. Mehr dürfen auf einmal nicht hinein.

Für Tobias Schroll, dem Besitzer des Hauses, stellte sich nach bei der Schließung von „Rita's Dorfladl“ die Frage: „Wie kann die Nahversorgung im ländlichen Raum am Leben erhalten bleiben?“ Im Internet inserierte er. Zwei Angebote erhielt er. Eines schickten Patrick Schraml und Michael Summerer. Einen vergleichbaren 24-Stunden-Laden führen sie bereits in Marktredwitz. Kulmain soll für sie nun der Grundstein weiterer Märkte werden.

Berthold Schraml schwärmt immer noch von seiner Zeit als Ladenbetreiber in Kulmain. „Es war eine schöne Zeit. Die Kulmainer waren sehr angenehme Leute mit großer Menschlichkeit“, sagte er begeistert er und nahm gleich Cornelia Steinbruckner in seine Arme. Für beide bot die Eröffnung Gelegenheit, viele Erinnerung aus der Jugendzeit auszutauschen.

Mehrmals Sprechstunden

Unter die Arme wird Kunden gegriffen, um ihnen die neuen Einkaufsmöglichkeiten zu erleichtern. Bei der Eröffnung sagte Patrick Schraml, dass ein Personalausweis und eine EC-Karte nicht zwingend erforderlich seien. Mit einer personalisierten Kundenkarte erübrige sich dies. Nach seinen Worten gibt es mehrmals die Woche Sprechstunden im Markt, um Hemmnisse abzubauen. Mit dem Personalausweis oder der Kundenkarte lässt sich die Eingangstür zum Markt öffnen. Die Tür zum Raum für altersbeschränkte Waren ab 16 Jahren kann nur mit einem Personalausweis geöffnet werden. Waren ab dem 18. Lebensjahr können nur mittels einer weiteren digitalen Erfassung, einem Scan, entnommen werden, so das Sicherheitskonzept für altersbeschränkte Waren.

„Tradition trifft Moderne“, stellte Kulmains künftiger Bürgermeister Marco Pscherer fest und versprach die volle Unterstützung der Gemeinde nach seinem Amtsantritt im Mai. Für die Kommune wünschte Gemeinderätin Sybille Bayer (SPD) viel Erfolg, als sie ein Gemeindewappen aus Glas überreichte.

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